Mannheim
Compact Memory

Hebraeische Bibliographie · 1859-09-01 · No. 11 September-October · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Hebraeische Bibliographie
Volume
Band II. 1859
Issue
No. 11 September-October
Date
1859-09-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2249537-7176635-7176675--0243-2249770
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

83 7343 dem die Einen ermüden n. einschlafen, die Andern sich verirren, mancher wohl auch das Ziel ganz und gar ans den Äugen lässt, -r- und dieser Nachtrab hat stets (Ke erwünschte Carricatur geboten für die — Schnellläufer, denen das eigene ״Produciren,“ d. h. das sich für Geld sehen lassen die Hauptsache ist, gleichviel ob das Ziel vorwärts öder rückwärts liegt, oder ob man im Kreise sich bewegt. Die Literatur ist der Gipfelpunkt der Bildung,, und es giebt daher nur zwei grosse Weltiiterajturen, in denen die Juden eine hervorragende Stelle einnehmpn; die arabische und die deutsche. Unter Arabern und Deutschen ist das Judenthum ״aufgegangen״, d. h. nicht zu Gründe gegangen, sondern .es hat die Einheit der allgemeinen und frossen Ideen der Menschheit mit seinen specjfischen Anschauungen erkannt, und aber auch die Fesseln der Isplirung gesprengt, wie Freiheit und Wissenschaft uns stets vom Besondern zum Allgemeinen, vom Zunftwesen, Aberglauben und Vorurtheil zum Gesetz und zum Begriffe erheben. Die Stellung des Judenthums innerhalb dieser Literaturkreise ist eine der würdigsten Aufgaben unsrer Geschichte, ebenso bedeutend fiir sie als für die allgemeine IateraturgesChichte. Diesen Kreisen gegenüber erscheinen die Arbeiten der Juden in andern Sprachen sehr untergeordnet, und die Lectüre des vorliegenden Buches hat uns nicht überzeugen können, dass die Juden so Grosses auf dem. Gebiete der romanischen Poesie geleistet, dass etwa ein wesentlicher Beitrag für diese Literatur daraus erwachsen werde, oder auch wäre, selbst wenn der eigentliche, bedeutendere Stoff dazu nicht hauptsächlich vqn den Bearbeitern jener Literatur geliefert worden. In diesem Verhältnis .sehen wir den Haup£-Schlüssel zur Beschaffenheit dieses Buches. Wir glauben, der Verf. habe seihst gefühlt dass seine Geschichte der poetischen Literatur u. s. w. (S. VII.) weniger me Romanisten mit jüdischen wahrhaften Poeten, als die Juden mit romanisch schreibenden Autoren bekannt machen werde; und da seine fleissigen Nachweisungen, wenn auf ihr eigentliches Gebiet beschränkt, grossentheils in die Gattung der Literärgeschichte und Bibliographie herabgesunkeä wären, welche wohl der Gelehrte und Forscher stets mit Dank aufnehmen, aber für die es immer weniger Verleger geben wird, jemehr der Sinn des jüdischen Publikums auf das Flittergold der Wettrenner gerichtet wird, — so hat der Verf., vielleicht unbewusst (denn Vorreden werden bekanntlich zuletzt geschrieben), die trockenen Körner mit einem Aufguss von ״Geschichte“ schmackhaft zu machen gesucht? der das Buch dem unbefangenen Leser mitunter verleidet. Wir halten es für unsre Pflicht, den b’efreundeten Verf. b.ej seinem ersten grösseren Versuche auf diese Versuchung aufmerksam zu machen, und werden nunmehr unsre Ansicht über diese Art jüdischer Geschichtschreibung darlegen. Ports, folgt.] Levy, M. A. Don Josef Nasi [Schluss v. N. 682] 1 2). [735] Ungenau ist (8, 35 A. 19) die Angabe, dass ich die 2. Ausg. des Schebet Jeh. ״daher* d. h. wegen U. in die J. 1560-7 versetze; vielmehr geht letzteres aus den v. Wiener selbst verglichenen Drucken hervor, die nicht ״kurze Zeit nach Errichtung der Sabion. Druckerei*, sondern von Conti gedruckt sind, der noch 1566 in Oreinona war, dann 1567 in Sabionetta*). In der That hat Wiener einen andern Umstand nnerwähnt gelassen, der mich zuerst auf den Druckort Sab. brachte, nemlich dass daselbst schob. 1556 das Machsor der Jaabez’schen Offizin nachgedruckt worden (Catal. p. 2394). — Dass ״David*, der Verräther, im Texte unseres besonnenen Verf. ohne Ausdruck des Zweifels als Sohn Hamon’s angegeben wird (S. 8, 24), können wir nicht billigen. Es ist uns die Existenz eines ״David Hamon* noch gar nicht bewiesen, und beruht sie zuletzt wohl pur darauf, dass Charriere, (s. S. 53 die Randanm.) den Verräther für identisch hält mit dem in den Negoc. (s. S. 40 u. S. 41) erwähnten ״Sohne*, den anch unser Verf. im Text S. 13 (s. jedoch S. 46 A. 47) so bezeichnet, als ob er nur an den einen, den bekannten Arzt Josef, dächte, während jener ״gewisse David“ schwerlich ein Sohn M. Hamon’s war. Dass Mos. noch 1569 gelebt haben sollte, konnte Niemand einfallen. Nach Graetzs, freilich unbewiesener Behauptung (S. 37 wo ״(ramora“), war er ״sicher“ 1559 verstorben; der Ausdruck (§. 53 A. 81) ״für den Tod Hamons um diese Zeit“ (1569) ist jedenfalls ungenau, wie 1) Oben S. 67 Z. 11 ״Constant.“ 1756 lies: Smyrna (vgl. Ersc7t s. v. Ghirondi Bd. LXVI S. 335 A. 36), den Inhalt anderswo. 2) Dass Conti schon 1555 der Nachfolger Adelkind’s in Sabion. gewesen (Jüd. Typ. S. 46), beruht zuletzt auf einer Confusion über die beiden Ausgg. der Minhogim des Jakob Lcvi (Sabion. 1556, Crem. 1558) bei Wolf (III p. 111) u. daher auch De Rossi.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.