Hebraeische Bibliographie
- Journal
- Hebraeische Bibliographie
- Volume
- Band II. 1859
- Issue
- No. 10 Juli-August
- Date
- 1859-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2249537-7176635-7176669--0221-2249749- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
62 ׳656] et Co. and at tbe Authors (9 Magdalen Bowj 1859, (XXIII u. 189 S., 274 Thlr.) [656] [Wir beeilen uns, dieses Lebenszeichen jüdischer Wissenschaft in England, freilieh wieder von einem Deutschen ausgehend, zur Kenntniss zu bringen, obwohl das Werk eine ausführlichere Besprechung, also auch eine genauere Durchsicht verdiente, als uns bis jetzt möglich geworden. Wir beschränken uns auf wenige, nach flüchtigem Blättern niedergeschriebene Bemerkungen. In der Vorrede (S. XII) wünscht der Her. zu wissen, warum wir (HB. I, 74) die Autorschaft zweifelhaft bezeichnet; und obwohl wir im Allgemeinen in diesen Blättern Wiederholungen äus' unserem Catalog gern vermeiden, — es wird leider mehr als zuviel auf diesem Gebiet wiedergekaut, — so mögen doch hier die vom Her. wiederholten Beweise, die angeblich ״beinahe jeden Zweifel über Autor und Uebersetzer beseitigen״, beleuchtet werden, weii wir in diesen Blättern hauptsächlich die Tendenz verfolgen, in der Beschaffenheit unsrer Quellen die Nothwendigkeit genauer und scharfer ״Kritik nachzuweisen. Die Vorrede des Uebersetzers Jehuda Ihn Tibbon zu unserem Werke1) nennt gelegentlieh Gabirol’s Ethik, warum nennt T. weder hier noch in seiner ethisehen Epistel denselben als Verf. der Perlenschnur, warum nennt keine bisher bekannte alte HS. Gabirol?!2) Die einzige Quelle für G. ist eine Ueberschrift zum שקל, הקודש des Jos. Kimchi, welche unser Her. als ״Vorrede“ des Letzteren bezeichnet! Das Vorwort Kimchi’s selbst ist längst und nicht ohne wesentliche Abweichung aus der Oxforder und später Pariser HS. gedruckt, und spricht eher gegen die Autorschaff GabiroPs (Catal. p. 1498; auch Geiger., Ozar Nechmad I, 114 beachtet dies nicht). Dass man jenes Epigr. noch jetzt dem Kimchi beilegen könnte — wie es zuerst Buxtorf gethan, — ist für unsre Literatur charakteristisch. Auch Luzzatto s hier wiederholte Hypothese über den Ursprung der angeblichen Autorschaft Penini’s, die ihn sogar veranlasst, sich über Zunz zu wundern, wird sehr unwahrscheinlich, wenn man weiss, dass der Urheber dieser Hypothese Gaulmyn ist! — Unser Text ist in fortlaufende Nummern abgetlieilt, welches für Citate sehr bequem ist, aber zu Erörterungen über das Princip der Abtheilung Veranlassung giebt, welche wieder auf die Quellenkunde führen, letztere aber kann nur auf arabischem Boden erledigt werden; es ist daher ein wesentlicher Mangel der angehängten Parallelen aus allen Literaturen, dass von den bereits in unserem ״Manna“ benutzten Quellen namentlich das hier besonders ■wichtige Werk des Thaalebi fehlt, welches von latein. Uebers. begleitet ist, eben so die Disciplina clericalis des Petr. Alfonsi3). Art und Maass dieser Parallelen böte ebenfalls einen reichen Stoff zu Erörterungen; der Her. (S. XVIII) bedauert selbst, dass seine Amtsgeschäfte ihn verhinderten, die Schätze des Brit. Museum in grösserem Maassstab zu benutzen. Da er zuweilen Mittheilungen von Dukes anführt, oder dessen Angaben folgt, so möchten wir diesem gelegentlich rathen, seine, jetzt in alle möglichen Zeitschriften und nicht ohne Wiederholungen ausgestreute »Spruchweisheit doch lieber zu einer 3. Sammlung zu vereinigen, denn nur so können seine Excerpte und Parallelen nutzbar werden.;— Eür die Kritik des Textes ist durch allgemeine Zugrundelegung der ersten höchst seltenen Ausg. 14844) 1) Abgcdr. in meinen! Register zu ״Ozrot Chajimu, so lautet der Titel des Michael’sehen Catalog, und letzterer ist nicht von mir verfasst, ־wie der Her. (und viele Andere) aus meiner deutschen Yorr. wissen konnten. Solche Ungenaulgkeiten werden aber leider kaum ans unserer ungeschulten Literatur zu verbannen sein! So S. VIII ff. Essay on Hehrew (!), richtig S. XX Jewish, das. N. 6 בעל, עקדה als Titel unter ב; abgesehen von unrichtiger Umschreibung von Namen u. s. w. wie S. 175 ״Ekninu (wabrsch. nach Dukes) u. dgl. nicht wenig. Wichtiger ist es, dass der Her. gar nicht angiebt, wohin das Excerpt (nach Ozar Nechmad II, 98 zu corrigiren) gehört, und das Zeugniss über die Ethik des Gabirol auf die Perlenschnur zu beziehen scheint! Schon Delitzsch (Catal. S. 286 zu Cod. XIX) ging hierin zu weit (s.,uns. Catal. p. 2321). 2) Berachja (der keinesfalls um 1260 gehören, wie S. XXI!) citirt unsre Schrift selbst unter verschiedenen Epitheten, s. S. 138 n. 25 (bei Wolf IV, p. 1053!), wornach S. 151 n. 202 zu corrigiren, s. schon Manna S. 97 (u. Catal. p. 625, 2322), vgl. auch Reifmann S. 52, dessen Hypothese noch weniger stichhaltig als Luzzattois, wenn auch Schimoni (wo?) wirklich unser Werkchen meint. 3) Vgl. diese N. S.Reifmann* b Vermuthung, dass der hebr. Uebers. die Autoritäten der einzelnen Sentenzen weggelassen habe, widerspricht die Uebers. der Ethik, wo es nur mit arab. Gedichten geschah (vgl. Manna S. 123). 4) Zugleich Erstlingsdruck der Soncinaten. Ein Exempl. von seltener Schönheit und Vollständigkeit bietet die Bucliliandl. A. Asher et Go. (Catal. N. LXI, 1858 S. 656 n. 834).