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Hebraeische Bibliographie · 1864-09-01 · No. 41 September-October · p. [Seite 105]

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Journal
Hebraeische Bibliographie
Volume
Band VII. 1864
Issue
No. 41 September-October
Date
1864-09-01
Page
[Seite 105] (sequence 5)
Language
German
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101 Abschreiber, je nach ihrem Bedürfniss, sich diese Wortzeichen machten; daher ist auch keine Spur von Organismus, vo.n plangemässer Ueb er ein Stimmung darin; man nahm sich dabei wohl die Massorä zum Vorbild, jedenfalls ist das Begleitungswörtchen 0י3ןן ihr entlehnt, aber man copirte sie mit wenig Geschicklichkeit. Die kritische erfindungsreiche, oft geistvolle und witzige Construction der massoretischen סימנים der talmudischen vergleichen, hiesse die grossen Kritiker der Massora verleumden. Wahrscheinlich setzte der Abschreiber ursprünglich das jetzt den Text unterbrechende Verzeichniss an den Band; bestand es namentlich aus ganzen Wörtern, nicht aus zusammengesetzten Abbreviaturen, so konnte in den meisten Fälleu jedes Wort, vom vorhergehenden getrennt, dem ihm entsprechenden Worte im Texte zur Seite stehen, wie bekanntlich die Inhalts ־ Angabe bei vielen umfangreichen grossen Druckwerken bis auf die neueste Zeit. So z. B. beim ersten סיסן Berachot 82 ... מעשים ,צדקה mochte am Bande der ersten Zeile מעשים un<^ 6 Zeilen weiter צדקה stehen etc. Später hat man, theils aus Sparsamkeit, theils weil Kabbalisten glaubten, oder vorgaben, dass die S. tiefe Geheimnisse bergen, die einzelnen Wörter gesammelt, in den Text getragen, und sie selbst oft zu Geheimnissen, wenigstens zu Bäthseln gemacht. Aus obiger Auffassung fliessen manche Ergebnisse: Diese Denkwörter sind ursprunglich Band-Indices, sie gingen nicht ans gelehrtem Plane, sondern aus dem Verhältnisse der HSS. und persönlichen Eigenschaften der Abschreiber hervor, uiid daher sucht man in ihrer jetzigen. Zusammenstellung vergebens einen Zusammenhang oder gar Kritik und Geist wie bei der Massora, man muss vielmehr oft froh sein, dem rohen Zusammenwurf einen erträglichen Sinn abzugewinnen. Daher erklärt sich auch, warum die HSS, in diesem Punkte so auffallend von einander ab weichen; warum in ganzen Tractaten nur volle Wörter, und in andern wieder blosse Buchstaben den Gegenstand oder den Autor vertreten, und endlich warum in letzterem Fälle die Buchstaben so sehr abwechseln. So z. B. wird der Name אי^י^ןך abwechselnd durch ן t%p u. 'ך wiedergegeben. Nur in einem Punkte stimmen diese Zeichen überein — in ihrer Geistlosigkeit. Aus den Simanim aber zu schliessen, dass der Talmud nicht medergeschrieben war, das thue, wer dazu Scharfsinn und Muth hat. Der Vf., zu dessen Arbeit wir nach obiger Abschweifung zurückkehren, ist zwar der Meinung, dass diese Zeichen Gedacbtnisszeichen sind, aber er geht doch nicht so weit, daraus eine Waffe gegen die Annahme schriftlicher Tradition zu machen. Das Werkchen ist ein grosses Werk, von Seiten des Vf. wie des Lesers, der sich mühevoll durcharbeiten muss: Umfassende Gelehrsamkeit, Belesenheit und Divihationsgahe stehen dem fleissigen Babbiner zur Seite und setzen ihn in den Stand, fast auf jeder Seite neue Erklärungen, überraschende Vergleichungen oder scharfsinnige Emendationen darzubieten; allein seine Nusskerne sind in harter Schale und die bittere grüne Hülle ist auch noch darüber. In der Darstellung ist weder Stufenfolge höch Buhepünkt, von Ueb er Schriften und Eintheilung des reichen Stoffes in Kapitel oder Paragraphen ist keine Bede, und die Vernachlässigung des Stils wird nur noch von der der Correctur überboten; rechnet man hierzu noch die Härte ganz fernliegenäer Abbreviaturen* *), so muss man sagen, dass die heilsame Belehrung welche der Leser hier empfängt, oft als unangenehme Medizin erscheint. Auch die Anfährungsweise ist so wenig präcise s), als hätte Herr Br. nur sich und die wenigen Gleichgelehrten als Leser vor Augen gehabt. Bis zu Seite 30 wälzt sich diese, gelehrte Wildheit fort, und hier erst kann der Leser Atliem holen. Dieser erstere, gewissermassen theoretische Theil verbreitet sich als Einleitung in das Gebiet der im Talmud verschiedendeutig vorkommenden Worte סימן und וסימנך; Letzteres wird meist im Munde des Nachman b. Jizchack gefunden״. Eigentlich nicht hierher gehörig ist der Bantf-Siman: Berachot 51, aus *) Z. B.: מה שב* רנ״ק בס' מנה״ן. Wieviel Babbiner in Ungarn kennen Nachman Krochmal und sein מורה נביכי ךןן£ן? *) z• b. ... בה״ג דףב, ohne Bezeichnung der Ausgabe und Columne. Die Venet. Ausgabe der Hai. Gedolot ist nicht gemeint.

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