Hebraeische Bibliographie
- Journal
- Hebraeische Bibliographie
- Volume
- Band III. 1860
- Issue
- No. 15 Mai-Juni
- Date
- 1860-05-01
- Page
- [Seite 48] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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39 Bittens die Erkenntnis* der vorchristlichen Zeit:y sowohl; hinsichtlich der Thatsäcfaeni als, der Anschauungen., doch bloss durch die thalmudischen Schriften erschlossen wird, sofern wir dieselben mit kritisch geübtem Blicke u. historischein Jacte zu lesen wissen* Diese Ueberzeugung scheint allmälig PJatz zu greifen, und tritt sie auch in unscheinbaren Anfängen hervor ühdi darf auch ihre rasche Ausbreitung, geschweige ein baldiger sichtbarer Eifer in» der Beschäftigung mit dem bisher vernachlässigten Gebiete; nicht erwartet werden^ so darf die Erscheinung doch nicht übersehen werden. Bei den ersten Versuchen kann: es ah Missgriffen nicht fehlen, der Tj)n des Meisters, yro, map die Zaghaftigkeit des ungeübten״,Anfängers^zu erwarten berechtigj wäre, wird in diesen Anfängen .den wirklichen Kennern nicht selten;ein־ Lächeln entlocken; dennoch wrerden diese in Anbetracht der Schwierigketten, welche, von der andern Seite zu überwinden sind, u. der verkehrten Auffassung, welche,, sieb forterbend während der Verwilderung herrschend geworden jst, besser daran thun, freundlich zu berichtigen als streng zu tadeln.. t 1 Von diesem Standpunkte aus muss daher der Aufsatz Ewald's in seinem neusten Jahrbuche der, bibl. Wissenschaft (Bd. X S.56-83): ״Ueher HilleJ und seine Babb;inenschule“ als sehr beachtenswerth erscheinen. Die Behandlung dieses Gegenstandes muss allerdings, wenn sie fördernd sein soll, auf einer viel;umfassenderen Grundlagen beruhen und weit tiefer eingehen; es muss auf die J£nts|ekung der Halachah zurückgegange.n, es. müssen die Volkselemente,;welche ihr Richtung und Ziel vorgeschrieben, haben, erkannt, es muss der Entwickelung der Differenzen, welche sich zuerst in Sadducäern und Pharir säern, dann in den pharis. Schulen selbst ausprägten, aufs Sorgsamste nachgegangen werden. Doch stellen wir solche Anforderungen umsoweniger, da diese Untersuchungen auch unter uns erst zu dämmern beginnen* Wir lassen auch die Behauptungen, die ebenso unrichtig sind, wie sie zuversichtlich hingestellt Werden, auf sich beruhen., wie z. B. Schammai sei Schüler Hilleis gewesen, er , trete den ״leichtfertigen Sitten“ der Hillerschen Schule entgegen, das Haus Sch/s sei immer herrschender geworden und dergleichen. Solche Annahmen, die bloss einer falschen geschichtlichen Systemmacherei ihre Entstehung verdanken, schwinden von selbst und bedürfen keiner Widerlegung, wie es denn überhaupt nicht unsere Absicht sein kann, den Resultaten kritisch nachzugehn, da Resultate erst nach Aneignung des bereits Bekannten und höchst sorgfältigeii weiteren Forschungen erlangt werden können, als vielmehr den Weg Zü ebnen für die wieder beginnenden Versuche. Hier ist nun vor Allem darauf zu sehn, dass das richtige sprachliche Verständniss nicht verwirrt werde, und wir halten es daher zunächst für Unsere Pflicht, solche, wohl verzeihliche, iffthämer zu berichtigen. Dahin gehört schon wenn שמאי S.61 Ä punctirt wird, שמאי, während diese Formen י" zu lesen sind und das Alef bloss mater lectionis ist (vgl. Lehrb. zur Sprache d. Mischnah, § 11 S. 33), und der Name שמי mehrfach in der Chronik vorkommt. So sind auf ders. S. A. 1 die Worte, Hille], Simon, Gamaliel und Simon hätten das Patriarchat 100 Jahre innegehäbt לפני הכיח, dem Sinn nach richtig aufgefasst, als: vor der Zerstörung des Tempels, dennoch können Dies diese Worte nicht bedeuten; und es muss heissen'(wie auch in RaschPs Cömm. gedruckt ist) : בפני הכיח, in Anwesenheit, während des Bestandes des Tempels. Eine gänz-