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Hebraeische Bibliographie · 1864-11-01 · No. 42 November-December · p. [Seite 132]

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Journal
Hebraeische Bibliographie
Volume
Band VII. 1864
Issue
No. 42 November-December
Date
1864-11-01
Page
[Seite 132] (sequence 8)
Language
German
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128 [687 WEYL, JON. Les detenus Israelites des maisons centrales. 8. Stra88hurg 1864. [A. Z. d. J. S. 627.] 1687] III. Allfemeftne Uteratur. AVE-LALLEMANT, FR. CHR. BEN. Das deutsche Gaunerthum in seiner social-politischen, literarischen und linguistischen Ausbildung zu seinem heutigen Bestände. 4 Th. 8. Leipzigל Brockhaus 1858, 1862. [688] [Gauner (Zigeuner) und Juden sind in der deutschen Gesetzgebung und Polizei lange Zeit correlate Begriffe gewesen; kein Wunder, wenn eine schon an sich sehr 1weit ausgreifende Behandlung des Gaunerthums auch Juden und Jüdisch-Deutsch berücksichtigt. Eine richtige Auffassung dieses Verhältnisses ist freilich aus Criminalacten und polizeilichen Recherchen allein nicht zu erreichen; doch muss jede griradliehe Behandlung dieses culturbistorischen Thema’s selbst aus einseitigen Quellen eine sachgemässe Anschauung anbahnen. Für eine erschöpfende Besprechung des vorliegenden Werkes reicht der in diesen Blättern gegönnte Raum nicht aus; ich v^pllte desshalb ursprünglich so lange warten, bis die im Serapeum (vgl. oben N. 499) begonnene Abhandlung so weit gediehen sei, um auf die Resultate derselben verweisen zu können; allein der Umfang derselben wächst so an, dass ich die hier angemessene Besprechung einiger Hauptpunkte nicht länger aufschieben mag. Das Werk zerfällt in eine sachliche und sprachliche Abtheilung, letzterer sind Bd. III, IV, (zusammen beinahe 1200 S.) gewidmet, und ziemlich die Hälfte derselben dem Jüdisch-Deutsch; nemlich Wesen, Stoff und Benennung (HI, 41-54), Grammatik, und zwar Begriff (S. 198), allgemeine Literatur (207), grammatische Literatur (211), Anweisungen zur Currentschrift (240), Buchstabenlehre (255), Formenlehre (353), syntaktische Bemerkungen (400), jüdische Zeitrechnung (427) Proben aus der jüd.-deutschen Literatur (435536־) aus 24 Stücken mit deutscher Uebersetzung bestehend; jüdisch-Deutsches Wörterbuch nebst Register (IV, 319512־). Die ersten 2 Bde. (vgl. HB. II, S. 52 N. 622) habe ich nicht zu Ende gelesen, sie enthalten eine geschichtliche Darstellung des Gaunerwesens, dessen Literatur (Bd. I, •S. 117 ff.) auch einige Schriften zählt, in welchen die betreffenden Individuen oder Banden mit mehr oder weniger Recht als Juden bezeichnet sind,l) nemlich die Bekehrung des Juden Jonas Meyer (222, vgl. 230 unten Manasse Isac), Actenmässige Designation derer von einer diebischen Judenbande u. s. w. (231), Entdeckter jüd. Baidobber (232), Beschreibung des berühmten jüd. Diebs (236, vgl. Actenm. Verlauf u. s: w. S. 234, wo 4 Juden u. S. 249 Todesurtheil gegen 3 Juden, 253 der niederl. Räuber Seves Josef oder Curt Levi . . .), Notizen über die berüchtigten Jüd. Gauner u. s. w. (256), Vollständige Nachrichten über e. poliz. Untersuch, gegen jüd. . . Gaunerbanden (259), und endlich Thiele's jüd. Gaunerthum, gegen dessen Annahmen der Vf. sehr häufig scharf polemisirt. An Beziehungen zu Juden fehlt es überhaupt nicht. *) — Indem ich dazu übergehe, die wichtigsten Anschauungen des Vf. zu beleuchten, muss ich vorausschicken, dass seine sehr lebhafte, breite, mitunter geschraubte Darstellungsweise, bei allen Wiederholungen, die Auffassung des zu Grunde liegenden Gedankens nicht selten erschwert, mitunter auch nur dessen Unklarheit verdeckt. Da aber zu vielen und längeren Citaten mir der Raum fehlt, so kann ich meist nur den allgemeinen *) Ob nicht mancher Gauner absichtlich einen jüdischen Namen angenommen, oder bei der Verurtheilung sich für einen Juden ausgegeben, nm die Sympathie der Juden zu erwirken, verdiente untersucht zu werden. Demselben Grunde ist es wohl zuzuschreiben, wenn der Christ Hessel einen Rabbiner verlangte, um als׳ Jude zu ] sterben (II, 31). ' *) So z. B. I, 53, 61 (die Lehre vom jüdischen(!) Satan, vgl. II, 20, 22 deutscher Aberglaube [IV, 3] und ein dem Teufel verfallener Jude) 64, 65, 95, 99, 101 (gegen Juden verübte Räuberthaten), 111; II, 4, 7, 31 f., 69 (die Führung mehrer Namen soll ״bekanntlich“ von der Namensänderung Abraham’s ü. Sara’s herrühren!), u. sonst*.

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