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Hebraeische Bibliographie · 1863-09-01 · No. 35 September-October · p. [Seite]

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Journal
Hebraeische Bibliographie
Volume
Band VI. 1863
Issue
No. 35 September-October
Date
1863-09-01
Page
[Seite] (sequence 24)
Language
German
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120 Avi-Lallemant, dessen sonderbare und zum Theil confuse Anschauungen vom Judendeutsch ich nächstens ausführlicher besprechen werde, handelt 2 Seiten lang über ע (Deutsch. Gaunerlh. 111, 296-7), ohne dass man daraus klug würde. Nach Geiger (D. M. Ztschr. XVII, 421) entstand es erst unter den deutschen Juden in den letzten Jahrhunderten ,,aus dem Grunde, weil die Lesemutter Jod, die auch dem Zere als E-Laut dient und daher auch dem Theile der Juden, welche nach der sog. portugies. Aussprache die Vocale aussprechen, auch für den E-Laut in ihrer Muttersprache brauchbar war, den deutschen Juden, die das Zere diphtongartig aussprechen, kein E darstellte, so dass sie dahin gedrängt wurden, für dessen Bezeichnung einen andern Vocalbuchstaben aufzunehmen,“ ebenso musste das Mandäische zu ע greifen, weil es im Syrischen keinen Vocalbuchstaben dafür fand. — So weit mir bekannt, ist die Aussprache ei des Zere nicht eine deutsche, sondern eine ״polnische,“ wenigstens slavisch-nordostdeutsche, und es ist noch sehr fraglich, ob sie älter ist als der Gebrauch des ע, selbst wenn man diesen erst zu Ende des XIV. Jahrh. entstehen lässt. Die Analogie mit dem Mandäischen liegt vielmehr in dem Umstande, dass dort, wie bei den deutschen Juden (den Galiläern, Samaritanern) das ע wie א vollständig lautlos geworden war — während die portug. Juden es bekanntlich als nasal aussprechen — und. daher in die Reihe der Vocalbuchstaben eintreten konnte. Ich vermuthe nach derselben Analogie, dass wie das ע im Mandäischen zunächst als Anlaut für א vicarirte, und zwar für i und *e, sogar u (was Geiger ganz übersieht) und nur ״zerstreut“ als Auslaut und Inlaut — und auch hier wieder für i und e — zum eigentlichen Vocalbuchstaben wird: so dürfte auch im Jüdisch-Deutschen das ע zunächst am Anfang einen Mittelklang von a und e (engl, a) anstatt א bezeichnet haben, wie oben in Eberhard, Einsisheim — vergl. umgekehrt ראמשפורג Cod. Münch. 407 Bl. 3Sb, ,מעגנץ מעץ ,מענץ für Mainz und das erwähnte רעדיש für Hradisch; — findet man doch in den Bemerkungen über Kriegsmaschinen in Cod. Münch. 235, in sonst ungewöhnlicher Weise עיי, wo sicherlich ע nicht Vertreter des e im Dyphth., sondern des vorschlagenden א, dessen Nothwendigkeit darauf beruht, dass der •folgende eigentliche Vocalbuohst. als solcher erkannt werde, und in Anschluss an das Hebr., welches keine Silbe mit dempuren Vocal beginnt. Darum findet es sich auch da vorzugsweise für a (frägen u. dgl.), betontes und langes e, wo noch kurzes durch Jod oder gar nicht bezeichnet wird. Zum blossen Dehnungszeichen hinter dem Vocal ist es erst im Hochdeutsch der neuesten Zeit herabgesunken, welches die deutsche Orthographie möglichst treu wiederzugeben strebte. Loosbucher (גורלות). Von I. St. Nachdem die christlichen Loosbucher des Mittelalters Ton Sotzmann, die muhammedanischen kürzlich von Flügel ausführlich behandelt worden, wird man auch im Stande sein, die verhältnissmässig sehr wenigen jüdischen, d. h. unter den Juden cursirenden, in culturu. literaturhistorischer Beziehung richtig zu beurtheilen. Indem ich eine solche kleine Abhandlung vorbereite,

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