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Hebraeische Bibliographie · 1859-11-01 · No. 12 November-December · p. [Seite]

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Journal
Hebraeische Bibliographie
Volume
Band II. 1859
Issue
No. 12 November-December
Date
1859-11-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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99 752] hielten, weder abbonirten noch Werke anboten,1 2) das Institut aber an Umfang dennoch zunahm; so hätten die Leiter daraus nur folgern dürfen, dass die Abonnenten und jene Celebritäten verschiedene Absichten u. Ansichten haben. Die Berichterstatter (Bericht 1 S. 11) fanden sich aber veranlasst, auf Engherzigkeit und andre unaussprachliche Motive hinzudeuten. Wie nun, wenn jene Männer wirklich einer Stiftung nicht beitreten wollten, der jede andre Entwicklung als etwa eine von Triumvirat octroirte abgeschnitten war: ist das eine persönliche, nur durch vollständige Passivetät ausgedrückte Ansicht, auf welche sich jene Herren erlauben durften, eine solche Sprache zu führen? Oder haben sie, die Sittenprediger gegen Persönlichkeiten, in unbewusster Leidenschaft das Bekenntniss abgelegt, dass das Schweigen von wenigen Fachmännern mehr Gewicht hat als 4000 Vertrauensvoten im Klange von 2 Thlr. ausgesprochen? — Hat es doch an Gold und Silber auch nicht gefehlt beim ~ Kalbe! Glicht besser ist es den Herren mit ihrem Aufrufe zum Jüdischen Conversationslexicon ergangen (vgl. HB. I. S. 51). —Wir wissen sehr wohl, dass unser Argument in das Gegentheil verkehrt, und wieder viel vom Neid u. s. w. die Rede sein wird. Das ist ein persönliches Capitel, aber die von uns beleuchtete Sache liegt klar, wenn man auf die Statuten der literarischen Vereine sieht, an denein. sich die grössten Celebritäten mehr als bloss betheiligt haben; dort machte Niemand auf Unfehlbarkeit und Alleinherrschaft Anspruch und entzog sein Wirken allem Urtheil und Einfluss, und darin allein liegt wahre ״Bescheidenheit“, nicht in Redensarten, welchen die That widerspricht. Man wird einwenden: ״Jene Vereine sind auch untergegangen“; Und ״warum?“ fragen wir? War ihre Tendenz eine schlechte, die Verwaltung eine eigensüchtige?! Waren sie zu gut für den grossen Haufen? Das thut hier nichts zur Sache, jedenfalls wenn ein Institut eine Zeit lang seinen Zweck erfüllt, so beweist sein Eingehen nichts gegen die Gründer und Leiter. Unser Institut aber ,hat fast noch gar nicht angefangen, den voran gestellten angeb־ liehen Hauptzweck zu verfolgen, nemlich lehrreiche.Bücher zu verbreiten, die sonst keine Aussicht zur Veröffentlichung haben, und doch populär sein sollen (BerichtI. S. 5), denn diejenigen Schriften, auf welche am meisten Werth gelegt wird, sind vielmehr den eigentlichen Verlegern abgenommen, ja sogar besonders verlegt! Dass diese vorgeschobene, in der That einen Wiedersprach involvirende Tendenz von vorneherein gegen Wissenschaft und Wissenschaftlichkeit gerichtet sei, soll ein andermal bewiesen werden. 1. Pliflippson, Ph. Der unbekannte Rabbi. Biographische Novelle. 8vo. Leipzig 1859 (VHI u. 440 S.) [752] 2. [M —־ r] Rachel, von der Verfasserin der ״zwei Schwestern“. 8vo. Leipzig 1859, (224S.) [758] 3. Jost, M. Geschichte d. Judenth. u. s. w. Bd. III. (XVI u. 422 S.) [754] [Ueber den literarischen Theil dieses nunmehr beendeten Werkes haben ־wir uns gelegentlich ausgespr. in unserem Bibtiogr. Handb. S. XXXII1).] 1) Eine Spater hinzugetretene ־wirkliche Celebrität hat unter der Firma des Instituts ein Schriftchen edirt, ־welches ein fast unveränderter Abdruck zweier Aufsätze in Jahrbüchern des verflossenen Jahres ist Haben die Leiter das nicht gewusst, oder den Abonnenten verschweigen zu dürfen, oder zu müssen geglaubt!! 2) Ich habe dort u. A. Jost als Ehrenmann aufgefordert, mir eine einzige Stelle nachzuweisen, welche seine, mit Verdrehung gepaarten Invectiven (Bd. n S. 208 u. 221) provocirt hätte. So lange er diess nicht thut, mag er immerhin dem Publicum der A. Z. d. J. (N. 35 S. 501) erzählen, dass meine Entgegnungen ,eine hämische Absicht zur Schau tragen* (sic). Man hätte freilich erwarten sollen, dass er das Publikum durch Angabe der Stelle in den Stand setze, selbst über die Sache zu urtheilen; aber in. der A. Z. d. J. ist das nicht Mode. Jost’s ״Friedensliebe“ beweist sein jetziges collegialisches Verhältniss zu einem Manne, der ihn vor 20 Jahren des Verhältnisses zu einem Jesuitenblatte zu bezüchtigen sich nicht entblodete, der über Jost, den Geschichtschreiber, sich folgendermassen äusserte (A. Z. d. J. 1839 N. 12): ״TPtr haben ihn aber nie als (sic) Geschichtsschreiber weder unres Stammest noch unsres Glaubens, noch unsrer Literatur halten können, dazu geht ihm jeder geniale Blick in das Leben der Nation, jede tiefere Einsicht in die innere Werkstatt des Volksdaseins (sic) und des Glaubens, jede höhere Begeisterung für die Lebensaufgabe Israels ab. — In seiner Hand sahen wir unsre Geschichte hangen bleiben als ein bituminöses Bröckelwerkt als ein Niederschlag auf kaltem Wege* Damals ־war freilich Jost noch ein Rivale. Heute verweigert der Schreiber jener Zeilen mit seltner Setbstverläugnung den einfachen Abdruck seiner eignen Worte in dem Anzeiger seiner Zeitung, da er neulich auch nur den Zweifel an Jost’s Beruf zum Geschichtschreiber verhöhnt hat. Und solche

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