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Mitteilungen des Jüdischen Turn- und Sportvereins Bar-Kochba e.V. Frankfurt a.M. · 1925-10-01 · 2 (1.10.1925) · p. [Seite]

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Journal
Mitteilungen des Jüdischen Turn- und Sportvereins Bar-Kochba e.V. Frankfurt a.M.
Volume
1925
Issue
2 (1.10.1925)
Date
1925-10-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Sorgt für Inserate! Frauen-Gymnastik von A. Reilz. Gymnastik, Turnen, Sport und Spiel treiben, ist heute nicht nur Modesache, sondern eiserne Notwendigkeit für das weibliche Geschlecht geworden. Vor zwei Jahrzehnten gab es noch wenig arbeitende Frauen im Erwerbsleben, da herrschte der Mann unumschränkt im öffentlichen Leben. Mit dem Aufrollen der Frauenfrage kam eine neue Einstellung. Das Verlangen der Führerinnen nach öetäügung, der Ruf nach Selbständigkeit rüttelte die weibliche Jugend aus dem süßen Nichtstun der Tändelei, dem Warten auf den Mann, auf. Da kam der Krieg und zwang die Frau zur öffentlichen Arbeit, zum Einsetzen der körperlichen und geistigen Kräfte, um die fehlende Manneskraft zu ersetzen. Auch heute noch zwingt die Not, fj Seifen und Parfümerien j 1 | Huf in de, \ I Drogerie Schneemann, Zeil 39 | (!) (?) ©®®®®®<S>cS><S><S>@«>@®®@>®cS>© der Kampf ums Leben, die weibliche Jugend zur Arbeit, zur Betätigung der körperlichen und geistigen Fähigkeiten. Tag für Tag ruft die harte Fron sie an die Arbeitsstätte. Dort sitzen sie gebeugt über Bücher, stehen am Pult und hinter dem Verkaufstisch, arbeiten gar oft in ungesunden Räumen. So wertvoll diese Umstellung des weiblichen Geschlechts ist, so hat sie doch auch Gefahren und Schädigungen im Gefolge, die nicht unbeachtet gelassen werden dürfen, ja geradezu zu Gegenmaßnahmen zwingen. Je mehr der Mann gezwungen wurde all seine Kräfte zur Lebensbejahrung einzusetzen, desto mehr suchte er außerhalb seines Berufes neue Lebensquellen zu finden. Auf den Sport- und Spielplätzen, in den Turnhallen, in und auf dem Wasser, beim frohen Wandern suchte er den Ausgleich gegen die zerrüttende Berufsarbeit. Und mit neuen Lebenskräften erfüllt, neuem Wagemut beseelt, nahm er den Lebenskampf wieder auf und blieb Sieger. Was der Mann in jahrhundertlangem Sinnen und Forschen als Gegengewicht gegen die Schäden der Berufsarbeit erfunden hat, das muß auch dem weiblichen Geschlecht zum Heilmittel dienen. Schaut Euch Eure kleinen und großen Lieblinge an, ihr Mütter, wie Schule und Beruf die roten Backen bleichen und die Glieder schwächen. Da helfen Tränklein und Arzeneien nur selten, da hilft meist nur eins, ein frisches, frohes Austummeln beim Spiel und an den Geräten. Hier im Kreise lieber Spielgefährtinnen werden die trüben Aeuglein wieder blank, da strecken und recken sich die arbeitsgebeugten Glieder, neue Spannkraft erfüllt den matten Körper und herziges Kinderlachen erfüllt den weiten Raum. Gesund stark und schön werden Eure Kleinen beim frohen Spiel der Glieder. Schaut, wie sie den jugendfrischen Körper wiegen und biegen im Rhythmus der Bewegungen, wie sie schreiten und dahingleiten nach dem Klang der Musik, wie sie flüchtigen Fußes leichtbeschwingt den weiten Raum durcheilen und kühnen Mutes Bock und Pferd überspringen. Wie leuchten die Aeuglein wenn sie den Körper am Barren und Stangen kunstvoll bewegen und beherrschen lernen. Hier lernen sie das Wertvollste fürs spätere Leben nicht mutlos werden, wenn der erste, zweite oder auch dritte Versuch mißlingt. Hier im Kreise der freien Arbeitsgemeinschaft hat Unverträglichkeit, Eigensinn, Trotz, Ueberempfindlichkeit und so manches andere, das an dem werdenden Menschlein uns nicht gefällt, gar keinen Platz, da werden diese Ecken und Kanten abgeschliffen. Darum, ihr lieben Mütter, schickt sie uns, Eure Kleinen, jeden Donnerstae in die Turnhalle der Herderschule, damit wir milhelfen können an der harmonischen Ausbildung zu gesunden, starken und frohen Menschen. Mit derselben Notwendigkeit, mit der Körperschulung für unsere Jugend gefordert wird, wird sie auch für die Schulentlassenen zu fordern sein. Immer dringender werden die Mahnrufe der Aerzte, die Erlasse der Regierung, den Kampf gegen dieBetäligung der Frau im Erwerbsleben aufzunehmen, wenn nicht unheilvolle Schäden entstehen sollen. Eine Sünde i;.;,;-«^^ 1 "Wolle in großer Auswahl m Sirickwesten | | Mcta Simenauer KaX^T | | Moderne Handarbeiten j »111 gegen den eigenen Körper ist es, wenn das junge Geschlecht nicht zu den Heilmitteln der Gymnastik greift, um einen gesunden, geschmeidigen, jugendfrischen und schönen Körper sich zu erhalten. Der Kampf gegen das Altwerden, das Hinwelken, ist so alt wie das Menschengeschlecht selbst. Die Frau will jung und anmutig sein, will diese Vorzüge festhalten, solang ein Lebensfünklein noch in ihr glüht. Es ist nicht nur Eitelkeit der Frau, wenn sie gefallen, schön sein und bleiben will, es ist ihre natürliche Lebensaufgabe, Schönheit und Anmut sind mit ihre höchsten Güter. Ein Frauenkenner sagt so treffend: „Eine schöne Frau stirbt zweimal. Der erste Tod Zahlt Cure Beiträge pünktlich!

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