Hebraeische Bibliographie
- Journal
- Hebraeische Bibliographie
- Volume
- Band II. 1859
- Issue
- No. 11 September-October
- Date
- 1859-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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84 [743 auch (S. 35 A. 19), dass er ״erst im 6. Jahrzehend“ gestorben. — üeber den Sohn, Jos. H. (S. 35 A. 20 [wozu vgl. die "Warnung in unsrem Handb. S. XII Ä. 7] u. 20a) ist folgendes nachzutragen. Ein Brief desselben an Josef כרוב*) befindet sich in Cod. Pocock 74 Bd. II f. 157, u. ein Gedicht an ihn von Saadia Longo das. f. 109. Ein rhetorisches Schreiben Jehuda Sarko’s zu Josefs Hochzeit ist abgedruckt zu Anfang des יפה נוף {Catal. p. 1372), u. es ist zu bedauern, dass das Datum des Venetianer Drucks (Abdrucks??) nicht genauer zu bestimmen ist (s. Catal. p. 1765). Ein Schreiben seiner Wittwe an Jehuda Ahravanel (wohl dem Sohne Samuel’s, s. ב״ח V, 154, Ozar Nechn. II, 61) vom 1. Schebat 338 enthält der genannte Codex f. 156. Eine sehr nahe Verwandte ist wohl die Wittwe des Abr. Egosi, Tochter eines nicht entzifferten Hamon, dessen Grabschrift von A[braham] Roman [od. Reuben??] aus dem Anfang desselben Codex von Dukes (Litbl. XI, 445) mitgetheilt worden. Der!Name׳ Hamon erscheint in Constant. noch im 18. Jahrh., z. B. Ähron b. Isak.H. 172Ö-3. Wir kommen nun zum Hauptgegenstande des Schriftchens, Josef Nasi selbst. Zunächst erklärt der Verf. (S. 07 A. 32) den Namen Miquez Miguez, als gleichbedeutend mit MiehaelssohnA) Ueber die Bedeutung von *Nasi“ ist die Äum. 29 S. 36 so inconsequent oder ungenau, zuerst von dem ״Beinamen“, dann von ״diesem Familiennamen bei Nichtjuden“ zu sprechen. Die Familienverhältnisse werden hier mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit dahin aufgehellt, dass Gracia Nasi und ihre (merkwürdiger Weise noch nirgends mit dem Vornamen erwähnte) Schwester zwei Brüder geheirathet, so wie ihre beiden Tochter deren Cousins, die Brüder Josef und Samuel (auch Moses genannt). Unter solchen Umständen ist die Beschaffenheit der Quellen begreiflich, und der Verf. hält selbst Manches für noch nicht genügend aufgehellt; auch unsre Bemerkungen sollen mehr anregend als belehrend sein. Die Ueberfülle von Familiennamen hat zwar unter solchen Verhältnissen bei spanischen Schein- Christen weniger Auffallendes, u. des Verf. Vermuthung (S. 12), dass Gracia (=Beatrice de Luna) in Venedig den Namen Mendez angenommen, führt uns auf Diego Mendez, welcher von Flandern aus sich für die Portugiesen verwendete {Kayserling, Sephard. S. 132; vgl. hier Anm. 31). Neben dem Familiennamen Nasi scheint der Verf. den Namen Benveniste vorzugsweise auf die Frauen zu beziehen, (S. 48 A. 56, wo von Abraham: ״nach s. Uebertritte“ vorsichtiger als S. 11 u. 12; vgl. HB. S. 35). Die angebliche Entführung der (Reyna) Tochter der Gracia durch Josef hält unser Verf. für vollständig erdichtet (S. 43 A. 39, wo Z. 11: ״seine Verwandte Reyna“ nicht im folg. lat. Texte). Für die Hauptfrage, die uns früher beschäftigte, die Identität der Reyna mit der Tochter der Gracia, ist auch hier kein neues directes Beweismittel gegeben (zu der Verweisung auf Graetz, S. 42 Ä. 35, s. oben S. 35);' sie wird aber durch die Combination der Famitienverhältnisse etwas wahrscheinlicher. Sehr zweifelhaft scheint uns noch des Verf/s für sicher ausgegebene Hypothese über die, auf einem, in Ferrara um 1556 von Poggini gestochenen Medaillon‘ genannte Gracia Nasi. Adr. de Longperier3 4 5) bezieht es auf die berühmte Frau dieses Namens, uns. Verf. will dafür (S. 49) die Nichte setzen, welche also 1556 zwar erst 18 Jahre alt (und daraus werden weitere chronolog. Folgerungen gezogen), aber schon die Frau dös Samuel war (vgl. S. 18). Konnte aber nicht das Medaillon nach einem, in jenem Alter der Tante gezeichneten Bilde gestochen sein? (vgl. auch S. 4Ö Anm.*“ u. S. 44 A. 42). — Nach S. 28 hätte Josef Nasi einen,vergeblichen Versuch gemacht, die Constantinopler Druckerei wieder in Flor zu bringen. Der Verf. schaltet das Jahr 1565 ein, aber in den, an Boistalle (über w. s. oben S. 35 A. 3) im Jahre 1565 gerichteten Worten des Gesandten heisst es ja deutlich, dass der Versuch schon vor langer Zeit (il y a löng temps) wegen Mangels an Gewinn aufgegeben sei! Der daselbst erwähnte Bibeltheil, d. h. Pentat. u. ״einige Proph.“ [d.h. MegilL u. Haftarot/] ist offenbar das in der Pariser k. Bibliothek befindliche Exemplar (wie es scheint wiicum), über welches eine authentische Auskunft sehr erwünscht wäre, da das angebliche J. 1550 uns schon früher zweifelhaft war (Catal. p. 25 n. 131). Von 3) Josef b. Abr. כרוב unterzeichnet im Tebet 333 (15723־) in Venedig ein GA. (s. Lampronti III, f. 25, bei Nepi p. 179). Nach Carmoly (Farn. Jach ja, p. 26) wäre er, oder ein Namensvetter, 1542׳ in Adrianopel, 1548 in Constantinopcl. 4) Wieder eine Beleuchtung von Carmoly*s Erfindung: ,Gracia Miquez* (s. oben S. 33)! 5) ״Medaillon inedit de Grazia Nasi*, in der Revue Numismat. 1858 u. besonders abgezogen (s. hier S. 36 A. 29, S. 37 A. 32, S. 45 A. 44, besonders S. 49 A. 61 u. Geiger in d. Zeitgehr. d. d. m. Gesellseh. XII, 691). — Nach einer Mittheilung des Hrn. Weil-Schott (vom Febr. d. J.) befindet sich das Med. auch in dem Münzkabinet zu Mailand.