Hebraeische Bibliographie
- Journal
- Hebraeische Bibliographie
- Volume
- Band IV. 1861
- Issue
- No. 19 Januar-Februar
- Date
- 1861-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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3 schriftlichen Quellen zur Erforschung der jüdischen Geschichte, aach wenn nah leicht zu ihnen gelangen konnte, schenkte, beweist der Umstand, dass selbst da, wo solche unter jüdischer Aufsicht stehen, noch nichts für deren Veröffentlichung geschehen ist, wie im Posenschen, wo fast eine jede Gemeinde ihr Archiv haben soll,1) in welchem Privilegien, bisweilen aus dem 13. Jahrhundert, Rechnungen, Akten über Processe, die in entfernten Zeiten mit Christen geführt wurden, auch hier und da Chroniken in hebräischer oder deutscher Sprache, in denen man ausser den örtlichen Nachrichten auch noch wichtige Aufschlüsse über jüdische Verhältnisse im Allgemeinen vorfindet, die für den Geschichtsschreiber der Juden ein hohes Interesse haben, enthalten sind. Der Unterzeichnete halt es daher in Rücksicht auf das Studium der jüdischem Geschichte für kein überflüssiges Unternehmen, wenn er, was er schon h er zur Anzeige bringt, bei dem Mangel an den bezeichneten historischen Hülfsbüchern demnächst eine Sammlung von, die Geschichte der Juden betreffenden, Regesten und eine Reihe geschichtlicher Arbeiten, begleitet von* * theils schon gedruckten, theils noch ungedruckten Urkunden ans Licht treten lasst, unter denen er auf seine hoffentlich recht bald erscheinende Monographie; Ueber die Juden in der M$rk Brandenburg, welche mehr als neunzig Urkunden enthalten dürfte, ins Besondere hinzuweisen sich erlaubt. Unter den wenigen jüdischen Gelehrten, welche es sich in jüngster Zeit angelegen sein Hessen, Manuscripte jüdisch-historischen Inhalts zu publiciren, verdient Herr Dr. Wolf in Wien mit besonderer Anerkennung genannt zu werden* Begünstigt durch die Liberalität, mit welcher jetzt fast, überall dem Forscher die Benutzung der Archive gestattet wird, hat derselbe eine nicht unerhebliche Anzahl von, für die jüdische Geschichte mehr oder minder wichtigen Dokumenten in verschiedenen Archiven des österreichischen Kaiser- Staates gesammelt, einen Theil derselben auch bereits veröffentlicht und sogar nach den in den k. k. Ministerien des Innern und Aeussern vorhandenen Actenstücken eine selbstständige Brochüre herausgegeben, welche die politischen Verhältnisse der Juden im deutschen Reiche unter der Regierung Ferdinand's 11. schildert/) Der Vf. darf für diese Bereicherung der historischen Literatur des Dankes aller Freunde der jüdischen Geschichte gewiss sein. Allein wenn, wie jeder Kundige gewiss gern zugeben wird, Urkunden nur dann eine Bedeulung haben und als zuverlässige Belege der erzählten Thatsachen gelten können, wenn sie vollkommen genau und bis auf jedes Wort getreu wiedergegeben sind; so thut es mir leid, den von Hrn. W. in der erwähnten Brochüre mitgetheilten Urkunden einen hohen Werth nicht beilegen zu können, nachdem ich einige.derselben, welche ich theils handschriftlich im hiesigen königl. Archive, theils bereits gedruckt vorgefunden, mit dem von ihm veranstalteten Abdrucke verglichen habe. Ich verkenne keineswegs die Schwierigkeiten, welche häufig bei Entzifferung so alter Schriftstücke zu überwinden sind, und weiss aus eigeuer Erfahrung, dass Urkunden aus dem 16. und 17. Jahrhundert nur derjenige richtig zu lesen vermag, der mit den Schriftzügen und den in Documenten der damaligen Zeit üblichen Abkürzungen vollkommen vertraut *) Siehe Ledeburgs Archiv XIV, 46 und 52• *) [Vgl. JI.J9.II S.107, m S.104. St.]