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Hebraeische Bibliographie · 1861-05-01 · No. 21 Mai-Juni · p. [Seite]

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Journal
Hebraeische Bibliographie
Volume
Band IV. 1861
Issue
No. 21 Mai-Juni
Date
1861-05-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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62 [165 •ammtentwickelung, im Gegensätze zu den abfälligen Urtheilen eines Abraham ben Daud, eines Salomon b. Simon Duran u. A. neidlos an: so wurde auch die Stimmung der Karäer milder, und der Mittelpunkt ihres literarischen Eifers blieb nicht die steife einseitige Polemik gegen den Rabbinismus und dessen aggadische Ausschreitungen. Von einer tieferen inneren Entwickelung des Karaismus ist freilich noch kein lebendiges Zeugniss vorhanden, wenn auch Keime derselben nicht fehlen können, welche durch fortdauernde günstige Verhältnisse zur Reife gelangen müssen. Auch die vorliegende Schrift enthüllt uns keinen neuen Standpunkt. Der Vf., schon 1856, wo seine Schrift abgeschlossen war, ein 71 jähriger Greis, kämpft zwar gegen manche gangbare!Meinungen, aber im Ganzen mit den alten Waffen.־ Ohne der Kritik ein Recht einzuräuinen, fest beharrend auf orthodox-biblischem Standpunkte, benützt er die Freiheit, welche die Karäer aller weiteren späteren Einschränkungen entledigt * und bestreitet daher auch so manche aus mitteralterlichen philosophischen Annahmen fortgeerbte Anschauungen, was ihn auch im. Allgemeinen zu Streifzügen gegen die Philosophie und gegen die Mystik der Chassidim veranlasst, Einzelne Fragen be? liebig und regellos behandelnd, scheint er jedoch als eigentlichen Zielpunkt seiner Abhandlung die Bekämpfung der Angelologie zu betrachten; die biblischen Engel sind ihm entweder menschliche Boten oder göttliche Eigenschaften. Wenn auch der Vf. von herben Angriffen und Schmähungen spricht, die er erfahren, so sehen wir doch, wie ein denkender Karäer, ganz innnerhalb der strengsten Grundsätze verharrend, mit vieler Freiheit sich zu bewegen vermag. Diese Freiheit, geht sogar so weit, dass er, ohne eine Ahnung zu haben von der neuern biblischeu Kritik* und gleich den alten Protestanten sich auf die volle Fehlerlosigkeit der bibl. Schriften steifend, es doch wagt (S.116), zwei Correcturen als unzweifelhaft aufzustellen. Statt וערפחן 2. Mos. 13,13 (u. 34,20) will er mit Rücksicht auf 3. Mos. 27,12 u. 27 gelesen wissen וערכתן; ersteres sei bloss der Fehler eines Abschreibers. Bekanntlich übersetzen auch die 70 in diesem Sinne, und schon Tychsen vermuthete, sie hätten וערכחן gelesen, oder, wenn wir es richtiger bezeichnen wollen, sie übersetzten 80, um die Härte der biblischen Vorschrift zu mildern *). 5. M. 18,8 will er statt ממכריו lesen ממכריו» h. ausserdem, was er besonders von seinen Bekannten erhält, mit Berufung auf 2. K. 12,6. Nehmen wir noch die מכרי כהונה ולוייה hinzu, die noch in j. Maser scheni am Ende Vorkommen (vgl. Urschrift S. 179), so gewinnt diese Erklärung sehr an Wahrscheinlichkeit, und die recipirte Punctation ergiebt sich als eine Prote- Station gegen die Erlaubniss, die Gaben den einzelnen Bekannten und nicht der gesammten Priester- und Levitenschaft zu übergeben. — Auch sonst thut das zaweilen auftauchende freie Urtheil wohl, und es bleibt für die Entwickelung des Judenthums immer ein grosser Verlust, dass der Karaismus in Länder eingeengt ist, die von der .neuern wissenschaftlichen Bewegung nur ganz von ferne berührt werden.] (Geiger.) תפלה לדודי דוד ואמושטש ביום מלאת לו שבעים שנה.. ברעסלויא יום ד' ב׳ טבח ועוד בימינו. יושע יהודה לפק. 8. Tefilla le- David Gebet am 70jährigen Geburtsfeste 2. Tebet 5620 v. •. ,Kamestx. 8. Breslau (Leipz, 0. Leiner) 1859. (2*/1 Sgr.) [165] תקול משלים חבור כולל מאד. תשעים ושבעה משלי קר י לא ו ו• ונחלק לתשעה ספרים. נעתק מלשון רוססיא לשפת עבר מאח משה בן דוד הכהן רייכערסאהן. ווילנא,חר’כ. 8. Tikkun Meschalitn 179 Fabeln und Parabeln aus dein Russischen des Krylow, v. I. 1). Reicherssahn. 8. Wilna, Dr, v. Rom 1860. (XVI u. 396 S.) [166] *) Dass hier ein älexandrinisch-halach. Gebrauch berücksichtigt sei (wie Frankel, Einfluss S. 89f. will), gehört in das Fabelreich der leontopolitanischen Gemara.

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