Hebraeische Bibliographie
- Journal
- Hebraeische Bibliographie
- Volume
- Band II. 1859
- Issue
- No. 12 November-December
- Date
- 1859-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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105 774] Landsberger, JaL יפלתליא דסלסרס Die Fabeln des Sophos. Syrisches Original der griech. Fabeln des Syntipas in berichtigtem vocalisirtem Texte zum ersten Male vollständig mit vielen Glossen herausgegeben nebst literar. Vorbemerkungen und einer einleitenden Untersuchung über das Vaterland der Fabel. 8vo. Posen, Druck u. Verlag von L. Merzbach 1859. (8 unpag. CXLIV und 186 S., 2 Thlr.) [774] [Dieses Werk gehört zu den äusserst 1wenigen Erscheinungen der heutigen jüdisehen Vielschreiberei, deren erster Eindruck schon ein erfreulicher ist. Dahin gehört der Umstand, dass ein 1wissenschaftliches, mit Geldopfern verbundenes Werk ohne Bettelei und Protection in regelmässigem Verlage erscheint 1). Das eigentliche Werk ist. die Frucht langjährigen Fleisses, und nur gründliches Studium 1wird ein competentes Urtheil über die Haltbarkeit der im Texte adoptirten oder in den Anmerk, vorgeschlagenen Lesearten ergeben. Jedenfalls steht die Conjectur hier nicht ohne Eositiven Halt an den Parallelen bei Lokman. Syntipas u. dgl, und es zeigt sich ier 1wieder einmal recht deutlich, was dazu gehört, ein kleines Schriftchen wissenschaftlich zu ediren. — Diese Fabeln haben ein doppeltes Interesse, ein sprachliches und sachliches. Wenn der Verfasser aber (im Vorw.) dem Schriftchen auf dem aramäischen Gebiete die Stellung erringen möchte, deren Lokman lange auf dem arabischen sich zu erfreuen »hat“, so muss es heissen: ״hatte“; dieser Missgriff der Arabisten ist als solcher bereits erkannt (vgl. HB. I S. 130); man übt keine Sprache an halben Uebersetzungen und Sprachentartungen oder Mischdialecten ('s. weiter unten), jedenfalls hätte aber zu diesem Zwecke — und wir glauben, in jedem Falle, — eine billige Ausgabe veranstaltet werden müssen, durch Absonderung des allgemeinen Theils der Einleitung, der auch einem eigenthümlichen Umstande seine Existenz verdankt und jedem gebildeten Leser interessant sein wird. Der Verf. ist im Allgemeinen hier etwas kritischer geworden (vgl. HB. I S. 37 N. 111 und hier S. XXVI), aber wir hätten doch in beiden Theilen der Abhandlung mitunter eine präcisere Auffassung der Begriffe und Fragen gewünscht. Schon die Ueberschrift ״über das Vaterland der Fabel“ ist eine petitio principii; muss denn die Fabel überhaupt ein Vaterland haben? Es war genug nachzuweisen, dass die Bedingungen zur selbstständigen Fabeldichtung bei den alten Hebräern vorhanden waren, also die Spuren und Reste alter Fabeln originelle sein können (S. XXIX) und durch gewisse Criterien als solche sich bewähren. Aber der Verf. hat unbewusst sich zu einer Prämisse hinreissen lassen, welche für eine spätere Argumentation über die vorliegenden Fabeln eine Art Rückhalt bietet (S. CXXIII oben: Palästina), und es thut mir leid, ihn in Bezug auf den Kernpunkt der speciellen Frage (über den Ursprung der Fabelsammlung selbst) einer noch sichtbarem Verschiebung beschuldigen zu müssen, die nicht wenig absticht gegen die Skepsis, mit welcher er Dernburg's Argument für den christlichen Ursprung des Lokman5) beseitigt, freilich wieder mit einer Wendung, die einen Einwurf gegen den jüdischen Ursprung beseitigen soll (S. CXL). Man beachte genau die Worte: ״bearbeitende Hand“ (S. CXL unten), ״Entstehung nnd Bearbeitung“, (S. CXLII Z. 4) ״’Abfassung“ (Z. 9). Die Frage war in 3 Theile zu zerlegen: I. Sind diese syrischen Fabeln von Juden erdichtet, 2) verfasst, 3) abgeschrieben und gelegentlich im Dialect modificirt. Mir ist noch immer nur das Letztere einleuchtend (wobei auch die Beschaffenheit des Codex zu beachten), alles Uebrige Hypothese. Wir legen aber darum der Sammlung nicht weniger Werth bei, ja wir glauben, dass es der jüdischen Literatur mehr als genügen kann, auch hier, wie oft, fremdes Gut, das den Eigenthümern verloren fegangen, bewahrt zu haben, ohne es sich selbst zuzueignen. Der Verf. wird bei en versprochenen Beiträgen zur weitern Geschichte der Fabel bei den Juden, einem 1) Es grenzt ans Lächerliche, •wenn man auch zu diesem Werke dem ״Institut״ gratulirt, als ob Niemand die näheren Umstände kennte. Der Verf. hat 50 Thlr. erhalten, dafür bekommen die Mitglieder das Buch um */> Thlr. billiger; es entsteht also das Dilemma: entweder es giebt unter den 4000 Abonnenten nicht 100, welche ein solches Buch kaufen, oder das Institut muss sich beim Verleger bedanken. Aber die Sache geht weiter, das Buch ist auf diese Weise schon indirect int Preise herabgesetzt, da es leicht ist, ein Institutsmitglied vorzuschieben; so sind auch die letzten Bände des Kerem Chemed, für die geringe Unterstützung die der Herausg. erhielt, im Preise gedrückt worden, und noch wichtigere Werke, wovon eine Anzahl Exemplare gekauft worden. Bei unsrem Buche hat aber noch ein besonderer Umstand obgewaltet, der in einen andern Zusammenhang gehört. 2) Warum ist die Bedeutung von ״Lokman ״ (Bileam, Jüd. Lit. £ 20 Anm. 31) ganz unbeachtet?