Hebraeische Bibliographie
- Journal
- Hebraeische Bibliographie
- Volume
- Band VII. 1864
- Issue
- No. 41 September-October
- Date
- 1864-09-01
- Page
- [Seite 109] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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105 In gleicher Weise werden jüdische Quellen nach dem Masstab der Hypothese, man mochte sägen, nach sympathetischen Normen verwendet (in beiden Sinnen des Wortes), Die Theorie der Bibelfälschung ist bekanntlich keine neue Entdeckung; die Juden haben schon die Samaritaner derselben geziehen. Eine Fälschung ist und bleibt jede bewusste und zu bestimmten Zwecken dienende Aenderung eines fremden Textes; eine Beschönigung durch die gute Absicht oder eine Unterscheidung in der Anschauungsweise mag von der Sittencasuistik verschiedentlich beurtheilt werden; dieses Urtheil darf natürlich den unbefangenen Forscher nach Wahrheit nicht in seiner geschichtlichen Auffassung irre machen• Diejenigen, welche die Juden der Fälschung beschuldigten, mussten für die angebliche Fälschung etwas Richtigeres vorzubringen haben: die alte Polemik war eine praktische, und auch bei Geiger ist die Anwendung auf die Gegenwart keine unbedeutende Nebensache; er überträgt dieses tendentiöse Bewusstsein auf die alte Zeit, und kommt häufig zu dem Resultate ab־ sichtlicher Textänderungen, wo nicht bloss vom dogmatischen Standpunkte Einspruch zu erheben ist. Ich zweifle aber keinen Augenblick, dass Geiger selbst sich verwahren wird gegen die Consequenzen, welche hier aus seiner Theorie der ״inneren geschichtlichen Entwicklung“ (S. 170) gezogen werden, indem sich zu derselben der kühne Positivismus gesellt, mit welchem Ewald, Hitzig und Andre ihre Hypothesen als Geschichte ausbieten, wie z. B. (S. 90) auf das Königreich Massa weiter gebaut wird.!Salbst wenn die alten Textfälschungen erwiesen wären, so würden wir doch die neuen, aus ״innerer Geschichte“ gemachten Texte um so strenger prüfen müssen, als diese vorgebliche Geschichte zum grossen Theil wieder erst aus ihnen gemacht ist; das ganze Gebäude des vorliegenden Buches ruht auf solchen gegenseitig sich stutzenden Bogensteinen: wird einer gelockert, so stürzt der ganze Bau. Mit Bedauern müssen wir es aussprechen, dass die Lehre von der Gefährlichkeit solcher Bauten der beste Nutzen ist, den man aus dem Buche ziehen kann. — Es liegt in der Natur solcher Substitutionen, bei den zum Zwecke passenden Mitteln minder streng zu sein. So kommen selbst die mechanischen Uebersetzer zu höherer Geltäng (S. 62) und Jes. 21, 11 muss sich die ״nicht ungewöhnliche (!) Construction“ gefallen lassen: י אלי קרא הנודרים משעיר w0 ^ie doch הנודדים irrthümiich für a'ccj/*af«Vgehalten haben! — ähnliche Textconjecturen sind z.B. S.82 אלון מצבה u. S. 84 וילכו למברא גדר״בעל למורה ח4יא ♦ Trotz aller Emendationen wird doch im Meer und in Jerusalem. Menachejn Borges (96 דרכי ציןןb.) bezeichnet 2 Löcher im Felsen unweit des Gottesackers zu Jerus. als die betreffende Stelle. Vgl. auch die Erzählung (עובדא הוא בחד יהוראה) aus einer bds. מדרש קהלת bei Lomano שחי ידוה Bl. 50» und daher bei Buxtorf fil.j Exercitt, p. 263. Der Eingang ist eng (Hiob 36,16, Menächot 99a, in Jalkut § 920 fehlt die Quelle u. שעשנה צבור בחובה), entgegensetzt der bekannten Stelle Matth. 7, 13 (Luc. 13, 24). Mose de Leon will gefunden haben (ואמרן), dass *n der Nähe der Höhle Machpela der Eingang zum Paradiese sei (10 החכמהB3 ®^aP2 ״> Bl. C 4 verso). Nach Richardson (Gr. Bibi. 1788 I S. 267) glauben die Araber, dass zu Beluka in Bahrein der Höllenmund sei. Derselbe (S. 290) bezeichnet Berhut als eine Mauer (?) welche die Gottlosen und Ungläubigen einschliesst, sie wird nach Hadhramaut versetzt. Hingegen wird im Erg. Bl. zur A. L. Z. 1843 S. 333 bemerkt: ״Die Alten hatten von dem Brunnen Barkot gehört, wo die zur Hölle bestimmten Seelen in einer mephitischen Athmo- Sphäre das jüngste Gericht erwarten; denn der Stygis aqitae fons des Ptolemäus entspricht auch in Ansehung seiner Lage dem Brunnen, von welchem Fresnel Kunde erhielt. Da nun der Styx an Minos und Rhadamantus erinnerte, so lässt Plinins die JBinaei und Rhadamaei, Volk in Jemen, von jenen abstammen u. s. w. (Journ. As. 1840). Analoge Legenden finden sich übrigens auch in Europa, z.B. die von der Höhle des S. Patricias auf einer irischen Insel (s. Rhetz in Blatt, f. lit. Unterh. 1843;N. 170). — Ueber den Engel Duma s. zur pseudepigr. Lit. S. 36, namentlich Tänchuma {Jelamdenu) Abschn. כי תשא, Bl. 119 b ed. Fr. a. O. zz Pesikta Rabbati Kap. 23, im Zusammenhang mit צלסןת•