Hebraeische Bibliographie
- Journal
- Hebraeische Bibliographie
- Volume
- Band IX. 1869
- Issue
- No. 52 Juli-August
- Date
- 1869-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/2249537-7176880-7176922--1383-2250876- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
104 114, V, 94, 123), da wir hauptsächlich die Vermittlung der Ueber- Setzer und Bearbeiter des Mittelalters im Auge haben, also aach ganze Bücher. Hier tritt uns, so weit unsre Kenntniss reicht, zu־ erst der Fabelkreis entgegen, welcher Indien zum Vaterlande hat, von Benfey unter dem Titel Pantachatantra bearbeitet ist, als ״Ka* * lila we-Dlmna״ (Name der redenden Schakale) von den Arabern aus sich über Europa verbreitete. An diesem Buche haben sich die Juden wiederholt betheiligt. Hören wir zuerst, was Benfey (Einleitung S. 10—14) als das!Resultat vielfacher vorgegangener Untersuchungen betrachtet: ״Die für die Culturgeschichte wichtigste UeberSetzung aber ist eine hebräische geworden. Leider wissen wir von dem Uebersetzer weiter nichts als seinen Namen, und selbst dieser ist keineswegs ganz sicher. Wir verdanken ihn einer Mittheilung von Doni, weleher ihn in der Einleitung zu seiner mittelbar auf dieser Ueber־ Setzung ruhenden Bearbeitung1) auf bewahrt hat. Er nennt ihn um Joel gran Rabbi Giudeo *). Es wäre nun an und für sich kein Grund, an einer solchen Angabe zu zweifeln; allein auffallend ist zunächst, dass der sorgsame und kenntnisreiche Rossi nichts der Art in den reichen Schätzen, welche im zu Gebote standen, ge• funden haben muss. Er nimmt von dieser Angabe, die ihm gewiss nicht unbekannt war, gar keine Notiz, obgleich in Folge der interessanten Mittheilung über eine alte hebräische (!) Uebersetzung des £alilah und Dimnah (Chelilä e Dimhä, wie sie in der Quelle derselben genannt wird) durch Giacobbe, [S. 11] Sohn von Scearä, die er sowol in seinem Dizionario als in seinem Manuacripti *) giebt seine Aufmerksamkeit auf diese gewiss gezogen war und er einen hebräischen Schriftsteller Joel (GHoele, wie er ihn schreibt) in der That kennt, aber nur als Uebersetzer des Sendabar, nicht des Kaliläh und Dimnah.*) Diese letztere Angabe, dass Joel Ver• fasser dar Uebersetzung des Sendabar sei, findet auch ihre Wieder• holung in einem Manuscript von diesem im Britischen Museum. *) Es liegt dadurch die Vermuthung nahe, dass entweder Doni selbst oder seine Autorität durch Verwechselung den Uebersetzer des Sendabar zum Uebersetzer des Kaliiah und Dimnah gemacht habe. *) Der Theil derselben, welcher in drei Bachern im allgemeinen den sechs ersten Kapiteln von Silvestre de Sacy’s Ausgabe des Kalil&h und Dinmah entspricht, fahrt den Titel; ,,La moral fiiosofia del Doni tratta dagli aatichi scrittori allo illustr. S. Don Ferrante Caracciolo dedicata.“ Die folgenden, mit Ausnahme des 17. Kapitels, welches bei Doni fehlt, sind bei demselben betitelt: ״Trattati divers! di Sendebar Indiano filosofo morale.“ Beide Abtheilnngen sind in Venedig (1552, 4} erschienen and liegen in dieser Ansgabe vor mir. *) So auch Wolf Bibi. hebr. III, 350, Nr. 301: ״R. Joel nescio quis cui versio bebmica libri fabalaris Indornm Kelila etDimna tribaitur,“ aber ohne Angabe einer Autorität * *) Dizionario Storico degli eutori ebrei (1802,1, 135) und Mss. Codd. bebraici Bibi L B. de Rossi (1803, Nr. 212, S. 137). 4) Seine Worte sind: ״Grioele ebreo d’iiicerta etä. Tradnsse dall' arabo in ebraico i Froverbj di Seadebär,“ Dizionario storico degli au toxi Ebrei, I, 136. *) JEllis, Specimens of early Eaglish romances (London 1811), III, 6, und Keller, Li Romans des Sept Sage», XX.