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Hebraeische Bibliographie · 1860-05-01 · No. 15 Mai-Juni · p. [Seite 47]

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Journal
Hebraeische Bibliographie
Volume
Band III. 1860
Issue
No. 15 Mai-Juni
Date
1860-05-01
Page
[Seite 47] (sequence 2)
Language
German
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8S beitrug, also 80 weit als in ihr zur Erklärung der hebr. Bibel Hülfsmittel lagen und als die weitere Entwickelung des Judenthums auf das Christenthum selbst, seine Entstehung Und :Ausbildung Einfluss übte. Wählend man nun längere Zeit das Studium der Bibel an der Hand der älteren jüdischen Grammatiken, Lexika u. Commentare betrieb, glaubte man sich im Laufe der Zeit denselben umsomehr entwachsen, als die erweiterte Kenntniss der stammverwandten semitischen Sprachen u. die Bekanntschaft mit den alten Ueber- Setzungen neue reiche Hülfsmittel, freiere kritische Grundsätze! aber einen ganz veränderten •Standpunkt für das Verständnis* der Bibel 4arboten. Es liegt im geschichtlichen Verlaufe, dass man von •der Abhängigkeit ,^ in der man sich bisher von den älteren jüdischen Leistungen befand, zu einer kühlen geringschätzigen Beurtheilung derselben übersprang u. sie allmälig ganz ignorirte. Für die Entstehungsgeschichte des Christenthums glaubte man aber hur die Vorchristlichen Schriften befragen zu müsset, diese die Apökryphen, Philo u. der dem ersten christlichen Zeitalter angehörige Josephus — lagen griechisch vor u. wurden auch eifrig benutzt; das grosse Gebiet der Talmude und Midraschim aber hat seine gegenwärtige Gestalt erst vom з. Jahrh. an erhalten, u. wenn -sie auch Nachrichten gaben über die frühere Zeit, so hatte man das *Misstrauen, dass sie bald bloss der Sage folgten, bald ihre Ansichten in die ältere Zeit hineinlrugen, u. so glaubte map! sich mit dem begnügen zu können, was frühere Forscher bereits gesammelt hatten. War man nun einmal in der Benützung dieser Literatur lässig geworden, so stellten sich selbst wohlwollenden Versuchen, den zerrissenen Faden wieder anzuknüpfen, mächtige Hindernisse entgegen; die Sprache und ganze Darstellung in diesen Schriften ist so eigentümlicher Art, dass es einer langen Üebüng, einer aüsgebreiteten Bekanntschaft mit dem ganzen Literaturgebiete bedarf, um sich den Inhalt zu erschliessen. Die darauf zu verwendende Mühe erschien nicht mit dem Ertrage in gleichem Verhältnisse, и. so veranlagte das unbehagliche Gefühl der Unsicherheit auf jedem Schritte zum Entschlüsse, den der Fuchs mit den Trauben fasste. Und dennoch durfte u. darf man von der Gründlichkeit u. Unverdrossenheit der deutschen Wissenschaft" erwarten, dass, wenn sie auch *den son*- stigen reichen Inhalt der 2000jährigen nachbibL Lit. zu bearbeiten den Fachgelehrten weiter überlassen sollte, sie die völlige Ignofirung derselben aufgeben werde, wenn sie die Ueberzeugung gewinnt, dass erstens eine Sicherheit über den traditiondien Bibeltext nur erlangt werden kann, wenn man den erst mit dem 9. Jahrh. zu einem ungefähren Abschlüsse gelängten Process kennt, den derselbe beiden Bewahrern, in denjüd. Gelehrtenschulen durchgemacht hat1), dass zweiten* die Bibelübersetzungen, welche, soweit sie selbstständig sind, d, h. aus dem Originale übersetzen, entweder von Juden herrühren od. unter directem jüdischem Einflüsse gearbeitet worden, nur dann richtig gewürdigt werden können, wenn die zur Zeit massgebenden Grundsätze für Erklärung u. Uebersetzung der Bibel, die von der ganzen religiösen Richtung abhängig sind, klar erfasst werden, und dass endlich >) [Mau kann das Wesentliche der vorliegenden Argumentation ohne die spfceieilen Ausführungen u,Resultatevon־״Urschriftu. 8. w.“ des geehrten Vf. adoptiren. Ä•]

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