Mannheim
Compact Memory

Hebraeische Bibliographie · 1861-01-01 · No. 19 Januar-Februar · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Hebraeische Bibliographie
Volume
Band IV. 1861
Issue
No. 19 Januar-Februar
Date
1861-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2249537-7176748-7176750--0454-2249973
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

2 alters and selbst bis in das gegenwärtige Jahrhundert hinein in ganz Europa in so fern eine gleiche war, als sie überall* auf Druck und Gewalt beruhte, — in der Art und Weise, wie man diesen Druck in den einzelnen Staaten gegen sie übte, in den Maassregeln, die .man gegen sie ergriff, wie in den Mitteln, welche die Juden anwendeten, um trotz der gegen sie erlassenen harten Gesetze und Verordnungen zu Einfluss und Ansehen zu gelangen, in den einzelnen europäischen Ländern, und namentlich in dem ehemaligen, in so viele, oft von durchaus entgegengesetzten Interessen bewegte, Staaten gespaltenen deutschen Reiche eine so ausserordentliche Verschiedenheit, dass es sich wohl der Mühe lohnt, der Erforschung der jüdischen Geschichte auch nach dieser Seite hin die nöthige Aufmerksamkeit zu schenken. Die bisherige Vernachlässigung derselben wird aber um so fühlbarer, wenn man die Anstrengungen erwägt, welche jetzt überall zur Feststellung historischer Thatsachen auf ausserjüdischem Gebiete gemacht werden, und sie muss sich nothwendig an der Darstellung der jüdischen Geschichte rächen, wie sie in jüngster Zeit theils schon in Angriff genommen, theils in Aussicht gestellt worden ist, wenn man. nicht eben Geschichte machen und Hypothesen und Conjecturen die Stelle von Thatsachen vertreten lassen will. Um diese zu ermitteln, kann es aber nicht genügen, eine Menge versprengter Notizen zu3ammenzulesen und aus ihnen ein Gebäude der Geschichte aufzuführen, bei welchem Vermuthungen und subjective Meinungen den Mörtel bilden, um die an einander gefügten Bausteine zusammen zu halten; es müssen vielmehr neben jenen, keineswegs zu übersehenden Notizen vorzugsweise als die zuverlässigsten Quellen der Geschichte die Juden betreffende Urkunden und sonstige glaubwürdige Actenstücke bei der Bearbeitung einer Geschichte der Juden sorg~ faltig zu Rathe gezogen werden, zumal da in diesen die berichteten Facta in der Regel durchaus wahrheitsgetreu mitgelheilt werden. Die bezeichneten historischen Documente finden sich aber theils gedruckt in unzähligen Sammelwerken zerstreut, theils handschriftlich in den verschiedenen Archiven verborgen, und wie der jüdische Historiker mit Schmerz bislang ein die jüdische Geschichte betreffendes Urkundenbuch vermisst,, so harren die in den Archiven unbenutzt liegenden, auf die Juden sich beziehenden Documente immer noch vergebens auf den Forscher, der diese Schätze für die Wissenschaft fruchtbar mache. * Wahrlich, hier wäre für einen Mäcen der jüdischen Wissenschaft oder für das Institut zur Förderung der israelitischen Literatur, nachdem ein früher von Jaffk gemachter ähnlicher Versuch aus Mangel an Theilnahme wieder in Stocken gerathen ist, eine Gelegenheit, ein die jüdische Geschichtsforschung überaus förderndes Werk ins Leben zu rufen, und Grosses, wäre schon geleistet, wenn auch nur vorläufig ein mit Gründlichkeit uud Fleiss angelegtes Buch von Regesten zur jüdischen Geschichte ans Licht träte! Bevor demnach an eine Bearbeitung der Geschichte der Juden im 16. und 17. Jahrhundert^ wie sie Wolf in Wien beabsichtigt, oder gar an eine Darstellung einer allgemeinen Geschichte der Juden gegangen wird, sollte der Stoff zu einer solchen in einzelnen Monographien gesammelt und mit allem Eifer darnach getrachtet werden, das an hundert Orten zerstreute oder gar nur handschriftlich vorhandene Material zusammenzustellen und• dem Forscher zugänglich zu machen. Wie wenig Beachtung man übrigens bisher den hahd-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.