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Hebraeische Bibliographie · 1860-01-01 · No. 13 Januar-Februar · p. [Seite 11]

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Journal
Hebraeische Bibliographie
Volume
Band III. 1860
Issue
No. 13 Januar-Februar
Date
1860-01-01
Page
[Seite 11] (sequence 3)
Language
German
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2 Unrecht, dieser Annahme zu, und Herr Gr. baut darauf wie auf einer feststehenden Grundlage. Später erfahren wir manches Seltsame von einem mythischen ״Simon ben Kaipha“. Doch verlassen wir lieber diesen schlupfrigen Boden und gehen zu einer geschichtlich gesicherten Persönlichkeit, zu dem Dichter Jannai. Er wird als der erste bezeichnet, bei dem das aggadische Element vorwaltet, und zwar habe er sich an die Pesiktha angelehnt und habe Piutstöcke für die ausgezeichneten (Herr Gr. sagt: ausserordentlichen) Sabbathe gedichtet. Das mag dahin gestellt bleiben; bis jetzt kennen wir bloss ein Gedicht für den Sdbbath vor Pessach, das mit Sicherheit ihm beizulegen ist (vergl. unten); die Erwähnung der Pesiktha jedoch wird zu einem Ausfälle gegen Zunz benutzt. Z♦, sagt Gr., hat die Bedeutung des Wortes פסיקתא verkannt, und ist dadurch in eine Cönfusion״gerathen, welche seine grosse Abhandlung über die Pesiktha fast ganz unbrauchbar macht. Z. nämlich erklärt das Wort einfach mit: Abschnitt1). ״Darauf gründet er seine, ohnehin durch die neuaufgefundene Pesiktha widerlegte Ansicht von dieser Midrasch-Sammlung. Nichts ist aber falscher als diese Erklärung.“ פסיקתא, stellt vielmehr Gr. auf, sei von הפסיק, unterbrechen, abzuleiten, und die Aggadalfs für die ״ausserordentlichen“ Sabbathe und Festtage heissen deshalb 'רפ weil sie die Reihenfolge der pentateuchischen Perikopen öder Haftarena) unterbrechen. Diese TFortferklärung mag genauer sein, ändert aber an der Sache durchaus Nichts, und entzieht der grossartigen Zusehen Reconstruction des damals verloren geglaubten und auch jetzt noch nicht veröffentlichten Midrasch ebensowenig an ihrer Mustergültigkeit wie die neue Auffindung desselben; Beides vielmehr bestätigt, wie jeder Sachkenner ivissen wird, Zunz’s aus reichen Citaten geschöpftes Resultat. Was jedoch Jannai selbst betrifft, so war wiederum Z. der erste, der ihn in seiner historischen Bestimmtheit auffand, indem er in dem מחיה des אוני פטרי רחמתים zum Sabbath vor Pessach das Akrostichon יניי (mit zwei Jod am Schlüsse) nachwies. Darauf hat ihm Luzzato das für denselben Sabbath angefertigte אז רוב נסים הפלאת, das dann auch zum Seder-Abende verwendet wird, beigelegt, jedoch ohne genügenden Grund. Herr Gr. macht nun die Entdeckung, dass wir von Jannai einen ganzen Cyklus für diesen Sabbath besitzen, und begleitet diesen Fund mit den Worten: ״Das ist den Männern der Piutgelehrsamkeit entgangen und musste mir, dem Laien in diesem Fache, Vorbehalten bleiben.“ Die Entdeckung nun hat er ״in einem deutschen Machsor-Codex v. J. 1290, der Breslauer Seminar-Bibliothek Nr. 1.“ gemacht. Er hätte jedoch die dort aufgefundenen Piutstücke in jedem gedruckten Jozeroth nach deutschem Ritus lesen können, und rechtfertigt bereits -durch diese Unkenntniss seine Bezeichnung als Laien in diesem Fache. Leider aber ist die ganze Entdeckung eine laienhafte. Sie stützt sich darauf, dass in dem Sulath אומרת אני מעשי למלך sich ״deutlich das Akrostichon *) [Schon vor 16 Jahren erklärte Zunz selbst 'q für gleichbedeutend mit מדרש s. die Mittheil. Jüd. Lit. § 5. A. 108, engl. S. 283.] [St] *) Wenn einmal die richtige Worterklärung so stark accentuirt ־wird, so muss auch bemerkt werden, dass es nicht הפטורה also Haftorah, wie Gr. immer schreibt, sondern הפטרה Haftarah heisst.

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