Hebraeische Bibliographie
- Journal
- Hebraeische Bibliographie
- Volume
- Band I. 1858
- Issue
- No. 6 November-December
- Date
- 1858-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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- Niger 1× ep/1824046
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drücken beabsichtigte? P. nimmt nämlich selbst *n, dass G. im 15. JaÜrb. nbch nichts Anders als hebräisch druckte; Aldus aber sagt in dem Vorw. zu dein hoch näher zu besprechenden Werkchen: ״ Deinceps instiiutiones grammaticasy dictionarixim et sacros libros, 81 haec placuxsse cognövero, deo völente dabirnu*.“ Ja Sollen wir Weiter gehen und vermutben, dass Aldus derjenige war, der zuerst die Absicht zeigte j dem Gerson ins Gehege gehen zu wollen, u. dadurch Letzteren zur Vergeltung reizte?' Oder ist diese Dfohnng erst eine Folge der Beeinträchtigung gewesen? Diese Fragen haben ein mehr als individuelles Interesse, wie überhaupt die Geschichte des Hebräischen kurz vor der Reformation, 10) und diess führt uns von dem jüdischen Typographen zu dem christlischen, dessen Bedeutung für die Geschichte der hebräischen Sprachkunde unseres Wissens bis jetzt noch nirgends attgedCütet ist,- und uns zur Mittheilung verschiedener andern Neuigkeiten Gelegenheit bietet. 1־ו) * Das Schriftchen des Aldus, aus welchem P. hebräische Proben intttheilt, ist betitelt: +Introductio utilissima Kebraice discerc cuptentibus, ohne Jahrzahl, 1 Bgn. in 16mo von rechts nach links gedruckt, von P. in der berühmten Graf Spencer’schen Bibliothek entdeckt. Der Inhalt ist vollständig identisch mit der Introductio perbrems in ling. hebr., Welche meistens als Anhang der lateinisch-griech. Elementarbücher des Aldus erscheint. Die Geschichtschreiber der hebr. Sprachkunde (Loescher, Wölf, Hauptmann, Köcher, Hezel, Gesenius) übergehen alle diesen allerersten wirksamen Versuch1*) der Einführung des Hebräischen mit seiner Schrift bei den Christen, ja wir gestehen unumwunden, dass wir erst durch PänizziV Schriften darauf geführt worden sind, aber auch sehr bald gefunden haben, dass das Schriftchen nichts weniger als unbekannt, von Bibliographen häufig erwähnt, nur nicht auf Aldus zurückgeführt sei, weil dessen Name auf dem Titel nicht genannt ist•, ein Umstand, der in der Literärgeschichte keine kleine Rolle spielt; doch wollen wir die, uns sehr fragliche, eigentliche Autorschaft hier nicht weiter verfolgen. Wir müssen aber hier auch noch einmal, zum letztenmal für jetzt, des Hieronymus Soncino erwähnen. Unter diesem Namen soll in Pesaro 1510 eine ״Introductio ad literas hebrS fä^yfä אל אותיות עבריות, wenn dieser Titel nicht von Bartolocci fabricirt ist?) erschienen sein. Wir haben früher (Jüd. Typogr. p. 42 A. 12) die ganze Angabe in Zweifel gezogen, später (CataL p. 579 N. 3714) vermutbet , dass das Schriftchen nicht zu den eigentlichen hebräischen gehöre. Wir fragen jetzt, ob Jemand dasselbe gesehen, der uns freundlichst belehren wolle, ob etwa zwischen dieser Introductio und der erstgenannten irgend ein Zusammenhang stattgefunden. Die Aldinische Presse veröffentlichte den erwähnten Anhang wenigstens aChtmal1*); wir haben Gelegenheit genommen, zwei der ältesten Ausgaben auf der k. Bibliothek in Berlin zu unsern Untersuchungen zu benutzen14). In der , ohne Jahr (nach Renoiiard um 15013־) erschienenen griech, Grammatik des Lascaris, folgen auf den Anhang Errata und Register des ganzen Buches, und ist der Druck des Hebräischen in dem erwähnten Exemplar zum Theil (z. B. die Segolpunkte unter 10) Vgl. unsre Bemerkung oben (Sehr, Bibi) S. 108. 11) Wir geben hier nur die ־wesentlichen Resultate weitläufiger Untersuchungen; die genauem bibliographischen Baten und Nachweise, finden sich in unserm, bereits unter der Presse befindlichen ״Bibliogr. Handbuch* u. s. w. (s. Hebr. Bibi S. 5). 12) Freilich hatte sch$u Peter Niger, in seinen beiden, lateinisch und deutsch geschriebenen, und zu Esslingen 1475, 1477 gedruckten Werken, den Kampf gegen das Judenthum mit einer hebr. Buchstabenlehre beschlossen; aber dieser Versuch blieb isolirt. 13) Jtenouardy Annales, Index p. 552. 14) Bieselbe hat bekanntlich im. Jahr 1847 die berühmte Aldinensammlung des Grafen Mejan 6rworben, die für fast vollständig galt, es fehlt nunmehr freilich auch die Panizzische Entdeckung.