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Hebraeische Bibliographie · 1859-07-01 · No. 10 Juli-August · p. [Seite]

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Journal
Hebraeische Bibliographie
Volume
Band II. 1859
Issue
No. 10 Juli-August
Date
1859-07-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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67 682} S. 4 wird aus Nicolai (J. 1551) berichtet, dass die Juden ״Lateinisch, Griechisch, Italienisch, Syrisch [Chald.?] und Hebräisch״ drucken, aber Türkisch und Arabisch [d. h. wohl mit arab. Lettern, s. weiter unten] nicht drucken dürfen. In der That ist der griech. (s. g. Graeco-barbar.) und spanische Polyglotten־Pentat. mit hebr. Lettern bekanntlich 1547 in Constantinopel gedruckt; von Latein und Italienisch ist uns aus der Türkei nichts bekannt; sollte auch hier das Epigraph des Gers. Soncino (s. HB. I S. 126) im Spiele sein? — Der erste ״Diplomat“ ist Moses llamon (S. 6-8), über welchen wir zwar früher (1 S. 112) auf einen andern Ort verwiesen, jedoch hier einige nähere Bezüge zur Vorlage besprechen wollen. Ueber dessen Verwendung beim Sultan berichtet in beliebter Form der Erscheinung des Propheten Elia ein, sonst unbekanntes, in Oonstant. 1756 gedrucktes Schriftchen מאורעות עולם, schon angeführt von Ghirondi (Toldot S. 267, vgl. S. 265, den ausführlicheren Titel hat uns Luzzatto vor längerer Zeit mitgetheilt). Dass Hamon auf Soliman’s Wunsch ״die heil. Schrift u. die jüd. Gebete in's Arabische [oder gar Türkische] übersetzt habe“ (S. 7, 34 A. 15, nach Sclmarz, heil. Land, 1852 S. 395, welches mir aber unzugänglich, wie auch das hebr. Werk bei Wiener zu Jos. Cohen S. 207; s. jedoch Ma־ nasse b. Israel, angeführt im Litbl. VII, 73), wird wohl mit Carmoly*s unbelegter Behauptung, dass er über den Pentat. persisch geschrieben, auf eine gleiche Quelle zurückzuführen sein, nemlich dass der. von El. Soncino 1546 gedruckte Pentat. mit der arab. Uebers. des Saadiä u. der pers. des Tawus auf Unkosten Hamon’s erschien, was auch hier eine Erwähnung verdiente. Die anderen Behauptungen des erfindungsreichen (7. über H.’s Vater Josef, dessen Abstammung aus Italien u. der Verwandschaft mit dem bekannten Obadja Bertinoro (so ist S. 34 A. 12 zu schreiben, B. ist Petra Ilonorii) beruhen zuletzt auf einer bisher herrschenden Vermischung des Letzteren mit dem gleichnamigen Brudersohn, der 1585 lebte (Gatal. p. 207). In der That haben wir über den ältern Josef, soviel mir bekannt, keine ältere und bessere Quelle als Gedalja (64 b, od. 50b. Amst., vgl. hier S. 35 A. 20 a über die angebliche, Absetzung des Moses), und diesem ist jedenfalls entnommen die Notiz bei Gonforte (32b, die Verweisung desselben f. 34b auf שארית יהודה in Bezug auf Mos. habe ich noch nicht controlliren können), wahrscheinlich auch die des Aboab (Nomoi. 306, hier S. 33 A. 12), der die spanische Abhunft der Familie (mehr heisst ״nuestro noble Andaluz“ nicht) durch die spätren Abkömmlinge wissen, oder aus* dem Namen errathen mochte. Wir haben nemlich noch ein Zeugniss über diesen (bei Cassel, Juden S. 202, ganz übergangenen) Familiennamen bei dem Arzt Isak H. aus Granada (בגרנטה richtig bei Gedalja f. 112, b, ed. V§n., zu corr. f. 91, b, ed. Amst., zunächst wohl aus Verga n. 37 S. 66 ed. Han., die Jahrz. 1488 aus Usqne; auf eine mir unbekannte Begebenheit vom J. 1485 zielt Saadia Ibn Danan in der Unterschrift seiner Abh. § 225 in den GA. des Maimonides). Gedalja’s Notiz, dass Josef Leibarzt Selim’s war, hat also kaum mehr Werth, als wenn sie von Carmoly herführte. Solche Ausschmückungen gehören zu Beider kleinsten Siindeu. Ein gleichzeitiger Apologet jüdischer Aerzte weiss vom alten Josef nichts. ״Nee de Mosis Amon, ejusque filii, Turcarum Pegis, Medicorum commendatione honore ac gloriaft schreibt 1588 de Pomis (de med. p. 71), eine Stelle, die sich zugleich auf den jüngern Josef bezieht, der möglicher Weise noch unter Selim II. fungirte (s. weiter unten). Es ist wohl überflüssig, auf das einfache m bei Pomis und Aboab zu verweisen, um die willkührliche Identification mit Mos. הממונה ben Abraham (bei Dukes, Litbl. V, 776), die bis zur Einschiebung eines zweiten מ in. המון geht, abzuweisen.2) (Schluss folgt.) 2) Vgl. HB. I, 112. Die Schreibart אמון in מקיה ישראל hebr. ed. 1697 (458) f. 57 § 67, weist schon auf einen niclithebräischen Ursprung hin, und hatte Wiener (zu Jos. Cohen S. 207) darauf fuhren sollen, dass die falsche Angabe ״Bajazet“ nicht dem Uebersetzer angehöre, sondern Manasse b. Israel selbst, was für unsere Geschichtsquellen von Bedeutung ist. Wiener scheint nur den Abdruck dieses interessanten Capitels über die jüdischen Würdenträger bei Eisenmenger (II, 1001) benutzt zu haben, der aber nicht ganz unverändert ist, u; A. ist auch das Einschaltungszeichen bei den Worten des Uebersetzers weggelassen (wie später desgleichen, aber mit mehr Sinn, bei ״Elia Bachur“), die Orthographie des zum Theil druckfehlerhaften ״Bajazet“ geändert; auch fragt es sich mir noch, ob der ein- Schaltende Uebersetzer hier ״Eljakim“ ist, da ich die j; deutsche Uebers. (wohl aus dem Belgischen geflossen?) nicht zur Vergleichung vorliegen habe. Jenes, im Original höchst seltene, Werk Manasse’s hat aber im Laufe der Uebersetzungen manche Veränderungen erlitten, welche für den genauenFor» scher von Wichtigkeit sind. (Catal. p. 1650, wo die zwei Uebers,-Namen zu umstellen.)

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