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Hebraeische Bibliographie · 1861-11-01 · No. 24 November-December · p. [Seite]

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Journal
Hebraeische Bibliographie
Volume
Band IV. 1861
Issue
No. 24 November-December
Date
1861-11-01
Page
[Seite] (sequence 22)
Language
German
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150 Zank und .Zwistigkeit entstehe. ־ Der Oberstburggraf soll daher genaue Erkundigungen einholen. 1556, 9. Feb. Erzherzog Ferdinand schlägt Kaiser Karl V. vor, dass man den Juden, welche im Jahre 1552 6000 Thaler geborgt haben, die sie sich selbst ausgeliehen, und wofür sie die Interessen bezahlen, während 6 Jahre einen Nachlass der jährlichen Steuer pr. 1 000 Thaler. gestatte. 1557, Prag 26. Mai. Erzherzog Ferdinand schlägt dem Kaiser in einem Privatbriefe vor, die Juden aus Böhmen zu vertreiben, weil sie bezüglich der Münzen und Wechsel nicht nach Gebühr Vorgehen. Zugleich bemerkt er, dass es unnöthig sei, zu warten, bis der Landtag; versammelt ist. 1557, Prag 19. Oct. Erzh. Ferdinand schlägt vor, die Juden aus Prag zu vertreiben .und in deren Häusern Handwerker (Schneider, Wagner, Seiler etc•) wohnen zu lassen und aus der Sinagoge eine Kirche zu machen, ״Der fromme Sinn wird sie nusschmücken.“ 1557, Prag 16. November. Erzh. Ferdinand meldet, dass er mit mehreren Landöfßcieren sich berathen habe, ob wohl Käufer für die Judenhäuser zu finden wären, und diese bejaheten diese Frage. 1557, Prag Freitag nach St. Bartholomäus (29. Aug.). Ferdinand I., römischer Kaiser, gestattet den Juden in Böhmen zu wohnen, unter der Bedingung einer jährlichen Kündigungsfrist. 1562. Die Jesuiten in Prag verlangen für Speise uud Kleidung der Söhne des getauften Hebräers Caspar sammt ihrem Pädagogen jährlich 120 ־ Thaler. 1562, Februar« Im Aufträge des Kaisers werden den Jesuiten zu Prag für den Aufenthalt der Gebrüder Philipp und Jacob, Hebräer, 70 Guldeu rheinisch gegeben. ‘ 1566, Prag 4. July. Erzh. Ferdinand, berichtet dem Kaiser, dass er mit den Juden Verhandlungen wegen eines Anlehens gepflogen bat und diese bereit sind, während dreier Jahre monatlich Ein hundert Thaler zu geben; und da die Juden daselbst arm sind, so schlägt er vor, dass der Kaiser monatlich 150 Thaler während 3 Jahre verlange. 1567, Prag Freitag nach Ostern (Original böhmisch). Maximilian vidirt die Majestätsbriefe von Ferdinand und Wladislaw, dass die Juden der Krone Böhmens nicht vertrieben werden dürfen , und sollen die Stände (bei kaiserl. Ungnade) sie schützen 4). 1567, 28. Juli. Die Cammerräthe in; Böhmen schlagen י vor, da grosse Uneinigkeit unter den Juden herrscht, weil sie nicht wissen, wem sie zu gehorchen haben, so sollten sie wieder unter die Jurisdiction der Kammer gestellt werdend5) *) Während der Kaiser sich der Juden in Böhmen auniramt, wie es scheint, gegen den Willen “der Stände, lässt er sie aus Steyermark vertreiben und befiehlt, dass sie aus Maitesdorf in Ungarn weggejagt werden. *) Trotz der grössten Mühe ist es mir bisher nicht gelungen, auch nur im Entferntesten Gewissheit zu erlangen, in welcher Stellung die Juden waren. Aus der oben mitgetheilten Urkunde vom 26t Mai 1557 geht hervor, dass der Kaiser die Zustimmung des Landtags haben musste, wenn er die Juden vertreiben wollte; anderseits aber erkennt die böhmische Kammer wiederholentlich an, dass die Juden als gale(i zu betrachten sind, und in der angeführten Urkunde bewarben sie sich um die

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