Hebraeische Bibliographie
- Journal
- Hebraeische Bibliographie
- Volume
- Band II. 1859
- Issue
- No. 7 Januar-Februar
- Date
- 1859-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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14 [451 Beilagen biogr. n. liter&rhiator. Inhalts. (XXVIII n. 247 S., auch das Hebt, von links nach rechts gedr., 1*/! thlr.; beide zusammen 21/! thlr.) [451] Italisch, M. M. A historicai and critical commentary on the Old Testament,, with a new Translation. Genesis 8 בלאנסייתvp. London, Longman, 1858. (YIII u. 780 S. n. 88 S. hebr. Text). [452] [Wie der früher (1855) erschienene Comm. zu Exodus, 80 ist auch der vorliegende von englischen Zeitschriften, selbst der Verschiedensten Religionsparteien, mit grossem Lobe aufgenommen worden. Diese rühmliche Anerkennung verdient der Verfasser gar wohl für die genaue Bekanntschaft mit den exegetischen 8chriften, den alten und neuen, jüdischen 11. christlichen Commentaren, den britischen Schriften der deutschen Theologen, die er überall au Rathe gezogen, und deren Auffassung er an manchen Stellen durch eigene glückliche Erklärungen verbessert hat Zu dieser Kenntniss des unmittelbaren Wissensgebietes gesellt sich eine aüsgebreitete Gelehrsamkeit in den mannichfacbsten Wissenschaften, den antiquarischen, geographischen, historischen und naturhistorischen, wie man sie in neuerer Zeit zur Beleuchtung des Bibelinhaltes, oft genug ungehörig und verwirrend, herbei' gezogen hat. Auc-hHr. K. dürfte von diesem Fehler nicht freizusprechen sein, wenn er in einer Ein* leitung von 52 enggedruckten Seiten, und öfters im Commentar selbst, die neuesten Forschungen der geologischen, astronomischen und physikalischen Wissenschaften weitläufig auseinandersetzt, um hinterher zu dem Resultat zu kommen, dass alle Ausgleichungsversuche zwischen den bekannten Wider- Sprüchen der biblischen und der wissenschaftlichen Naturanschaüüng missglücken müssen, weil der tfhebrew writeru nicht die Kenntnisse unserer Zeit gehabt haben könne. Ueberhaupt dürfte dem Werke der Vorwurf unnöthiger Ueberladung zu machen sein. Viele abgeschmackte Erklärungen alter und neuer kritischer Abenteurer konnten füglich wegbleiben; manche Erörterungen schienen uns völlig überflüssig, so z. B. die Auseinandersetzung (S. 78 ff.), dass in der antediluvianischen Zeit der Fleischgenuss verboten gewesen sei, and that it »« the aim 0/ manJeind to return to that*tat* (cf.,Synhidr. f. 59, b). Auch in der Besprechung der Parallelen aus den Mythen, der Geschichte, den Gesetzen und den Schriften der alten Zeit scheint uns der Verfasser zu weitläufig u. in ihrer Deutung oft zu willkürlich gewesen zu sein. Dazu kommt, dass der blühende Stil leicht in eine homiletische Kanzelbreite verfallt, die vielleicht nicht wenig zu dem günstigen Erfolg in England beigetragen hat, die aber den Leser nutzlos ermüdet; so die Darstellung über die Vorzüge des Menschen vor dem Thiere rind seine Gottähnlichkeit (S. 75 f.), eine Art Predigt über die Ehe (S. 113), über den Sündenfall etc. Diese feierliche Weihestimmung thnt auch oft der nüchternen Klarheit Eintrag, die der Kritiker bei aller Vorliebe für seinen Gegenständ sich bewahren muss. Es begegnen uns symbolische und typische Erklärungen, die an die Weise des Midrasch und der Kirchenväter erinnern und in welche freilich auch die, durch christliche Neigungen und Tendenzen getrübte Bibelkritik selbst erleuchteter Minner unserer Zeit noch verfällt. Wir müssen uns hier auf diese kürzen Andeutungen beschranken; für eine eingehendere Kritik ist hier nicht der Ort, und diese müsste übrigens ein schliessliches Urtheil siurückhalten, bis der Verf. in einer'allgemeinen Einleitung, die er unzweifelhaft nachtragen wird, über Verfasser und Abfassungszeit des Pentateuchs, so wie über alles dahin Gehörige seine Ansichten auseinandergesetzt hat. Wenn wir es gewagt * an einem Werke, das 80 ungeteilten und keineswegs unverdienten Beifall gefunden hat, bescheidentlichst einige Ausstellungen zu machen, so thaten wir dies, weil es, nach einer freilich flüchtigen Vergleichung des Exodnsmit der Genesis, uns hat scheinen wollen, als ob der Verf. über die Hauptfragen der Bibelkritik mit sich selbst nicht ganz einig gewesen, und seine Ansichten im Verlaufe seiner Studien zu grösserer Klarheit gediehen wären. Dieser Fortschritt, der schon in der Genesis sich kundgiebt, hat uns zu jenen Bemerkungen ermuthigt, in der Hoffnung, dass der Verfasser sie für seine ferneren Arbeiten der Berücksichtigung nicht ganz unwürdig finden dürfte.] (Kirschsfein.) Klemperer, Gdtm. ‘חיי ידווכתן Rabbi Jonathan Eibenschütz.1) Eine biogr. Skizze. 8vo. Prag, W. Pascheies, 1858. (154 S. n. Portr., 20 sgr.) [453] [Ist ein Sonderabdruck aus den Sippurim Bd. IV.(N.455). — Jonathan Eibenschütz, von seinen talmudgelehrten Zeitgenossen wie ein höheres Wesen angestaubt, u. im Andenken der Nachfolger wie kein anderer Rabbiner neuerer Zeit geehrt, war auch andererseits, zum'Theil aus Neid wegen seiner gelehrten Erfolge, Gegenstand gefährlicher Verdächtigung u. Verfolgung. Sein Leben, Wirken, 8chickr sal und deren Einfluss äuf Schule und Haus der Judenheit bieten daher den reichsten Stoff für den jüdischen Geschichtsforscher, besonders wenn er einen zum grösseren Theil aus Juden bestehenden Leserkreis im Auge hat. Der Verf. hat demnach seiner Arbeit, die zunächst für die Sippurim geschrieben ist, einen verhältnismässig sehr grossen Umfang gegeben, u. die Fülle seiner Mittheilungen verdient um so mehr Anerkennung, als sie aus mühevollem Sammeln hervorgegangen ist. Als Haupt- 1) [Dies ist die übliche Orthographie des mährischen Ortsnamens; das ״etc* des Mentors meiner ״augenfälligen Irxthümer" wendet sich also gegen ihn selbst. St.]