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Mitteilungen des Jüdischen Turn- und Sportvereins Bar-Kochba e.V. Frankfurt a.M. · 1925-09-01 · 1 (1.9.1925) · p. [Seite]

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Journal
Mitteilungen des Jüdischen Turn- und Sportvereins Bar-Kochba e.V. Frankfurt a.M.
Volume
1925
Issue
1 (1.9.1925)
Date
1925-09-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Sorgt für beichcifhletik* Kommt zum Sport! möchte ich diesen Artikel überschreiben und das mit Recht. Im Sommer gibt es nichts schöneres als sich zwei- oder dreimal wöchentlich auf dem Sporlplfu) zu tummeln. Und dann isl für uns die Leichtathletik der wichtigste Faktor, der Wichtigste weil er propagandistisch am meisten zu verwerten ist und gewertet wird. Was wir auf dem Turnboden leisten davon erfährt der jüd. Mitbürger nichis, auch was bei uns geistig gearbeitet wird kann er nicht erfahren. — Warum? das überlasse ich Euch selbst zu beantworten. Aber von Erfolgen der Leichtathleten liest er in jeder Tageszeitung. Außerdem aber ist Sport gesund und dem Körper sehr dienlich. Drum Kommt zum Sport! Je$t will ich in kurzen Zügen Euch von unserer Arbeit berichten. Wenn es nicht viel ist so liegt es daran, daß wir auch nicht viele Helfer hallen. Die Stadtstaffel. Die wichtigste Veranstaltung des Jahres, die Stadlstafette,?auf die wir so sehr gehofft hatten, mußten wir leider verlieren. Nach eifrigem Training war der Erfolg eigentlich zum Greifen nahe aber er ist uns im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen. Regen ohne Ende trübte den Himmel und die Gemüter, glättete die Straßen und scheinbar besonders da wo unsere Leute zu laufen hatten. Und damit uns Gott behüte nichts passiert nur recht langsam gelaufen, es war aber auch so glatt. Pech ist Pech und zu allem stürzte auch noch der und jener und als Paulchens Hose liegen blieb waren wir bereits 400 m zurück. Grund Schlappheit von unseren Leuten, das muß zugegeben werden. nationale Wetfkämpfe des F. V. „Borussia". Die Staffel verbot uns naturgemäss an ein Spezialtraining zu denken und so konnten wir auch im Mai nur ein Fest besetzen. Auf die Verbandskämpfe und auch auf die Stadionweihkämpfe mußten wir verzichten obwohl wir dort nicht aussichtslos mitbestritten hätten. So begann die Saison mit den Wettkämpfen der Borussia. Wir starteten in der 4X100 m Staffel für B und C und in der Schwedenstaffel außerdem beseiten wir die 5X200 m Staffel, im Einzellauf die 800 m und 100 m Anfänger. In 100m Anfänger fehlte es Alfred Katzenstein am Training und so kam er nicht über die Vorläufe hinaus. Die 4"XtO0m Staffel die in der Aufstellung Fredy Goldschmidt, Paul Ravenstein, Julius Jakobi, Paul Oppenheimer lief ging durch den legten Wechsel verloren, nachdem wir bis dahin geführt hatten. Wechsel muß eben trainiert sein und die Staffel wurde erst auf dem Platte zusammengestellt. Die 5X200 m liefen wir überlegen gegen einen zwar auch nicht allzustarken Gegner. Die 800 m holte sich Brünell wider erwarten gegen Cippifelli Sportclub 80 in der, in Anbetracht der weichen Bahn, ganz guten Zeit von 2. 10, 8 Min, doch wird er wohl nicht öfters solche Gegner schlagen können. Dies Rennen holte er sich durch gute Taktik nachdem Cippilelli dauernd führte und zum Endkampf nicht mehr stark genug war. Die Schwedenstaffel, die direkt nach der 3X200m Staffel und diese direkt nach dem 800m Lauf kam ging durch Brüneil verloren, der für die 400m noch zu sehr geschwächt war. Mehr als ein Lauf täglich ist nichts für ihn. Snserate! Q^/tftfO jahrs sehr verbessert. Er muß sich nur ein wenig schonen denn;er trainiert1 zu viel. In 400 m sahen wir einen alten Bekannten, Bubi Grünebaum ging wieder an den Start; doch ist er nicht mehr der alte Bubi von früher. So konnte er auch nur den dritten Platz belegen. Was anderes ist der dritte Plafc Fredys über 200m der sich erst aus einem Vorlauf und einem Zwischenlauf in die Entscheidung kämpfen mußte und auch noch die Staffel mit bestritt. In den Staffeln hatten wir wieder Pech die 4X100m ging wieder durch den Wechsel flöte und in der Schwedensfaffel war Curt Goldschmidt so freudig erregt über seinen ersten Start in diesem Jahr, daß er dreimal schob und unbarmherzig wurden wir disqualifiziert. Die Fürsprache unserer wackeren Begleiter, teils bittender teils drohender Art, nützte auch nichts. Ja da ist nichis zu wollen lieber Hugo! Frankfurter m eisterschaften. jetzt wurden wir, gleich ganz vornehm auf kleinere Feste gingen wir überhaupt nicht mehr. Ob das gut ist will ich dahin gestellt sein lassen. Nichis weniger als die Frankfurter Meisterschaft war unser nächstes Ziel. Zu loben sind hier vor allem mal unsere „Stammkunden*. Alle waren Sie draussen im herrlichen Stadion obwohl es regnete und wir können ruhig sagen wir stellten Vs der Zuschauer. Der Erfolg! Vor allem ein moralischer. Wir sind der einzige Verein in Frankfurt der eine 4 mal 100 m Damenstaffel stellen kann und im Alleingang holten wir uns dann auch mit gutem Wechsel in guter Zeit (55,2 Sek.) diese Meisterschaft in der Aufstellung Trude Gans, Grete Gans, Gertrud Meyer, und last not ieast Frau Bergmann. Für letjere hat sich das Kampfgericht so interessiert, daß sie die Startkarte zurückbehielt um den Jahrgang" festzustellen. Unsere Damen aber waren noch öfter an diesem Tage erfolgreich. So holte Gertrud Meyer im Kugelstossen den zweien im hundert Meter Lauf den Dritten hinter Grete Gans die den 2. PIa$ beseite und nur das Pech hatte gerade gegen die deutsche Meisterin starten zu müssen. Lieberhaupt waren andere Damen von anderen Vereinen nicht erschienen. Alle haben sie vor Frl. Haux gekniffen. Alle? Soweit überhaupt noch welche da sind. Zu erwähnen ist dann noch der Zweite und Dritte im Weitsprung der Schwestern Gans auch wieder hinter Frl. Haux. Und die Herren? Der allzu sichere Cosimo, der sich schon 4 Wochen vorher als Meister hatte feiern lassen verlor und wurde nur 5ter. Er lief ein stumpfes kopfloses Rennen, legte sich an letzte Stelle und als er zum Spurt anzog, halte Leunig Eintracht, der auch spurten kann, schon soviel zwischen sich und ihn gelegt, dass er ihn nicht mehr erreichen konnte. Speyer Sportclub 80 wurde zweiter weil er mit vorne geblieben war. Curt Goldschmidt gab sein Debüt. Ein feines Debüt was die Besetzung betrifft. Er hat auch ehrenvoll abgeschnitten, schlug er doch den einzigen Junior der im Rennen war Geppert Offenbach. Gegen die andern Kanonen wie Engelhardt konnte er natürlich als Erstling noch nichts wollen. In diesem Rennen haben wir aber auch noch ein Vereinsderby entschieden. Curt schlug nämlich auch noch Bubi. Fredy blieb am Start im 200 m Lauf sitzen und machte überhaupt einen sehr müden Eindruck, sonst hätte er sicher ein ernstes Wort mitgeredet, der junge Veteran. nationale Wertkampfe der Turn« und Sportgemeinde> ßSchst* Dann kam Höchst. Hier nahmen wir zum erstenmal unsere Damen mit und in 10,8 Sek. konnte Grete Gans einen überlegenen Sieg im 75m Lauf feiern. In der 1500 m Strecke startete Brünell und Kleinberger. Brünell konnte hinter dem vorjährigen südd. Meister Wale einen guten zweiten Plaf? belegen während Heini seinen Erstlingsstart unter den „Herrennoch nicht recht verdaute, doch hat sich seine Zeit gegen die des Vor- Sfiddeutrdie meifferfchatten. Fein wie nicht anders gewohnt war auch die nächste Etappe die Südd. Meisterschaft. Die Revanche an Leunig konnte Cosimo leider nicht nehmen, da der 800 m Lauf Samstag ausgetragen wurde. Im Endlauf wäre er wohl sowieso nicht gewesen. Nur unsere Damen gingen an den Start und wir sind mit dem Dritten in 55,5 Sek. durchaus zufrieden, umso mehr als alles, aber auch alles noch verbesserungsfähig ist. Drum auf kommt zum Training- Mädels, Verzeihung Frau Bergmann. München und Karlsruhe waren die Besieger. C Stadtu. Univ.-Bfbl. Frankfurt/Main Zahlt Sure Beitrüge pünktlich! 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