Mannheim
Compact Memory

Mitteilungen des Jüdischen Turn- und Sportvereins Bar-Kochba e.V. Frankfurt a.M. · 1925-10-01 · 2 (1.10.1925) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen des Jüdischen Turn- und Sportvereins Bar-Kochba e.V. Frankfurt a.M.
Volume
1925
Issue
2 (1.10.1925)
Date
1925-10-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2254914-8835233-8835235--13-2254924
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Zahlt Sure Beiträge pünktlich! das Hinsterben ihrer Schönheit ist für sie meist schmerzlicher als der wirkliche Tod/4 Mit Salben und Tränklein, selbst durch operative „Verjüngungsmethoden sucht man das Allwerden" zu verhindern, meist mit dem Erfolg, dass das Hinwelken nach kurzem Hinausschieben um so schneller erfolgt. Es gibt nur einen Weg, der wahrhaft Lebensverjüngung gibt, es ist der Weg, den die Natur uns zeigt, die ihre Heilfaktoren: Luft, Wasser, Licht. Bewegung und Ruhe im passenden Wechsel in den Dienst der Gesundheitspflege stellt. Kommt noch regelmäßige Hautpflege, Maßhalten im Genuß, in der Arbeit, Körperbewegung durch Turnen. Sport und Spiel hinzu, so halten wir die Schlüssel zur LebensverjüngwarenhausWronker Frankfurt am Main ©<s>® Günstige Bezugsquelle aller Artikel für Mode, Luxus- und Hausbedarf. ung in der Hand. Will die Frau den Lebensaufgaben, die ihrer harren, gerecht werden, dann muss sie genau wie der Mann den Körper durch Leibesübungen stählen. Für die Mädchenwelt sind neben den Rasenspielen, Faustball, Schlagball und Handball auch die leichtathletischen Uebungen: Lauf, Sprung und Stoß zu empfehlen. Alle Muskeln werden in Bewegung gesetzt, der Blutumlauf gefördert, Herz- und Lungentätigkeit angeregt. Wie arm ist die Welt an wirklich reinen Freuden geworden! Hier beim Spiel quillt ein Quickborn reinster, ungetrübter Freuden. Im reinen Sonnenmeer schwinden die Sorgenfallen und Bitternisse des Lebens. Beim Tollen und Jagen und Ringen um den Ball bleibt der Körper jung, elastisch und lebensfrisch, da hat das Alter keine Macht über den Körper. Leider zwingt die Berufstätigkeit dazu die Stunden der Gymnastik auf die Abendstunden zu verlegen in die Halle, wenn die Tage kürzer und rauher werden. Zielbewußt ist hier die Arbeit den harrenden Aufgaben angepasst. Viele kommen zum Turnen um schlank zu werden, wie die Mode es vorschreibt, andere um die verloren gegangene Geschmeidigkeit wieder zu erlangen. Und gerade die neuzeitlichen Bewegungsformen, die Spannungs- und Entspannungsübungen, die Schwung-, Sprung- und Gehübungen nach der Schule von* Dr. Bode-München, die die alten straffen Formen der Freiübungen aus dem Frauenturnen verdrängt haben, sind ganz dazu angetan, diese Ziele im Gewände der Freude zu erreichen. Der weitere Vorteil dieser Uebungen besteht darin, dass jede Anfängerin sofort mitüben kann, wenn der Körper auch noch so lang sich der trägen Ruh hingegeben hat. Ist der Körper in diesem Sinn durchgearbeitet, gestärkt und erfrischt worden, dann geht es an die Geräte, an denen entsprechend der erreichten Fertigkeiten in sechs Riegen unter Leitung von geprüften Vorturnern der Körper weiter durchgearbeitet wird. Hier steht das gesundheitliche Turnen ebenfalls im Vordergrund, wenn auch das ,,Gipfelturnen" nicht ganz unbeachtet bleibt. Ein fröhliches Spiel beschließt meist den Turnabend in der Halle der Herderschule Mögen diese Zeilen mit dazu beitragen den Wert und die Notwendigkeit der Frauengymnastik darzutun, die Trägen und Abseitsstehenden aufrütteln, damit sie mithelfen an der Gesundung der weiblichen Jugend. Das Boxen von Walter Gutheim. Das Boxen gilt bei dem Laien als roh und gefahrvoll. Er siehl bei einem Boxkampf 2 Menschen aufeinander losschlagen, schmerzverzogene Gesichter, vielleicht sogar einmal eine blutende Nase, hört klatschende Schläge, und schliessl daraus, dass Boxen roh ist. In Wirklichkeit handelt es sich um wohlberechnete Angriffe und schnelle Paraden. Das „schmerzverzogene., Gesicht zeigt, ähnlich wie bei kämpfenden Leichtathleten, nur angespannteste Energie» während Nasenbluten auf, einen seltenen Zufall zurückzuführen ist. Boxen ist ritterlicher und vielseitiger als z. B. Fechten, weil es an sehr strenge Regeln gebunden ist und im Gegensatz zum Fechten mit zwei Armen ausgefochten wird, sodass die Angriffs- und Abwekrmöglichkeiten entsprechend grösser sind. Gefährliche Verletzungen oder Schädigungen sind bei Amaleurkämpfen ausgeschlossen, wenn Herz und Lunge der Kämpfer in Ordnung sind. Nicht nur die üblichen Körper- und Gesichtsschläge sind völlig gefahrlos, sondern sogar der Niederschlag (knock out) i*l dank der stark gepolsterten Handschuhe ohne jede weitere Folge. § Konditorei Freimark ö -:— Sandweg 17 - | Treffpunkt jj der jüdischen Jugend. Nach der Gefahrenstatislik «des Internationalen Olympischen Komitees rangiert Boxen an 15. Stelle vor Tennis (14. Stelle) während z. B. Fußball die 4. Stelle einnimmt. Der Boxsport bildet, nicht zum wenigsten durch seine Vorübungen, den ganzen Körper durch, wie dies bei keinem anderem Sport möglich ist. Der Erfolg des Boxtrainings äussert sich darin, dass der Körper für die Schläge, die er erhält, fast unempfindlich wird. Das Schmerzgefühl ist ausgeschaltet. Nicht gering zu veranschlagen ist auch die Ruhe und das Selbstbewuslsein welches der ausgebildete Boxer erlangt. Er weiss, daß ein vorschriftsmäßiger Haken auf die Kinnspitze oder in die Magengrube den evtl. Angreifer das Reden auf einige Zeit vergessen lässl. Man wird also das Boxen weder als roh, noch als gefahrvoll bezeichnen können, sondern wird es in die Reihe der ritterlichen und zweckmäßigen Sportarten einordnen müssen. Beachtet unsere ünserenfen!

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.