Hebraeische Bibliographie
- Journal
- Hebraeische Bibliographie
- Volume
- Band III. 1860
- Issue
- No. 13 Januar-Februar
- Date
- 1860-01-01
- Page
- [Seite 13] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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4 war. Aus diesem Aruch hat sicherlich S. Schullam, der erste Herausgeber des Zakutoscheu Juchasin die historischen Stücke entnommen46. Also diese Stelle des Juchasin ist die ganze Stütze! Ein besonnener Forscher würde, selbst wenn die Stelle mehr enthielte als sie, wie sich zeigen wird, wirklich enthält, vor solchen Resultaten zurückschrecken. Er würde sich fragen: Sollte Zakuto, der sich so viel mit talm. Lexikographie beschäftigte und uns deshalb auch viele Artikel aus dem Aruch Zemaclfs rettete *), bloss an einer Stelle gelegentlich den Aruch des alten Nathan des Babyloniers angeführt und ihn nicht weit häufiger benutzt haben, wenn er ihm wirklich Vorgelegen hätte? Sollte er dessen reiche Belehrungen über jüd.-babyl. Leben, wenn diese in den ihm vorliegenden Aruch desselben verwebt waren, nicht selbst in sein Geschichtswerk aufgenommen und Schullam der Mühe überhoben haben, erst jdiese Zusätze zu machen? Sollte •in so bedeutender Talmudist, wie Nathan doch war, in dem Andenken der Provence, wohin er gelangt sein soll, gar nicht aufgetaucht sein, er und sein bedeutendes Werk dort, wo eine aufstrebende Gelehrsamkeit bald alles heimische wie fremde Gut sich begierig aneignet, ganz verschollen sein? Findet sich überhaupt in der Provence irgend ein unmittelbarer Zusammenhang mit Babylonien, ist nicht vielmehr ein solcher erst durch Spanien vermittelt? Allein nicht bloss die Resultate sind im höchsten Grade aulfallend, im Widerspruche mit dem ganzen Verlaufe der Geschichte, die Stütze selbst, an die sie sich anlehnen, ist durchaus gebrechlich, ja gar nicht vorhanden. Denn wenn Hr. Gr. glaubt, es werde Niemand die Identität des Nathan, aus dessen Aruch Zakuto a. a. 0. eine Mittheilung macht, mit dem, welchem Schullam so manche Notiz über das jüd.-babyl. Gelehrtenleben entnimmt, bezweifeln, so kann Dies bloss heissen, sie werde Niemandem in den Sinn kommen; denn Nathan, der Vf. des Aruch, der im Fiüpowskrsche Juchasin 174b genannt wird, ist kein Anderer als der bekannte Nathan b. Jechiel aus Rom, in dessen Aruch der Art. שגש wörtlich so lautet wie hier angegeben wird, und ähnlich der Art. משגש , wie Juch, weiter sagt. Mag nun Zakuto die seltsame Bezeichnung הבבלי מנרמנא selbst hiftzugefügt haben, weil Nathan ebensowohl den babyl. Lehrern wie seinem narbonensischen Lehrer Moses ha-Darschan folgt, oder mag hier ein Abschreibe- oder Druckfehler stecken: genug, Nathan ist der bekannte italienische Gelehrte vom Anfänge des zwölften Jahrhunderts, und es ist kein Schatten von Beleg dafür da, dass Nathan ßabli je nach Narbonne gekommen, einen Aruch geschrieben, überhaupt ein besonderer Talmudist gewesen, ebensowenig dass die vier Gelehrten Babylonien angehörten, u. so frühe gelebt haben, wie Gr. sie setzt. Solche Entdeckungen sind leere Einfälle, die beim ersten genaueren Auf merken in ihr Nichts zerfallen*, _ Geiger. *) Ausser den Stellen, welche Rappoport (Nathan A. 11) aus dem alten Juchasin zusammenstellte, und denen, welche ich (Ztschr. d. d. morg. Ges. XII, 144), dem Fragmente des, von Zakuto mit Zusätzen versehenen Aruch entnommen, finden sich noch zwanzig Anführungen aus Zemach im Filipowski’schen Juchasin.