Hebraeische Bibliographie
- Journal
- Hebraeische Bibliographie
- Volume
- Band VIII. 1865
- Issue
- No. 45 Mai-Juni
- Date
- 1865-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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6« Die Hofkanzlei wollte, dass die Aeltesten Prags taugliche Drückereien berstellen oder die schon bestehenden an sich bringen und sie schwungvoll betreiben. Sie befürwortete ferner die Einfuhr von Büchern aus dem Auslände zu verhindern. Um diese Zeit erbot sich Nachm an Dessauer, eine grosse orientar lische Buchdruckerei zu errichten und wollte dadurch dem obigem Uebel- Stande Vorbeugen und verhüten, dass verwerfliche Bücher, die nicht der Aufklärung dienen, eingeführt werden. Dafür wünschte er: 1. dass die Einführung ausländischer Bücher verboten werde — 2. dass ihm ein ausschliessliches Privilegium zum Verkaufe der Bibeln und Andachtsbücher (ספרי חמ״ס) ertheilt werde. Die andern Gattungen hebräischer Bücher könnten auch die übrigen inländischen Buchdruckereien verlegen lassen. —r- 3. Ein geschickter jüdischer ״Mensch‘‘ soll mitEiüwilligung sämmtlicher österreichischer!Rabbiner unter Aufeicht der Studienhofe Commission die Censur Versehen. Die Stüdien-Oommission rieth davon ab, dieses Gesuch zu bewilligen. Der Bittsteller wolle alle nur möglichen Arten von hebr. Büchern, unter welchen er die Bibel, den Kanon des Glaubens, den Talmud, der bei den Juden beinahe in gleichem Ansehen mit der Bibel stehe, und die Gebetbücher, die einen Theil der vorgCschriebenen Liturgie ausmachen, nennen, herausgeben und der Aufklärung gemäss bearbeiten. Ohne in die Untersuchung einzugehen, welche Beweise diese Aufklarer von der Fähigkeit zu der Sendung, der sie sich anmassen, gegeben haben, scheint es mit der den Juden durch öffentliche Verordnungen zugesagten Duldung nicht übereinzukommen, wenn ihnen von Aufklärern bearbeitete symbolische und liturgische Bücher aufgedrungen werden. ״ Kaiser Josef II. suchte in einer andern Weise dem national-ökonomischen Kachtheilfe, der durch die Einfuhr fremder Bücher entstanden war, Torzubeugen. Es erschienen im Jahre 1785 für Galizien und im Jahre 1789 für Böhmen Patente, nach welchen Druckereien, die wertlivolle hebräische Werke verlegen, für dieselben ein Privilegium auf 10 Jahre erhalten sollen. In Folge dieses Patentes entstanden zwei Druckereien in Dembeig, deren Besitzer waren: Herz Rosanes5), Lemberger Rabbiner nebst dessen Frau Judes [Judith]!, ferner Salomon [Jares] Rapoport in Verbindung mit Tscharne, Wittwe Wolf (Letteris)' Druckers, und Aron Chajjim Madfis. 5) Diese Buchdruckerei ging 1804 auf seinen Stiefsohn Hersch Grossmann über. [Zebi Hirsch Rosanes b. Isachar Dob Baerusch verf. Ohidduschim, welche zusammen mit denen seines Vaters u. d. T. תשע שיטות >m J* 1800 in der Druckerei 4Jer Judit erschienen (Catal. p. 2768). Den Namen der letzteren tragen noch die ךצןי משך־ן& des Maimonide8 mit dem Jahre י*1804מ aber mit einer Appröb. v. J. 1835, Calal. p. 1926. — Lemberger Drucke aus dem XVT. Jahrh. (Jost, Gesch. VIII, 191) exis- ״ tiren nicht. Sti]