Hebraeische Bibliographie
- Journal
- Hebraeische Bibliographie
- Volume
- Band I. 1858
- Issue
- No. 6 November-December
- Date
- 1858-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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129 dem Buchst. Alef) deutlicher als in der Ausg. 1501. In letzterer ist unser hebr. Anhang ohne Bogenzeichen, und obwohl die Introd. perbrevis etc. mit dieser Be;- Zeichnung, sowohl auf dem Haupttitel, wie auf dem zweiten Specialtitel {De lit^ graecis etc.) angegeben ist, so wäre es doch nicht unmöglich, dass jener letzte Bogen auch mit einem Sondertitel: Introductio hebr* .. utilissima J s. weiter unten) für sich ausgegeben worden. Die Vorrede des Aldus (auf Bl. a II endend) ist datirt Juni 1501, daher glaubt Hr. P. dass das Datum Febr. 1501 ~ welches nemlich am Ende der Rudim. ling. lat. steht — ״für uns 1502 heisse;״ demnach wäre die zweite (griech.) Abtheilung mit dem hebr. Anhang nicht vor Febr. 1502 gedruckt. Es ist aber dieselbe Introductio wahrscheinlich schon 1501, jedenfalls 1502, in Erfurt nachgedruckt! Auch hier beruhen unsre Angaben auf Autopsie und nüchterner Combination. Unter den Schätzen der hiesigen Jfc- Bibliothek befindet sich auch die, von N,. Mar schalle Thurius mit dem Vorworte des Aldus abgedruckte Introd. hebr. disc. cupientibus utilissima, welche fortan als der, bisher unbekannte, erste hebräische Druck in Deutschland gelten wird , obwohl das Hebräische offenbar nicht mit bewegliehen Typen, sondern mit Holzschnitten für Buchstaben, Sylben und Wörter gedruckt ist, die eine wahre Carricatur von Francesco’s Typen bilden. Eine handschr. Note in dem Buche führte mich anf Lisch's Buchdruckergeschichten, 15) in welchen die undätirten Drucke des Thurius in Erfurt nicht über 1502 hinaus angesetzt weiv den, da derselbe!schon 1503 in Wittenberg war; und hätte Lisch zu der von ihm (S. 107 N. IQ) angeführten Orihographia des Thurius Panzer's Annalen (VI, 494 n. 4) nachgeschlagen, so würde er dort den Namen Schenk und das Jahr 1501 gefunden haben. Leider ist mir diese Orthographia selbst nicht zugänglich, aber ich habe die-, bei Lisch unmittelbar vorher genannte £17 (דןג0׳ך%>1׳rpo; (sic) xtov etc. oder Eiementale introd. in Idioma graecan. auf der hiesigen Bibliothek mit dem griechischen Elementarwerk des Aldus verglichen, und zweifle nicht, dass Thurius nur einen Auszug derselben geliefert, ohne Aldus hier zu nennen: man vergleiche z. B. das zeilenweise' identische Ave Mariä.' Den Zusammenhang der griech. u. hebr. Einleitungen beweist äüct unwiderleglich der Umstand, dass am Ende der letztem sich Thurius* Distischen zum Lobe der hebr, und der griech. Sprache finden. Üm eine allgemeine Bemerkung hier zu erledigen: es ist der innere und äussere Zusammenhang des Studiums beider Sprachen, in jener Zeit, der unsf bei der Verbreitung der AldinischeU Elementarbücher als Führer dienen kann. Hiernach möchte man also“ ohne weiteres die Erfurter Ausgabe aus der Venetiäner von 1501, ableiten. Dennoch ist die Sache nicht so ganz entschieden. Beide gleichen sich zwar in Format aber nicht in Blattzahl, und die Erfurter ist, wie die neüentdeckte Sonderausgabe und alle mir bekannten spätem Abdrücke und Bearbeitungen der Introd'., nach Art hebräischer Bpcher von rechts nach links gedruckt, ihr Titel ist, mit blosser Umstellung des Wortes utilissima, der der Sonderausgabe! Letztere wird nun von P. als irisch und schön bezeichnet-, Und dürfte also jedenfalls schwerlich nach 1501 gedruckt sein. Es ist hier unsre Absicht nicht, alle Ausgaben oder Bearbeitungen der Aldinischen Einleitung aufzuzählenj und wahrscheinlich giebt es noch manche unerkannte; sondern wir wollen nur auf einige hervorstechende, *und bei den Bibliographen unter verschiedenen Autoren zu suchende hinweisen. Hierzu werden einige Worte über den Character derselben angemessen sein. Die Introductio ist eine Fibel, eine ganz äusserliche Leselehre , Aufzählung und Benennung des Alphabets und der Zeichen. Gharacteristisch sind die — auch in 15) Jahrbücher des Vereins f. Mecklenburg. Gescb. etc. IV. Jahrg. Schwerin 1839, S. 104.