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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1896-01-01 · 1 (Januar-Februar 1896) · p. Seite 31

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
I (1896/97)
Issue
1 (Januar-Februar 1896)
Date
1896-01-01
Page
Seite 31 (sequence 31)
Language
German
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— 31 — •> JOKDAN, S. A., Eabbi Jochanan bar Nappacba, Lebensbild eines talmudischen Weisen des 3. Jahrhunderts, nach den Quellen dargestellt. 1. Teil. Budapest 1895. XV u. 100 S. Es ist ohne Zweifel eine Beriefcherung der wiss. Erforschung des Talmuds, wenn einem der ~~ talmudischen Geistesheroen ein Denkmal in Form einer Biographie gesetzt wird. Denn so unsicher und schwankend auch oftmal der Gesamtwert derartiger Arbeiten ist, beruhen sie ja zum grossen Teil auf blossem Hypothesenwerk, so stellen sie doch einzelne Begebenheiten und Punkte in die ihnen gehörige Beleuchtung. Aus diesem Grunde begrüssen wir Jordans das Leben Jochanans, des „produktivsten aller talmudischen Lehrer" (p. 100), behandelnde Arbeit mit besonderer Freude. Nach einer kurzen, die politischen und geistigen Zustände Palästinas schildernden Einleitung (IX—XV) wird uns das Leben B. Js. in 6 Kapiteln in folgender Keihenfolge vorgeführt: Jugendjahre (2—8), Studiengang und Lehrer (9—20), Thätigkeit als Lehrer in Sepphoris (21—34), Wirksamkeit als Kector in Tiberias (35—52), Freunde in Tiberias und politische Lage (53— 71), letzte Lebensjahre (72—83). Vier am Schlüsse angehängte Exkurse handeln, a) über die nicht im Texte angeführten Lehrer, b) die Ordination zur damaligen Zeit, c) Bath-Kol, d) Chronologie. Die Arbeit ist mit gründlicher Sachkenntniss und hingebungsvoller Liebe für den zu behandelnden Gegenstand geschrieben. Dabei ist die immense Belesenheit des Verf. in den Talmuden, sowie sein klares, scharfes Urteil anerkennenswert. Auch werden in der Arbeit manche Streiflichter auf verschiedene das behandelte Thema wohl nicht streng berührende Fragen geworfen, welche allerdings den Gang der Darstellung oftmals recht stören. Nicht unerwähnt soll auch des Verf. Entfernung von grosseren Bibliotheken bleiben, die sich besonders im Nichtkennen der neueren Litteratur zeigt, jedoch, wie ich glaube> ohne besonderen Schaden für die Arbeit. Allerdings wird man an manchen Stellen nicht ohne Weiteres mit dem Verf. übereinstimmen können. So wird man gleich das Ansetzen des Geburtsjahres um das Jahr 175 nicht ganz richtig finden, denn, da R. J. nach der Uebersiedelung R. Judas I nach Sepphoris, welche zwischen 175—76 erfolgte (vgl. p. 3 Anm. 4), geboren wurde, so halte ich es mit Horowicz1) für wahrscheinlicher, dasselbe um das Jahr 178 anzusetzen. Treffendi. ist die Ansicht'Horowicz' (48e), Jochanans Vater habe, gemäss der Sitte, einem Kinde, das nach dem Tode seines Vaters geboren* wurde, den Namen des Vaters zu geben, auch Jochanan geheissen* *) Die Arbeit erschien im Litteraturblatt der „Jüd. Presse" 187,li p. 48 ff. was p. XV nachzutragen ist.

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