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Hebraeische Bibliographie · 1860-01-01 · No. 13 Januar-Februar · p. [Seite 27]

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Journal
Hebraeische Bibliographie
Volume
Band III. 1860
Issue
No. 13 Januar-Februar
Date
1860-01-01
Page
[Seite 27] (sequence 19)
Language
German
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18 wurden sie vernichtet? ich weiss es nicht. Als ich in den kaiserlichen Staatsarchiven in Italien Studien machte, lenkte Prof. S. D. Buzzato meine Aufmerksamkeit auf die St. Simon Sage in Trient, über die in Emek ha-Bacha berichtet wird. Aber weder in den kaiserlichen italienischen Archiven — das nun piemontesische Mailand mit eingeschlossen — noch in den hiesigen Archiven findet sich etwas darüber vor. Eine Bemerkung anderer Art ist: Die Jflauptquelle für die Geschichte der Juden in Oesterreich und insbesondere in Wien ist Hormeyer. Dieser ist aber theilweise parteiisch gegen die Juden — er lässt Actenstücke aus, die ihm Vorlagen, — theilweise arbeitet er sehr flüchtig 1). Ich bringe hier unter 1338 das hebräische Actenstück, worin die Wiener Juden erklären, dass sie aus freiem Antriebe in Anerkennung der ihnen erwiesenen Freundlichkeit den Zinsfuss herabsetzen. Dieses Document trägt das Datum 5098 n. E. d. W. also 1338 n. Chr. G. und zwar ist dasselbe auch deutsch mit demselben Datum vorhanden. Darin heisst es: ״Ez choment auch für vas vnf Juden vnbezwungenliche vnd Sachen vor vns vngenott, dass sew vnsere purger“ etc. Hormeyer jedoch giebt eine corrupte,, unrichtige Uebersetzung des hebräischen Actenstückes und ignorirt das deutsche. Die Zahl 5098 hält er für 1349 und folgert daraus, dass die Juden gezwungen wurden diese Bedingungen zu machen, um sich vor den furchtbaren Verfolgungen zu schützen. Dieser Fehler erbte sich dann weiter in den Arbeiten des Archivars etc. fort. (Test ainsi qylon fait Vhistoire! Als Curiosum mag angeführt werden, dass Schlager (״Wiener Skizzen aus dem Mittelalteru) ebenfalls Documente bringt, jedoch scheint dieser Historiker keine grossen p&läographischen Studien gemacht zu haben; er liest gewöhnlich statt ״khain“ (kein) dein fetc. die* Verwirrung wird dadurch gräulich. Noch muss bemerkt werden, dass in allen Documenten aus jener Zeit die Anklage Wegen Wucher der Juden, wie sie später öfters erhoben wird, nicht vorkommt. (Forts, folgt.) Manasse b. Israel und Christine. Von 1. Kayserling. (Schluss v. II S. 112, und Nachbemerkung von M. St.) Schliesslich hier die Bemerkung, dass Manasse ben Israel seine, zehnerlei Typen enthaltende Druckerei an Ravius, den Uebersetzer der Bibel und Besitzer einer reichen Bibliothek 1650 [?}* verkauft hat, wie aus einem Briefe des letztem (Upsala 17. October 1668) an den Secretär des Königs von Dänemark Motth hervorgeht (Arckenholtz, I. c. IV, 368): ״Habeo totam typographiam ,Rabbi Manassis mihi comparatam A. 1650; sed jacet mihi hic demortua. Sunt in ea decem diversi typi Hebra'ici.“ *) [Und diesem Hormeyer gehören eigentlich (wie uns Kayserling bemerkt) die ״Wanderungen“— Carmoly’s in Ben-Chananja! Man kann jedoch diesen Wander^r auf fremden Gebieten den Vorwurf der Einseitigkeit nicht machen; so ist z.B. ״Süsskind von Brimberg“ (lies Trimberg) im letzten Hefte (S.22) ein kurzes Plagiat aus einem langen Art. v. * Delitzsch im Eitbl. 1840 S.145, citirt in Jüd. LU. S. 434. St.]

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