Hebraeische Bibliographie
- Journal
- Hebraeische Bibliographie
- Volume
- Band IX. 1869
- Issue
- No. 51 Mai-Juni
- Date
- 1869-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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OfBcieUen .Vertreter der Religion, die Sabbtnf i hervoigerufeu, eine Anzahl voft ^Gelehrten sträubte sieh gegen die Annahme eines Amtes» welches' äussere Rücksichten äuferiegte, bis eine neue Cie- ’ heration'die neue 'Wissenschaft such unter den Rabbinern einführte, und :man 'des Bedurfnisg fühlte, die Ausbildung der Cultusbeamten durch” Institute zü regeln. Das: Project einer jüdisch-theologischen Facultät an deutschen Universitäten in der Mitte dererwähnten Periode fand hach langem .Versuche einer allgemeinen Betheiligung nicht die;.Böthigeh Mittel, und es ist noch sehr fraglich, ob dentscbe -Universitäten damals den jüdischen Boeenten vollkommene Lehrfreiheit gestattet-hätten. Seit dem Jahre 1848 arbeitet Deutschland uh dein Postulat: ,,Die Wissenschaft und ihre Lehre ist frei“, welche» die kürzlibh hier tagende allgemeine deutsche Lehrerver- Sammlung: ähch anf die Volksschule angewendet. Inzwischen ist durch ein reichesLegat ein Rabbinersmmar entstanden‘, das in . Seinem ־ Lehrplan auch die. allgemeine Vorbildung aufgenommen, daher׳vorzugsweise für diejenigen sich .eignet, welche eine solche : nachzuholen haben, — in seine! Discipliu eine bestimmte religiöse Richtung, wenigstens äusseilieh, zu erhalten sucht.; Die jüngeren .Rabbiner-werden fbü -den präctischen Anforderungen, namentlich . der ,Predigt und dem Religionsunterricht, absorbirt; - die wenigen jüdischen Gelehrten, welche, in grossen Städten durch allerlei Nebenbeschäftigungen ihr Leben fristeten, sterben allmälig aus. Die meisten Rabbinatskandid'aten inDeutschland besuchen die tJniversität, die Mehrzahl kommt aus den Talmudschulen des Osten ohne regelmässige Gymnasialbildung, die Hörsäle'der semitischen Literatur würden ohne sie fast leer sein; auf ״orientalische Litoratur“ gründen Sie in der Regel ihren Anspruch auf Erlangung des — für unentbehrlich gehaltenen. — Doctortitels. Die Examinatoren -kommen in verschiedene Verlegenheiten. An den Vor1• ,trägen Über Talmud und Schulchan Aruch nach, altem Styl betheiligt sich der, seinen Lehrer über die: Achsel ansehende Jünger grossentheils wegen dev damit verbundenen Stipendien, oder wqgen des OrdinaÜonszeugnisses (Morenu, Sattara), welches jeder jüdische Gelehrte ertheilen kann;, - dessen Autorität die Gemeinden in ihrer freien Wahl respectiren. Im Grunde ist das Predigertalent das Haäptrequisit geworden, edles Uebrige Rebensache. Jüdische Geschichte and Literatur sind an den Universitäten fast nirgends ■Vertreten. Hier und, da versucht man alten Tälmudstiftungen eine zeitgeiuässe Richtung. zu geben. Die Forndongkeit der Zustände erjrdgt überall den Wünsch nach Organisation,, während anderseits - ernste־ Bedenken gegen die Gefährdung der ünVeräusserlichen Freiheit sich erheben.-. - Die Debatten über die. Begründung neuer Institute gehen zunächst von der Bildung der Rabbiner* und Religionslehr.er au3;. die Ansichten theilen1־. sich daher nach der religiösen Richtung.־ Die Wissenschaft desJndenthums wird hier lediglich in ihrem Verhält• niss *zum Cultus und der .Pädagogie ins Auge gefasst, Und dieser