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Hebraeische Bibliographie · 1860-07-01 · No. 16 Juli-August · p. [Seite 76]

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Journal
Hebraeische Bibliographie
Volume
Band III. 1860
Issue
No. 16 Juli-August
Date
1860-07-01
Page
[Seite 76] (sequence 7)
Language
German
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67 972] iii jenem Bericht die Kritik reprasentirte), Luzzattö, Dukes, Jellinek u. A. (ungliicklieber Weise ausser Zunz lauter geboriie Oesterreich er) leider doeb noch immer betreiben. Wir müssen es den Österreich. Patrioten überlassen, dieses Complinient zu acceptiren oder abzulehnen. Aber die ״strenge Kritik“ d. h. die Verhöhnung alles dessen, was in den Schriften neuerer jüdischer •Gelehrten über ignorantes Gesalbader, geistreiches Geschwätz und Hypothesenmacherei auf Grund literarischen Diebstahls hinatisgeht, hat weder mit G. angefangen, noch aufgehört, und er wird schön diesen Ruhm mit ״Ausländern“ wie Fürst, Graetz u. dein bekannten Prediger ui. Muster der Bescheidenheit n Eintracht unter den jüd Redacteurs theilen müssen. Aber in literariseher Unehrlichkeit weiss G einzubringen, was ihm sonst abgeht. Er behauptet: ״In ähnlicher Weise will Steinschneider das Wort ,CJרובו Romance... trötz der gegebenen Erklärung in unserem Kataloge, derart verstehen, als wenn (sic) die Hymne selbst eine Romance wäre.“ G ist entrüstet, dass man dem erhabenen Dichtei2 * 4 Nagara solche ״Kunst-Libertinage“ zumuthe Aber warum giebt er nicht die Stelle an, wo ich eine solche Verkehrtheit behauptet habe?! Es sind die, Worte in der Hehr. Bibi. 1858 S.95: ״Die Sprache bedeutet unstreitig das Wort ר1מנ6ל , nicht Melodie einer Romance, wie bei Güldenthal, Catal. S 48.“ Also ist es G. der Nagara zuinuthet, Hymnen nach Romancen-Melodien verfasst zu haben, während ich behauptete, dass nur von einem Gedicht in romanischer (״spairischer“ im Texte daselbst) Sprache die Rede sei. Die einzige Entschuldigung für ihn wäre die, dass er nicht deutsch versteht; wenn er nicht schon ähnlichen Schwindel getrieben hätte*), und sich erfrechte, die in der That kaum verdiente Berichtigung seiner groben Verstösse in Complimente zu verwandeln. Solcher Unfug mag auf allerlei Sympathien rechnen, weil er aufgedeckt wird, aber von der Red. der Sitzungsberichte fordern wir hiermit riie einfache Aufnahme unserer oben citirten Worte, als die geringste jedem Angegriffenen gebührende Satisfaction.] Kayserling) 1. Sephardim etc. (Forts, v. II S.81). [972] [Seitdem wir begonnen, das vorliegende Werk im Allgemeinen zu besprechen, hat der fieissige Vf. den 1. Bd seiner Geschichte d. Juden in Spanien geschrieben und kürzlich herausgegeben, worin in vielfacher Beziehung die Geschichte mehr zu ihrem Rechte gekommen ist, so dass wir uns nunmehr die beabsichtigte allgemeine Erörterung über jüd. Geschichtschreibung für eine andre Gelegenheit Vorbehalten, und einige* Einzelheiten besprechen, zum Theil berichtigen wollen, Zunächst vermissen wir unter den Autoren Moses Chassan de Zarayua (schon Jew. Lit. p.178), der vielleicht zu den wenigen wirklichen Poeten gehört , ferner Jos. Henriquez de Almeida, dessen Panegyr. (Utr. 1712, FT* 876b) an Isak Gomez de Silva, wohl identisch mit dem Vf. der Predigt 1718 (S.316); ferner Jsak Fttndam zugleich Buchhändler {Catal. s.v.); nach der Manier des Werkes wäre wohl auch eine Hinweisung auf die Jüdin Fermosa (Litbl. VI,120) angemessen gewesen. S.ll ist noch von dem ,,astronom. Congresse“ nach den confusen Vorstellungen u. Fabeln der Higueira die Rede (s. Jüd. Lit. § 21); der Darstellung S. 33 liegt die Confusion der 2 Jehuda b. Ascher bei Carmoly zu Grunde (s. Jew. jLit.p.290 n.22). Ob man die biblische (Thren. IV,10) Redensart: ״mitleidige [richtiger: barmherzige] Frauen kochten ihre Kinder“ ohne Weiteres wörtlich nehmen dürfte, ist noch ]fraglich. S.53 ist schwerlich von zwei Aerzten Mei'r (nicht ״Mair“!) die Rede (bald darauf erscheint Mos. Zarzal), und wird Alguadez ohne Grund — mit einer vom Vf. leider zu wenig vermiedenen ungeschichtlichen Rhetorik — als ״fleissiger Bearbeiter“ defc Aristot. bezeichnet, dessen Ethik er bloss übersetzte; hingegen ist sein Märtyrer-* 2) HB. 1,35-86. Gelegentlich bemerke ich, dass Hr. Ministerialsecr. Br. C0nst. V. Wurib&Ch; Red. des dort erwähnten Central-Organs, sich veranlasst gefunden hat, in einem Schreiben v. 27.Aug. 1859 zu erklären, dass die Notiz über G.’s Gramm, arabe einfach der franz. Vorr. entnommen sei, und daher weder Red. noch Blatt irgendwie für die Richtigkeit eintrete. Dasselbe Schreiben schildert ausführlich die factischen Missstände, unter denen die Verzeichnung hebr. Druckwerke leide^ darunter auch die unvollständige Ablieferung der Pflichtexemplare, obwohl dieselben der Blbliolhdk des jüd. Krankenhauses in Wien zufallen. Wir nehmen daher Veranlassung, die jüdischen Drucker u. Autoren hiermit auf ihren eigenen Vortheil aufmerksam zu machen.

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