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Hebraeische Bibliographie · 1862-03-01 · No. 26 März-April · p. [Seite]

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Journal
Hebraeische Bibliographie
Volume
Band V. 1862
Issue
No. 26 März-April
Date
1862-03-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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37 698] Das Bedenken ist im Grunde identisch mit 3., ״dass die Orgel entschieden das Signal zu Zwistigkeiten u. Zwiespältigkeiten in der Gemeinde bilden werde, . . . weil sie das Zeichen der Entfremdung und Verflachung des jüdischen Sinnes und Geistes.“ Die Berliner Gemeinde werde durch ihre Einführung ״sich dem Beigen der reformistischen und dem Boden des Judenthums entfremdenden Bestrebungen und Tendenzen anschliessen.“ Der geschichtliche Rückblick auf die angebl. ״überwundenen“ Cultusreformbestrebungen unseres Jahrhunderts eignet sich besser für einen Dichter und Prediger als einen Philosophen und Historiker ״vorgerückten Alters.“ Man vermisst wohl mitunter an dem verknöcherten Manne den idealen Enthusiasmus des Jünglings,^ aber selten spricht ein reifer Denker den Bestrebungen der Jugend mit ihrer Angemessenheit auch die sittlichen Motive ab, und tröstet sich mit dem Spruche der ״Umkehrenden“ (Sukka 53): ״Heil unserem Alter, dass es die Jugend sühnt.“ Glücklicherweise hat der Verf. dieselben Verdächtigungen ״des lebhaften u.^ dringenden Verlangens nach einer Umgestaltung des gottesdienstlichen Wesens (sic) von einer gewissen Seite her“ in seinen ״Bemerkungen“ (S. 8) längst energisch zurückgewiesen, u.. er kann wenigstens hierin mit den חסידים ואנשי מעשה ausrufen: ״Heil unsrer Jugend, dass sie unser Alter nicht beschämt.“ — Ueber die überall um sich greifende Nachahmung christlicher Cultusformen enthält das letzte der sieben GA. eine sehr beachtenswerthe Stelle: ״Die Predigt, in der Art und Weise, wie sie jetzt allgemein statlfindet, ist ein christliches Institut, da sie mit den frühem דרשות durchaus keine Äehnlichkeit hat, die CoDfirmation ist gewiss ein christliches Institut, da man in der Synagoge nichts Aehnliches kannte. Selbst orthodoxe Gemeinden und Rabbiner haben keinen Anstand genommen, diese christlichen Institute in ihren Synagogen einzuführen.“ Ja, die Confirmation berührt wesentliche Begriffe im Judenthum, die öffentliche Confirmation von Mädchen mit allerlei sich daran knüpfenden Umständen 8) verstösst unstreitig mehr gegen sittliche Anschauungen der Juden als bedeutende Modificationen der Agende.9) Die Geschichte dieser neuen Einrichtung ergiebt sicherlich, dass ihre Begründer u. ersten Förderer dieselben Männer waren, über welche hier unbarmherzig der Stab gebrochen wird 10), und ihr letzter Vorkämpfer war der Rabbiner der •) In dem Programm einer orthodoxen Religionsschule werden die Namen der ״eingesegneten“, Mädchen aufgeführt. Welche Glossen Hessen sich nicht darüber machen? Aber wir widerstehen dieser starken Versuchung, in den Ton des GA. zu verfallen. •) Ein Pendant dazu: Der junge, durch eine Beschneidungsfrage bekannte Rabb. E. in Böhmen giebt durch seinen katholischen Ornat zu einer officiellen Einschreitung Veranlassung; seine Entschuldigung besteht darin, dass der — Schneider zufällig auf diesen Zuschnitt gekommen sei. *•) ,, . . sie musste sich im Judenthura ebenso naturgemäss als geschichtliches Product der religiösen Reform ausbilden, gleich wie sie im Christenthum ein Erzeugniss der Reformation ist.“ Holdheim, Mos. Mendelssohn u. s. w. S. 57. — Die arabischen Predigtentwürfe eines in ,אלחלך־י (Hilla bei Bagdad), אלחטירה nnd אלמחמריה um 1210-29 lebenden Isak (vgl. Catal. p.2217) bezeichnen in ihren Ueberschriften ausser der Parascha mitunter eine Gelegenheit, wie Beschneidung u. dgl. Darf die Ueberschrift צבי וצביה שבאב auf die Reif« eines Knaben und eines Mädchens bezogen werden?

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