Mannheim
Compact Memory

Hebraeische Bibliographie · 1862-03-01 · No. 26 März-April · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Hebraeische Bibliographie
Volume
Band V. 1862
Issue
No. 26 März-April
Date
1862-03-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2249537-7176790-7176794--0658-2250170
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

34 [595 macht werden; aber die Lehrer unserer Zeit suchen irriger Weise diesen Mangel in dem übermässigen Streben nach ״höherer Wissenschaft,“ welche auf jüdischem Gebi'ete nicht gerade von Rabbinern ohne pädagogische Bildung wahrhaft gefördert wird. Zunz, Luzzatto, Munk, Dukes u. A. sind nie Rabbiner gewesen. Andere gelehrte Rabbiner verstehen von der Schule so viel, um die Leistungen derselben zu beurtheilen, jedenfalls mehr als die alten! Es mögen sich aber eifrige Lehrer aller Richtungen (vgl. HB. 1,59 N.149) davor hüten, von wissenschaftlichen Arbeiten mit einer Art von Missgunst zu sprechen, da auch das Judenthum die Schule nur als Mittel betrachtet, und eine gewisse Richtung sogar ihre ״höhere Wissenschaft“ in sicherlich unpädagogischer Weise zur Aufgabe der Schule machen möchte; auch wird das Maas der wissenschaftlichen Leistungen nicht selten von denen überschätzt, die ihnen ferner stehen. — Der Vf. hat seine Uebungen als Ergebniss 26jähriger Erfahrung ״in methodischer Ordnung u. Eintheilung folgen lassen“ (S. VII); er scheint seine ״Lesefibel“ (die ich nur aus S. 82 kenne) als Vorstufe zu betrachten \ wenn aber das vorliegende Buch in Landschulen vollständig, in-hoheren Bürgerschulen u. Gymnasien bis zu den oberen Klassen ausreichen soll (XI), so ist wohl auch eine noch folgende Abtbeilung miteinbegriffen?] KAMPHAUSEN, AD. H. H. Das Lied Moses Deut. 32, 1-43, erklärt. 8. Leipzig, F. A. Brockhaus 1862 (XII, 329, 1 S.; 2 Th.) [595] [Die ausführlichste Erklärung des schwierigen Liedes, welche vielleicht je er-! schienen, mit sorgfältiger Benutzung der verschiedenen Uebersetzungen und Comm. von den Kirchenvätern bis auf Bunsen und Bodenheimer.] (M. K.) KOREW, JAK. Haman der grosse Judenfresser. Humoristisch -satyrisches Purimspiel mit Gesang in 5 Akten. 8. Breslauי Schieiter 1862. (64 [596] KUNREUTHER, J. Recht und Gewalt in Kurhessen. 8. Leipz., 0. Wigand (5 Sgr.) _ [59TJ [Wie man im glücklichen Kurhessen gegen Juden verfährt.] (8. ÜT.) LEHMANN. Die Orgel in der Synagoge* Eine Zeilfrage, dargestellt u. besprochen. (Separat-Abdruck aus d. Zeitschr. ״der Israelit“.) 8. Mainz, Le-Roux [1862]. (20 S.) [598] [Wenn es wahr wäre, dass die Orgel ״die Hauptursache der Trennung in den Gemeinden“ ist (S. 3), dann müssten die Gegner sich namentlich auf Ztmz’s Ausspruch (G. V. 477) berufen: ״Alte Autoren empfehlen sogar einen gehörigen Gesang für den öffentlichen Gottesdienst, Eintracht ist indessen die wohllautendste Harmonie. Mögen daher Orgel und Chorgesänge immerhin wegbleiben, wenn sie allein in der Gemeinde ernstlichen Zwiespalt erregen.“ Allein es wird auch hier behauptet (S. 4): ״Bis vor circa 50 Jahren ist es Niemandem eingefallen, den Gottesdienst mit Musik, viel weniger mit einer Orgel begleiten zu wollen u. s. w.,“ dagegen heisst es freilich bei Zunz kurz vorher: ״Eine Prager Synagoge besitzt seit Jahrhunderten eine Orgel auf welcher jeden Freitag Abend der Sabbat intonirt wird J).“ Unser Verf. beruft sich für sein דע מה שתשיב לאפיקורס (S. 4) auf ״das Gefühl von der Unzulässigkeit der Orgel in der Synagoge“ bei einem Dichter, welcher ״dem traditionejlen Judenthum so ferne steht wie irgend Jemand“ (S. 14) u. unter seinen Motiven die von ihm besuchte Missionskirche auf dem Zion anführt, wie sie angeblich’ die ״altgewohnte Anschauung, die Phantasie der Juden schont.“ Das Judenthum eines, dem jüdischen Leben und der Synagoge vollständig entfremdeten Dichters ergeht sieb natürlich in ״Phantasien,“ welche eine fast entschwundene Vergangenheit verherrlichen, oder in ״Ahnungen“ einer messianischen Zukunft ohne Messias. Für die Gegenwart ist Orgel und Chorgesang und alle äussere Einrichtung der ״Tempel“ durchaus nicht mehr der wesentliche, vielweniger alleinigeGrund eines tiefen Zwiespaltes. Es führt uns dies auf die neueste Erscheinung äuf diesem Ge- *) Ueber das Alter dieser Orgel vgl. unten S. 41 A. 12.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.