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Hebraeische Bibliographie · 1865-05-01 · No. 45 Mai-Juni · p. [Seite]

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Journal
Hebraeische Bibliographie
Volume
Band VIII. 1865
Issue
No. 45 Mai-Juni
Date
1865-05-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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67 Kaiserin Maria Theresia herrschte, machtedie Druckereien fast unmöglich. Im Jahre 1782 befanden sich in ganz Böhmen bloss acht Druckereien überhaupt, die in feinem sehr schlechten Zustande waren. Einem Berichte der Hof kanzlei entnehmen wir folgende Stelle: ״ .. Die traurigen Folgen sind, dass Aberglaube, Unwissenheit und Barbarei immer mehr und:, mehr gegründet und fortgepflanzt werden, ... allfe diese Druckereien pflegen nichts Weiteres als nur ein oder das andere mit allen Ungereimtheiten und Andächteleien angefüllte Gebetbuch oder ein.Lied und Gebet nachzudrucken, um nur leben zu können. Was die Sitten und überhaupt die ganze Moralität, nicht nur unter dem Landvolke sondern untfer der Geistlichkeit selbst — die oft weniger klug und eben so unwissend als das Landvolk ist — dabei verliert, lässt sich leicht daraus schliessen, dä nämlich mit Aberglaube, Unwissenheit und Dummheit auch Bosheit, Halsstarrigkeit, Unthätigkeit und Müssiggang gemeiniglich vergesellschaftet zu sein pflegen.“ — Es waren zu jener Zeit in Prag 5 Buchhandlungen (unter welchen kein jüdischer Buchhändler war), die bedeutendste darunter war die Geräsche. Zur Zeit der Jahrmärkte kamen die Buchhändler Walter aus Dresden, Löchner aus Nürnberg und Schmidt aus Karlsruhe und boten ihre Artikel feil. Auf dem Lande in Böhmen gab es gar keine Buchhandlung, die Buchbinder hatten Gebetbücher, Lieder etc. zu verkaufen. In Prag selbst gab es kein einzige Antiquarbuchhandlung. — Der Verfall der jüdischen Buchdruckereien konnte jedoch dem Staate nicht gleichgiltig sein. Die Juden bezogen ihre Bücher aus dem Auslande, und zwar aus Fürth, Frankfurt a. 0., Sulzbach, Metz, Amsterdam, Königsberg, Berlin, Basel, Haag, Venedig,, Livorno u. s. w. Das Geld wanderte daher in’s Ausland. Nach einer beiläufigen Berechnung kauften die Juden damals jährlieh: Talmudfe für 40000 Fl., Anfangsgründe für 56000 Fl., Religionsbücher für 60000 Fl., Andachtsbücher für 70000 Fl., Bibeln für 40000 Fl., Exegetische Werke für 18000 Fl., Chaldäische Wferke für * 6000 Fl., zusammen für 290000 Fl. Dfer damalige Censor in Prag, Pater Tier sch 4), schlug deshalb vor, die jüdischen Aeltesten in Prag sollten für die Erweiterung der Drukkereien sorgen, dfen Buchdruckern aus der Gemfeindekasse einen Vorschuss geben und darauf sehen, dass jene Bücher gedruckt werden, die am meisten Absatz finden, nämlich der Pentateuch und das Machsor (Korban Minchar Siddurim). Der jValmud und die Arba lurim waren bereits gedruckt und in genügender Anzahl vorhanden. 4) [Leopold Tirsch (kaiserl. Beamter) Censor im Auftrag des Erzbischofs, erscheint z.B. in 05* השעשוע aus Abuderahim 1784 habe ich Leop. Hirsch (?), Revisor, Translator in Hebr. notirt. Sein Nachfolger war wohl Carl Fischer (schon 1793 in ןכךןן יץסף), der in sehr hohem Alter um 1843-4 starb, und seine Erlaubniss mit einer Empfehlung auszustätten pflegte. Der Abdruck der Censurerlaubniss hörte, wie der Vf. mittheilt, erst 1848 auf. St.] *

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