Mitteilungen des Jüdischen Turn- und Sportvereins Bar-Kochba e.V. Frankfurt a.M.
- Journal
- Mitteilungen des Jüdischen Turn- und Sportvereins Bar-Kochba e.V. Frankfurt a.M.
- Volume
- 1925
- Issue
- 1 (1.9.1925)
- Date
- 1925-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Zahlt Sure Beiträge pünktlich! Wiesbadener Kampfspiele. Wieder war es ein erstklassiges Fest Wiesbadener Kampfspiele. Aber es regnete, regnete unaufhörlich so blieben wir den Einzelkonkurenzen fern. Nur die Olympische Staffel (800, 200, 200, 400) bestritten wir und mit gutem Erfolg. Zweiter hinter der Eintracht und vor weiteren sieben Vereinen darunter vor allem Düsseldorf und Worms. Cosimo lief die 800m, er hat zwar hier schon besser überlegt aber er wurde nachdem er in diesem sehr scharfen Lauf zeitweilig geführt hatte bei der Übergabe wieder abgefangen. Dann aber kam Fredy wie ein Wiesel schob er sich auf den zweiten Platz. Im Wechsel mit Paul Oppenheimer (der nach Fredy heute wohl unser bester Sprinter ist) kamen wir wieder auf den dritten Pla£ und als Kurt das Holz bekam, waren wir durch das Gedränge am Wechsel sogar auf den vierten Plat? gerückt. Aber Curt lief besser als je und der vorzügliche Laux von der Eintrachtmannschaft mußte alles hergeben um den Sieg zu halten. Guter Zweiter wurden wir aber immer noch. Rationale Kampifpiele der Cum? und Sporfgemeinde «Eintracht» Nun kam das Eintracht fest. Hier wurden unsere Erwartungen leider nicht erfüllt. Curt den wir als Junior nun endlich mal in 400 m starten ließen machte schon im Vorlauf einen müden Eindruck und kam als bester Dritter nur, eben grade noch in die Entscheidung. Im EntscheidungsLiuf überhörte er den Aufruf und abgehest an den Start kommend, gab er bei 500 m auf. Die 4X100 m Staffel B & C bestritten wir auch wieder einmal und zwar in der alten Besetzung von anno dazumal Fredy Goldschmidt, Paul Katjenstein, Samuel Oppenheim und Bubi Grünebaum. Fredy ist immer nnch der alte, Paul hingegen fehlt es am Training, er war erst kürzlich in Urlaub, Oppenheim ist ganz raus er muß eben wieder richtig trainieren, Bubi aber lief ganz respektable. Alles in allem wurden wir Dritter, ich habe auch nicht mehr erwartet. Unser beinahe sprichwörtlich gewordenes Staffelpech sollte sich an diesem Tage nochmals erweisen Unsere neu zusammengestellte 4X100 m Anfängerstaffel Wurde durch schlechtenjWechsel nur zweiler. Kurt Goldschmidt holte als dritter Mann den verlorenen Boden auf, sonst hätten wir# unplaciert geendet. Im Vorlauf siegten wir mit guter Übergabe mit fast 20 m Vorsprung. Commentar überflüssig! Die Aufstellung dieser Staffel die heute die „alle Herren*4 Staffel glatt schlägt, ist: Paul Oppenheimer, Alfred Kaijenstein, Kurt Goldschmidt und Erwin Grünewald. Alfred und Erwin starteten dann auch in 100 m Anfänger und * es ist anerkennenswert, daß sie mit einer Vorlaufszeit von 11,8 Sek in die Entscheidung kamen, d. h. Erwin mußte als zweiter seines Vorlaufs nach Stechen ausscheiden und Alfred brachte wohl nicht mehr genug Zähigkeit in den Endlauf um gegen die erstkl. Konkurenz bestehen zu können. Auf Erwins weitere Starts darf man jedenfalls gespannt sein. Bubis Start über 400 m war ein Regiefehler und der sonst so kampfesfreudige Cosimo blieb, eine Magenverstimmung vorschüttend vom Start fern. Eingeweihte erklären seinen Magen schon längst für eine Gemischtwarenhandlung. nationale Wertkampfe des Sportvereins 05 Ottenbach Als letzte Veranstaltung kam dann noch Offenbach. Hier konnten wir einen vollen Erfolg feiern. 2 erste 1 zweiter und 2 dritte Preise ist das Resultat und das alles mit nur sechs Junioren. Die Frankfurter Zeitung aber schreibt die Leistung anerkennend — ,,Von denen (Frankfurter Vereine) besonders Bar-Kochba gute Junioren aufwies" Die' beiden dritten sind die 4X100 m Staffel B&C in der Besetzung Fredy Goldschmidt, Paul Ka£enstein, Paul Oppenheimer und Erwin Grünewald :die an diesem Tage stärker besetzt war als die A Staffel, halten wir doch Kreuznach Weilar, Offenbach und V. f. L. Fkftm. als Gegner und unterlagen wir Kreuznach und Offenbach in guter Zeit Weilar mit Paulus als Schlußmann und V. f. L. hinter uns lassend. Den andern Dritten holte sich Kurt im 800 m Lauf, womit er den Beweis erbrachte, daß er von 100 m —- 800 m in allem gute Leistungen vollbringen kann. Auch er halte eine Menge guter Gegner und wurde nach taktisch vorzüglichem Lauf erst in den legten 50 m geschlagen. Den Zweiten holten wir uns in der Schwedenstaffel (400, 300, 200, 100 m) in der Aufstellung Curt Goldschmidt, Paul Oppenheimer, Paul Ravenstein. Erwin Grünewald. Curt holte schon einen Vorsprung heraus und nur Offenbach blieb uns auf den Fersen, die anderen waren schon ca. 40 m zurückgefallen. Paul Oppenheimer lief zu aller Erstaunen ein vorzügliches 500 m Rennen und gab dem beinahe doppelt so langem Offenbacher nichts nach, im Gegenteil, er vergrößerte den Vorsprung noch. Paul Ka#enstein ließ aber dann den zähen Offenbacher vorbei. Grund? Die Strecke ist ihm ungewohnt und er wollte seine Kräften „einteilen", was er natürlich besser gelassen hätte, besonders da er nachher trol? Spurt in der Kurve nichts mehr holen konnte. Erwin änderte dann in hundert Meter an dem zweiten auch nichts mehr obwohl er seinem Gegner etwas näher kam. Die beiden ersten holte sich Erwin und Cosimo. Erwin im Sperrwerfen gegen 16 Teilnehmer für alle außer mir eine Überraschung und Cosimo im 1000 m Lauf, für ihn Irofc acht Konkurenten keine allzuanstrengende Sache. Das ist die Saison bis heute. Vor allem aber sie erwähnt daß unsere Brudervereine und besonders Berlin noch weit ehrenvoller abgeschnitten haben. Aber das kann auch bei uns noch kommen. Daß wir ein gern gesehener Gast auf Sportfesten sind, beweisen uns die zahlreichen Einladungen ja sogar lelegraphisch hat man uns kürzlich gebeten. Letten Endes aber haben wir seit dem Scheiden Julius Jakobis einen neuen ebenfalls vorzüglichen Trainer bekommen Herr HoIIer der seif ca. einem Monat das Training leitet und dessen Arbeit sich schon sehr bemerkbar macht. So nebenbei sei noch erwähnt, daß er es ganz besonders unseren Damen angetan hat, die ohne Ausnahme für ihn schwärmen. Drum liebe Turnschweslern und Turnbrüderl kommt alle, alle einmal hinaus zu uns auf die Riederwaldwiese und trainiert mit uns. Es wird Euch bestimmt gefallen. Wir brauchen jeden einzeln um zu sehen ob er nicht ein „Kanönchen ist, das im verborgenen blüht'1. Und wenn wir nächstes Frühjahr dann auf dem städt. Platz am Ostpark trainieren wo wir dann ganz unter uns sein können, dann wollen wir schon eine stattliche Anzahl Leichtathleten haben. Und nun Schalom Omisoc. üurnen Der Turnbefrieb der während der Sommerferien ruhte, wurde in allen Abteilungen in der ersten Augusiwoche wieder aufgenommen. Die Mädchen- und Damenabfeilungen unterstehen nach wie vor der bewährten Leitung des Herrn F. Reiiz. Die Knaben-, Herren- und Alfe-Herrenabfeilungen hat neuerdings Herr Turnlehrer L Möller übernommen, der den alten Mitgliedern von früher her noch in bester Erinnerung ist. tinem langgehegten Wunsche nachkommend wird Herr Möller auch in diesen Abfeilungen sein besonderes Augenmerk auf das gymnastische Turnen richten, und seine wohldurchdachten Uebungen zur Durcharbeitung des ganzen Körpers haben bereits ungeteilten Beifall gefunden. Auch unseren weniger befähigten Turnern wird durch diese Methode der Turnabend abwechslungs- und genussreich gestaltet. Die Herrenabfeilung hat vielversprechend begonnen. Der Besuch von 40—45 Turnern ist als normal zu bezeichnen, ts ist zu erwarten, dass die Gesichter in dieser Abteilung nicht allzuoft wechseln. Die Knabenabteilung ist zu schwach. 20—25 Jungens ist entschieden zu wenig für eine Stadt wie Frankfurt a. Main. Der Besuch muss mindestens die Zahl 60 erreichen, wie dies auch früher der Fall war, zumal wir für Sorgt für Inserate!