Hebraeische Bibliographie
- Journal
- Hebraeische Bibliographie
- Volume
- Band II. 1859
- Issue
- No. 11 September-October
- Date
- 1859-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Fast zu gleicher Zeit sammelte Flügel historische Nachrichten über ״die Brüder der Reinheit“ in der Zeitschr. d. d. ni. Gesellschaft (s. oben S. 53 N, 638), der gleich zu Anfang auch aufs Gebiet der hebr. Literatur hinüberstreift, aber, ־wie wir das schon gewöhnt sind, ohne neuere Quellen zu benutzen, mit Ausnahme eineir Mittheilung Geiger's, der nunmehr (Heft III. S. 490) einige Berichtigungen bietet.2 3) Dass die 51 Abhandlungen dieser Gesellschaft den Juden arabischer Gultur, namentlieh in Spanien, (vgl. üb. Magrili Flügel S..25.) nicht fremd waren, geht aus den Citaten bei Moses Ibn Esra u. A. hervor [Jew. Lit. p. 349 n. i$3a), abgesehen von Öarmoly's Erfindung über Josef Ibn Sahal’s Bearbeitung u. s. w. (Lud. Lit. S. 433A. 33a)3). Wichtiger für die Geschichte ist die* schon vor 12 Jähren {Jüd. Lit § 12 S. 397 A. 1, Lew. Lit. p. 294) gemachte Bemerkung, da» unter den ״!Brüdern der Reinheit“ selbst sich auch Juden (u. wohl auch Christen) befanden, eine Frage, die die Aufmerksamkeit der neuesten Autoren wohl verdient hatte. Wir heben zunächst einige allgemeine Andeutungen bei Flügel hervor, die sich auf den Gharactet dieses Verbreiteten (S. 34.) מ Freimaurerordens “oder ״Geheimbundes“ (S. 27-8) beziehen4), wie z. B. die abstracto rücksichtslose Beleuchtung mühammed. Dogmen (S. 181! Vgl. S. 22 über die Philosophie u. Dieterici S. 298), die Antwort Mukadessi’s (S. 27) — des (nach S. 24) Hauptverf., — ״das Gesetz ist eine Medicin für die Kranken, die Philosophie eine für die Gesunden“ (S. 27), die unzweifelhafte Unterscheidung esoterischer u. esoterischer Lehren (S. 27), die empfohlene Vörurtheilslosigkeit gegen Systeme u. Wissenschaften (S. 29, D. S. 254), die Classification der Schriften (S. 30), in welchen die der (griech.) Phlosophen den ersten, die Bücher Mosis, Evangelium u. Psalmen, Koran u. s. w. den zweiten Rang einnehmen, (die 4. Klasse der ״göttlichen Bücher“ ist für die Pseüdepigraphie nicht unwichtig), die Hervorhebung der Ethik (S. 39). Weniger Wörth legen wir auf einige, zuletzt dem Judenthum an gehörige Sentenzen u. Symbole * wie z. B. das 40. Jahr des gesetzgebenden Vermögens (S. 35) viel älter als der Koran ist (בן ארבעים לבינה), das ״Himmelreich“ (S. 35) den Arabern durch das hebr. מלכות #מים direct bekannt sein konnte.5) Aber wenn es Flügel nicht gelungen ist, eine genauere Kunde auch nur über einen der Hauptverf. aufzufinden (S. 21), so ist dieser Umstand bei der sonstigen Fülle historischen Materials unter den Arabern sehr zu beachten. Wir hoffen, dass unsre Andeutungen bei künftigen Forschungen wenigstens der Prüfung werth erachtet werden. Die Tischendorfmh&n Handschriften. (Forts, v. I 6.106.) N. 5 wird folgendermassen verzeichnet: ״Varia fragmeUta dogmatica ab Affendopolo (!), ׳ a Samuele Rofe, ab Abu Jacub scripta. Folia 33 in 4to.“ Hier ist fast jedes Wort ein Irrthum oder eine Ungenauigkeit. Ich habe diösen Codex (s. 1, 18) näher prüfen können, u. nach vieler Mühe in folgende 3 Abtheilungen geordnet. 2) Da in Flügels Abhandl. (S. 2.) auch von einer Mittheihlung Geigers für meinen Catalog die Rede ist, so muss ich bemerken, dass jene Mittheilung gar nichts weiter als die' einfache Variante im Brief des Maimonides אבואן אלצפא enthielt, jede w.eitre Erklärung und Beziehung gehört mir, u. war nichts bloss im Catal. auseinandergesetzt, sondern auch in Jew. Lit. (p. 98, vgl. 295 u.J., p. 174 11. 349) bereits lange in Händen des Publikums, als Geiger angeblich durch Flügels Vertrag darauf kam. — Zur Sache selbst war hauptsächlich zu bemerken, dass schon längst B. Beer an der Einreihung des Jos. Ibn Zaddik unter die בעלי התארים Anstand genommen; diese treffende Bemerkung, wie unsre Erklärung, ist freilich von Mitarbeitern der Monatschr. selbst (Joel, Belig. d. Maim. 8.3, wie Munk, Moreh 8. 209, Schmidt Mntschr. 1859 8.340) unbeachtet geblieben. Ferner war auf die Anführung bei J0S. Albo liihzuwcisen, wo חברו,den Plur. der Verf; anzeigt (Catal. p. 1580). — lieber Kaloymos verdiente wohl jedenfalls neben den ״Blüthen* auch die Frnnkelschc Zeitschrift 1846 S; 274280 ,6־, Manna S. 112, u. d. D. m. Zeitschr. selbst IX, 843 (vgl., über Gabir. Flügel 8.23) angeführt zu werden. 3) Dass die in Paris befindliche methodologische Abhandlung v. ״Josef b. Jakob.. .* von keinem Andern als Josef Ibn Aknin sei, habe ich vor 3 Jahren hier Goldberg mitgetheilt (vgl. auch Catal. p. 2472). . 4) Wenn der Freimaurerorden wirklich aus dem Oriente stammt, so wäre hier vielleicht der letzte historische Anhaltsp^lnkt. 5) Vgl. über die activc Intelligenz u. den heil. Geist Cat. Codd. Lugd. p. 75 n. 1.