Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- I (1896/97)
- Issue
- 1 (Januar-Februar 1896)
- Date
- 1896-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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23 dass die an Zahl geringen Fälle für die Möglichkeit dieser Klangspielerei dem Dichter von vornherein die Hände binden. Und doch sehen wir die Sinn und Gefühl scheinbar lähmende und ansschliessende Form gerade für die Elegie mit Vorliebe gewählt. Ist doch für den Ausdruck des Schmerzes der Vers, in dem eine geheime Stimme, wie draussen in der Natur das Echo, in die austönende Klage einfällt, die geborene Kunstform! Die Geschichte dieser Dichtgattung ist noch nicht geschrieben worden. Sicher aber ist, dass sie lange in Gebrauch und An- Wendung gestanden haben muss, ehe Josef b. Salomo Ibn Jachja1) am Anfang des 14. Jahrhunderts sieh entschloss, für seine Elegie auf den Tod Salomon Ibn Adrets sich ihrer zu bedienen. Die unerreichte Meisterschaft, mit der er diese Kunstform handhabt, war selbst trotz der Zerrüttung und Verwahrlosung erkennbar, in der uns der Text dieses Cäbinetstücks der Gattung bei Gedalja Ibn Jachja2 *) vorlag. Der volle Werth des Gedichtes war aber nieht einmal zu ahnen, so lange nicht handschriftliche Ueberlieferung dem so arg misshandelten Wortlaute zu Hülfe kam. Diese Hülfe ist uns endlich gekommen. Zwar ist das letzte Wort zur Fest- Stellung des Textes auch jetzt noch nieht gesprochen, aber die Förderung, die uns die Vorlegung einer vorher unbekannten Abschrift des Gedichtes durch Abraham Danon’) in Adrianopel für das Verständniss der Elegie bringt, ist so gross, dass ich auf Grund derselben eine neue Ausgabe zu unternehmen wage. Danon hat aber durch die Entdeckung der Grabschrift des Elia Perez4) (gest. 1768), in der acht Zeilen unseres Gedichtes (v. 20—22, 31, 9, 39, 24, 45) einfach abgeschrieben erscheinen, der Diorthose des Textes auch noch weiter aufgeholfen. Wiewohl David Jachja’s5) Angabe der ersten Zeile unseres Gedichtes und der Text Gedalja Ibn Jachja’s die vier einleitenden Zeilen im Texte Danon’s als unecht auszuschliessen scheinen, so dürfen sie gerade wegen des abweichenden Keimes und der poetischen Ankündigung der in dem Eehogedichte niedergelegten Blage der Muse ihre Stelle an der Spitze dieser Elegie denn doch verdienen. Der Erklärung des Gedichtes, die völlig erst in einer treuen Uebersetzung des Ganzen zum Ausdruck gelangen wird, mögen *) Carinoly ספר דברי הימים לבני יהייא P• 9 U. 27. Isak Akrischs Ausgabe ist mir unzugänglich. 2) שלשלת הקבלה Venedig ed. f. 59b. s) S. dessen hebräische und spaniolische Zeitschrift יוסף דעת (Adrianopel 1888-89) jh 54 und 66. 5) שקל הקדש (hinter לשון למודים) c. 17.