Mannheim
Compact Memory

Hebraeische Bibliographie · 1864-09-01 · No. 41 September-October · p. [Seite 104]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Hebraeische Bibliographie
Volume
Band VII. 1864
Issue
No. 41 September-October
Date
1864-09-01
Page
[Seite 104] (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2249537-7176849-7176859--1057-2250558
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

10p über stets frei von solcher Verschweigungs-Sünde, aber im Allgemeinen leiden äeine Citate an ähnlichen Üngenauigkeiten. Ist der hebräische Titel geistreich, aber zw’ew dentig, so ist ״die Mnemonotechnik“ schwerfällig und unwahr. Talmudische Leser, welche an solche Wörter nicht gewöhnt sind, werden ,eine Gedächtniss-Anstrengung nöthig haben, um dieses Gedächtniss - Kunstwort zu behalten, das in der Ursprache nicht einmal *gebräuchlich ist, denn die Griechen begnügten sich mit der Form ״Mnemonik.“ An der Spitze eines so rein talmüdisch gehaltenen Buches überrascht das barbarische Wort; aber auch der Begrift selbst ist falsch angewendet: Eine Gedächtnisskunst hat die Aufstellung allgemeiner Mittel zum Gegenstände, welche die Befestigung oder Erleichterung des Erinnerns unterstützen, nicht aber einzelne Denk- Zeichen für einzelne Objecte. Solche aber sind die von Br. behandelten סימנים, welche so wenig zur Mnemonik gehören, wie die Abbreviaturen überhaupt; sowenig wie ein Knoten im Taschentuch ein Theil der Mnemonik ist. Der Talmud ergiebt anderswo Mittel und Regeln zur Förderung der Gedächtnisskraft, z. B. Horajot 13b, und Synhedrin 99, und Spätere haben sogar das חרךץ hinzüfügt1 * * * * * *); aber die סימנים haben damit gar nichts zu thun. Dass diese allein,"öder überhaupt, zu Gunsten des Gedächtnisses eingeführt worden, ist noch sehr streitig, wie wir gleich zeigen werden. Die in unsern Ausgaben des Talmud ausser dem Zusammenhänge mit dem Texte, ihn unterbrechend, eingeschalteten, durch Klammer oder Doppelpunkte abgesonderten, mit Abkürzungszeichen versehenen s. g. 8 סימנים*ad .andeutende Verzeichnisse der im Texte folgenden Namen vou Autoren oder Aussprüche, welche wegen Aehnlichr keit des Inhaltes zusammengestellt sind. Der Wörtergruppe geht das Wörtchen סימן entweder voraus, oder es folgt ihr. Ersteres ist in der Ordnung נשים letzteres in 5 Tractaten von מו;$ך der Fall. In der Mischna fehlen sie (mit der einzigen Ausnahme Menachot 107b,) gänzlich, und ebenso in der Gemara in den acht Tractaten: 1 Beza, 2 Chagiga, 3 Rosch Haschana, 4 Sukka, 5 Arachin, 6 Temura," 7 Me-ila, 8 Tamid, ausser Schekalim, wo die Gemara die jerusalemische, und diese hat nirgends Simanim. Bei Nummer 1 u. 4 hat deren der grosse Münchener Codex (95) jgdoch, wie dieser Codex überhaupt in Zahl und Form derselben von unsern Ausgaben abweicht. Im Tr. Berachot z. B. hat er 20, welche bei uns fehlen. In den Halachot Gedolot kommen gleichfalls mehre vor, welche im Talmud fehlen. Unsre aus der Justiniani geflossenen Ausgaben haben im Ganzen 156 Stellen, die Ed. Bömberg hat einige mehr. Jacob b. Chabib, im En Jacob, kennt die Simanim, aber benutzt sie selten, wie z. B. Pesachim 119. Fragt man: Wann, von wem, und zu welchem Zwecke sind diese 1*001$ memoriales in den Talmudtext gekommen? So ist zu erwidern, dass sie Schwerlich vor dem VII. Jahrhunderte eingeführt sind,, dass sie nicht Einen Urheber sondern viele haben, und dass ihr Zweck nicht sowohl das Gedächtniss zu unterstützen, als vielmehr Ordnung und Correctheit für den Abschreiber zu bewirken, so wie zugleich durch die Abgrenzung zwischen einem S. und dem andern, ein Pensum für Leser und eine Abtheilung für den citirenden Gelehrten zu schaffen. Schon Scherira citirt nach einem S. und ebenso Natan b. Jecbiel. Es ist wahrscheinlich, dass sehr viele l) [Seit Reventlow’s Auftreten ist der Ausdruck ״Mnemotechnik“ (so) für die Kunst das Gedächtniss zu unterstützen vulgär geworden $ in diese Kunst gehört freilich die Lehre von allen ״Zeichen“, insofern dieselben s. g. ״Hilfen“ des Gedächtnisses sind. Vgl. meine Abhandl.: ״Ueber die Mnemotechnik des R. Jehuda Aije di Modena“ in Oesterr. Blätter f- Lit. u. Kunst 1845 S. 708 unter Kap. 3, Prof. Duran’s Regel 5. — Das. S. 710 habe ich schon in dem Sprüchwort . . . חוור חןןך das corrumpirte בלדיוד durch ףןף arab• Anacardia erklärt; vgl; Abravanel zu Abot (nach Stern bei Dukes, z. rabb. Blumen!, s. 91, בלאדור נגד השכחה $(113 * י11 אוצר נחמד bei As. de Rossi Kap. 59 Bl. 291 ed. Wien; Mesüe, Antidotar. § 51 (HS. Bislichis 1); Cildemeister, Scriptores p. 220; daher ספרים טובות מבלאךןף bei Sam. Böhm zu יוחסין• Auf ס4 הקנח verweist man in המ^יך ® S. 38• St.]

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.