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Hebraeische Bibliographie · 1869-05-01 · No. 51 Mai-Juni · p. [Seite]

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Journal
Hebraeische Bibliographie
Volume
Band IX. 1869
Issue
No. 51 Mai-Juni
Date
1869-05-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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practische Standpunkt Hat seine Berechtigung; ist;er -aber der einzig berechtigte? . •' .;»1;־ ־ ןWie steht es um die jüdische Geschichte- und Literatur afcl. Glied und Quelle der Geschichte .und Culturgeschichte überhaupt? Ist sie ein Theil der Theologie? Was *wirdaus »ihr, wenn .die: Universitäten, nach dem Vorgänge Hollands> die Theologie überhaupt als practische Wissenschaft den einzelnen Confessionen überlassen? * , . ■ . ־ ־ Man; könnte meinen, die Juden als Religionsgenossenschaft ' hätten keine besondere Veranlassung, sich uth die Wissenschaft zu־ kümmern, so weit sie über ihre, religiösen Bedürfnisse hinausgehlj, sei es, dass sie von Juden herrühre, durch Juden allein der Zu* kunft überliefert werden könne. Der Staat und seine Wissenschaft* liehen Organe haben die Aufgabe, wissenschaftliche Missionen in das Gebiet der jüdischen Werke aut ihren eigenen Bibliotheken •p» . veranlassen und zu fördern, wie יי־ nach den. Pyramiden, nach־ den Ruinen Pompejis und Ninive’s, sicherlich nicht deshalb weniger, weil der Geist, der jene Schriften, geschaffen, noch nicht ausgestorben ist, in Bürgern ihrer Staaten noch fortlebt undfortwirkt! Wenn die Juden dem Staate diese Verpflichtung abnehmen, 8ö sagt man, dann könnte das hur den. alten Irrthum verewigen, dass die jüdische*. Literatur ein Nebenstudium der Theologie sei. Jüdische Anstalten. Würden'auch ihre Wissenschaft nicht über den engCn Kreis hinaus^ tragen und-daher den Zweck verfehlen ,— ein Jirthum und ein Schaden, die freilich nicht beseitigt werden, wenn die Juden selber . sich auf ihre Theologie zu beschränken vermeinen,, und alles Uebriga , der Vergessenheit anheim gfeben; und Vergessenheit ist die unfehl־ bare Zukunft der kaum geborenen Wissenschaft, wCnn sie nicht . bald durch kräftige Nahrung einem gedeihlichen Wachsthum zage• führt wird.. * . ־ , Aber ist denn nicht auch die Ausbildung des jüdischen Religionslehrers eine Sache des Rechtsstaates; so langeer für dieAus- ... bildung.des christlichen sorgt? Also Seminare upd etwa gar CpPaistorien von Staats Wegen? ' Diess sind Fragen und Bedenken, welche die-Zustände und * Bestrebungen in Deutschland hervorrufen; יל־ wenn־ wir dieselben einseitig oder falsch aufgefasst, so werden wir der Bericht!* gütig und Ergänzung gerne Raum geben. —יי Man ruft uns aber noch von Osten her zu: Deutschland ist nicht mehr der Vertreter des wahren Judenthums, wie einst Alexandria, 1-י sollen Wir hinzusetzen, wie einst Cordova, Kairöwan und Kahira? lind wenn *dem so wäre: sind die deutschen Juden auch nicht die Vertreter' der ״jüdischen Wissenschaft? Sipd die nächsten Wünsche . für die■ Wissenschaft nur auf Kosten des Judenthums zu befriedigen, oder Umgekehrt? ״Richtige Frageist־ halbe Antwort“ sagt cm" 'alter * Spruch. Wenn unsre Fragen als richtig befunden Wörden i so werden wir auch; zu antworten, versuchen: ” . ־,

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