Hebraeische Bibliographie
- Journal
- Hebraeische Bibliographie
- Volume
- Band IX. 1869
- Issue
- No. 52 Juli-August
- Date
- 1869-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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m Neigungen Und BteiUrebungen eines Volkes als Gesetze* Vorschriften und kehren* für deren Verwirklichung wir keine Bürgschaft haben. Der Stoff, an welchemsich die Volkspoesie entwickelt, wäre von tmtergeordnete* Bedeutung, wenn: nicht durch das vergleichende Studium, welchcB die Wissenschaft unserer :Zeit kennzeichnet, sich die wichtige That- Sache herausgestellt hatte, dass ein sehr beträchtlicher Theü desselben, aäd mit ihm auch manche Idee und deren bildlfehe Einkleidung, in einem, geschichtlich nachweisbaren Zusammenhang von Volk zu Volk, von Li» teratür zu Literatur ubergegangen. In dieser grossen ״Traditioiistette4* bilden die Juden allerlei Mittelglieder, und es wird wohl angemessen sein, die bisher gewonnenen Resultate zu legistriren und wo möglich weiter zö fuhren. Vielleicht wird das Interesse eines Theils unserer Leser, erst durch die Bemerkung gewonnen, dass Stoff und Einkleidung der* mit aller Cultur , das Lichtgestim von Osten nach Westen begleitende# Volkspoesie auch in die besten Bittens chriften und Predigten, ja in die Bibelexegese eingedrungen. Die nachfolgenden Erörterungen sollen nicht streng gegliederte Ab» handlangen sein, sondern einzelne Literatargruppen mit Rücksicht auf hervorragende Schriften vorfuhren, und wir beginnen mit einer epöchemachenden* zugleich fast das ganze Gebiet umfassenden, der Einleitung Benfey18 zur deutschen Uebersetzung der Schakal-Fabeln (Leipzig 1894), aus weicher wir zunächst folgende Stelle entnehmen, welche die Bedentaug der Juden als Vermittler im Allgemeinen betreff ({ S, 29). ״Viele Hülfe dürfen wir uns auch von der jüdischen mittelalterlichen Literatur versprechen, die zu einem grossen Theii noch nicht veröffentficht ist. Denn die Juden waren damals die Hauptvermittler zwischen den :Arabern und den abendländischen Völkern xzhd hatten für diese Art Unterhaitangsliteratur das meiste Interesse, wie sich Schon dadurch zu erkennen giebi dass es. vier Juden sind, von denen es gewiss ist, dass sie den anverhältnissmässig grössten Theii der in Europa Verbreiteten orientalischen Fabeln, Märchen und Erzählungen Hier eingefuhrt haben, nämlich die' beiden jüdischen Uebersetzer, der des Kaüffah und Bimhah und der des Sindabad (Sandäbar), ferner Peter Alfons als Verfasser der Dieciplina Clericalü, and endlich Johann von Cäpua als Uebersetzer des zuerst erwähnten Buchs in’s Lateinische. Was die spanischen Juden insbesondere •in ^dieser Beziehung geleistet haben mögen, wird 810h, da be! ihrer Verfolgung in Spanien derartige Werke wohl grösstentheifs verloren gegangen sind, schwerlich mehr m seinem ganzen Umfange ermesssen lassen, aber es ist höchst wahrscheinlich, dass die orientalischen Stoffe,, welche uns insbesondere in der altfrauzd siechen Poesie, den Fabliavx tt. s. w. entgegentreten, durch ihre Vermittlung hierher gelangt Äiad.4* Wir schUessen hieran den ersten Literaturkreis, an welchem sich die Juden wiederholt betheiligten. , . v I. Fabel. _ Es ist änerö Absicht nibht, #uf ä&k Ursprung der Fabel und das etwaige Vaterland derselben cinzugehen (vgl. HB. II, 105, Hl,.