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Hebraeische Bibliographie · 1862-05-01 · No. 27 Mai-Juni · p. [Seite]

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Journal
Hebraeische Bibliographie
Volume
Band V. 1862
Issue
No. 27 Mai-Juni
Date
1862-05-01
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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73 (S. II Bd. 28 S.30)1), welcher auch in der histor.. Uebersicht auf jene Verhältnisse Rücksicht nimmt. Den Einfluss der Censur auf die Liturgie hat Zunz (Ritus S. 147)2) in seiner prägnanten Weise geschildert — welche Ewald nur durch ״Christenhass“ zu motiviren wiess — und durch ״Censurproben“ (S. 222) belegt, gleichzeitig die vollständige Entsellung eines, auch für die Culturgeschichte der deutschen Juden im Mittelalter äusserst wichtigen Buches in der Abhandlung: ״Die Censur hebr. Bücher“ (Hebr. Bibi. 1858 S. 42) nachgewiesen. Notizen und Anekdoten sind hie und da verstreut, ich erwähne nur der Amsterdamer Mischna-Ansg. vom J. 1721, in welcher für עכו (Oholot 18,9) 7 נכריסjU lesen ist (Catal. p.287). Unsere Zeit hat über jede Censur den Stab gebrochen, ein liberales Pressgesetz, welches nur erwiesene Vergehen mit angemessenen Strafeu bedroht, ist als das einzig wirksame Mittel gegen jede Art von Uebergriffcn• erkannt. Freilich fügt sich die religiöse Conlroverse am schwersten in ein llaass, welches die Berechtigung Andersgläubiger ihr auferlegt, und die Kampfcr für Gottes Ehre gedenken nicht immer ihres Berufes als Verkünder des Gottes-Friedens. Wenn aber eine misshandelte Literatur, wie die hebräische, die Geschichte ihrer Leiden erzählt, so kann sie am wenigsten Hass und Vorurtheil heraufbeschwören wollen, in welchen sie die traurigen Quellen jener Leiden erkennt. — Ich habe bei der Uebersetzung der Abhandlung Mortara’s keinerlei Veranlassung gehabt, seine, möglichst objective Darstellung eines so deiicaten Thema’s, und den Artikel überhaupt, irgendwie zu modificiren.] Das ספר הזקוק ist eine Anleitung für die vom lnquisitions-Tribunal bestallten,, von den Juden bezahlten 3) Beamten, aus den hebräischen Büchern alle Ausdrücke, welche entweder direct oder indirect der christlichen Anschauung entgegensetzt sind, alle Bemerkungen über christliche Dogmen, ja die entferntesten Anspielungen darauf, kurz jede Redensart, welche die christlichen Ideen verletzen könnte, zu streichen, ja ganze Blätter u. Bogen zu diesem Zwecke zu tilgen, wenn die Streichung von Stellen dem Zwecke nicht genügen sollte. So barbarisch aber auch unsrer Zeit dieses Mittel, den von der herrsehenden abweichenden Doctrinen Schweigen aufzuerlegen, scheinen möchte, so kostete es doch den Israeliten des XVI. Jahrh. nicht wenige Kraftanstrengungen und Geldopfer, um durch jenes Mittel ihre religiösen Schriften vor der Zerstörung und dem Scheiterhaufen zu retten. Es scheint, als ob die Furcht vor den hebräischen Schriften neue Kraft gewonnen habe bei jeder Entwicklung reformatorischer Ideen im Schoosse % des Christenthums selbst. Die Bulle Martins V. (Id. Febr. 1428), welche den Juden das Studium der Bücher judaicarum scientidrum et facultatum gestattet, wenn sie nur veteris Testamenti ac propheiarum scripturis ad jidei catholicae contrario $ jiidaicos aut latinos 4) non legant, audiant seu 1) Einige Berichtigungen u. Ergänzungen dazu sollen hier au geeigneter Stelle angefügt werden. 2) Die Antwort an Vicenzo (S. 148) habe ich in Cod. Poe. 280 B. entdeckt. *) Das jährliche Gehalt belief sich mitunter auf 20 Scudi in Gold, wie aus einer Quittung des Scipione renatto (sic) über die Zeit v. 1. Juni 15891590־ im Archiv der Judengemeinde zu Mantua f. IIIN.23 hervorgeht, vgl. weiter unten. 4) [GraetZj Gesch. V, 78, (die Stelle ״Dissert. S. 35“ ist dieselbe V, 160) nimmt

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