Hebraeische Bibliographie
- Journal
- Hebraeische Bibliographie
- Volume
- Band IV. 1861
- Issue
- No. 21 Mai-Juni
- Date
- 1861-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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cs dem Gebiete der Bibel als ,,Einleitung“ und höhere Kritik bezeichnet .wird, und es ist gewiss nicht ohne Nutzen zu sehen, wie die Kritik ohne inneren dogmatischen Zwang und ohne äussere Rücksicht sich über .ein Religionsbuch ausspricht, für dessen Entstehung und Geschichte zwar mehr eigentlich historische Quellen vorhanden, (in der ״literar. Einleitung“ behandelt) sind, welches jedoch als ein Ausfluss des echten ״Prophetismus“ betrachtet wird, ״der bei den Israeliten so sehr hervortritt, vor Christi Geburt verschwand und erst nach langen Jahrhunderten plötzlich in Muhammed wieder auftrat (S. 2).“ Der Koran steht aber auch mit Juden und Judenthum in historischer Verbindung, und ist hier noch eine doppelte Aufgabe zu lösen, einerseits den Einfluss der letzteren auf denselben erschöpfend darzustellen, wozu Geiger vor 30 Jahren in seiner bekannten Preisschrift einen Anfang gemacht, dessen weitere Ausführung hier (S. 5) gewünscht wird *), anderseits aus dem Koran, seinen', freilich hier sehr unzuverlässigen Commentaren, — die z. B. jüdische Wörter nicht verstanden *) und den Text in tendentiöser Weise verdrehen (z. B. der jüd. Dieb S. 151, vergl. S. 125), — nebst andern Hilfsmitteln der arab. Literatur *) die Geschichte und Culturgesch. der Juden in Arabien zu ergänzen* * * 4)״ Der Vf. vindicirt dem Judentbum einen grösseren Einfluss auf den Islam als dem Christenthum *), aber durch mündliche Mittheilung, da es vor dem Koran schwerlich irgend ein arabisches Buch gegeben, eine einzige ganz kurze Stelle sei im Koran aus Psalm 37,29 wörtlich citirt (S.6). Dass die Juden von Jatrib, ״welche gewiss selbst herzlich wenig von ihren heiligen Büchern verstanden,“ dieselben dem Muhammed gegeben, wäre ganz gegen die abergläubische Aengstlichkeit u. s. w. (S. 7). Auch S. 124 wird den Juden geistige Ueber- י) Vgl. auch meine Abhandl.: Etwas über das Verhältnis der muhammed• Legende zur rabbinischen (im Magazin f. d. Lit. d. Auslandes 1845 S. 286; Jüd. Lit. (Jew. Lit.') § 5 A. 42 ü. § 15, Cassel, Art. Juden in Ersch, Bd. 27 S. 167 ff., Einzelnes in meinen Anmerkungen zu Maimonides9 1847 שני המאורות) מאמר הייחוד) u. Zeitscfhr. d. d. m. Gesellsch. VI, 538, zum Theil aus Anmerkungen zu Simon Duran’s קשרן ן^ן , wozu nunmehr auch eine Inhaltsübersicht der dem Salomo Ibn Aderet zugeschriebenen Abhandlung kommen soll. *) S. XXIII, vergl. über Tabut S.211, mein Handbuch S.X A.3, 4, vgl. Hagi Chalfa II, 458. Wir wundern uns nicht, wenn Graetz (V, 88) aus dem Umstande, dass solche Wörter (s. noch andre zu Maim. 1. c. S. 31, J. L. § 6 A. 11) im Koran ״ohne Erläuterung“ gebraucht werden, folgert, dass sie bereits vor Muhammed eingebürgert (1) waren. Aus solchen, vielfach erklärlichen, Folgerungen besteht ein grosser Theil dieser Geschichte. (Zur Bemerk, das. S.88 A. 1, vgl. J. I,. § 21 A. 10, Catal. d. Leydn. HS. p.66.) •) Dazu gehören auch die Gedichte arabischer Juden (S. 124), vgl. HB. 1859 S.22, Litbl. IV, 189, VII, 691, D0*y, Rechercbes, l.Ausg. I, 521, wo die ״primären Quellen“ von Graetz V, 102-6, Jew. Lit. p. 59; Schahrastani deutsch II, 10; vgl. auch Litbl. HI (1842) S.397, IV, 235. 4) Ist noch eine Spur des Ketab äl-Israilijjat von Wahb b. Monabbih (st. 732-3) vorhanden? s. H. Ch. V, 40 n.9826 (richtiger VII, 847); Herbelot Ketab III, 35 fasst es als Geschichte auf, vgl. IV, 593 Vaheb, d. m. Ztschr. XV, 64 A. 3; ist der Commentator in Flügel’s Index VH, 124411.9013 ein andrer? Hammer’s Liter.gesch. steht mir nicht zu Gebote. *) Handb. S. IXA. 2 (vgl. Graetz V, 112). מנחם (S.6) heisst auch der Messias in jüd. Quellen (siehe meine Zusammenstellung bei S. Sachs, 1847-50 היונה S.25, vgl. Hebr. Bibi. 1858 s. 111), vgl. auch בית המדרש iv, 124, wofür in אותיות המשיח (und אבקת רוכל) ß*Z: H«hemia. —•Meine Bemerkung über David אלרואי (HB. 1,111) hat sich in gewohnter Weise angeeignet Graetz VI, 459 (vgl. Abu Isa V, 488); ein ״Beweis“, dass Benjamin ,,unmöglich im Jahre 1160 die Reise angetreten,“ und das ganze Räsonnement (S. 457-60) von dem ״ruhigen Sitz des Pontificats“ (s. Asherll, 17) bis zur Anwesenheit Ibn Esra’s in Bagdad 1139 (vgl. S.453 nach HB. I, 92, H, 109, vgl. HI, 32) ist eine der gewöhnlichen Spiegelfechtereien, die das ungelehrte Publikum nicht controlliren kann (vgl. auch Utbl. HI, 398 A. 6).