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Hebraeische Bibliographie · 1858-11-01 · No. 6 November-December · p. [Seite]

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Journal
Hebraeische Bibliographie
Volume
Band I. 1858
Issue
No. 6 November-December
Date
1858-11-01
Page
[Seite] (sequence 18)
Language
German
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(Hieronymus) Söncino“, deren zwei einleitende Artikel, im Serafeum 1854'8*90 u. 348, die letzten Drucke (das Todesjahr) Gerson’s und eine unbekannte Incunabel mit Holzschnitten behandelten. ,Wir hatten bereits M J. 1852 das erwähnte. Epigraph Selbst kennen gelernt, und Almanzi darauf aufmerksam gemacht, dasselbe auch (A. 1856) im Bodleianischen Gatalogus (S. 2344) vollständig mitgetheilt. Im J. 1857 schrieb Luzzatto einen Appendice zum 3. Bde. des Werkes ״Deila litteratura italiana nella 8eco)1da metä del 8ec. XVIII*, von Catn. Ugoni (herausgeg. von dessen Bruder Filippo in Mailand), worin er auch Almanzfs Mittheilungen und Materialien benutzte; unter letzteren fand er die erwähnte Ausgabe selbst mit dem Epigraph2 3), dessen Original er später Geiger mittheilte, der die betreffende Stelle in einer Anzeige des Appendic ein der Zeitschr. der Deutsch-morgenl. Gesellschaft (Bd.XI) wiedergab; beide haben die genannten Artikel unerwähnt gelassen. Wir selbst waren seitdem nicht in der Lage, die angefangenen Untersuchungen in gewünschter Weise auszuführen, werden aber jedenfalls in der 3. Section des Catalog’s darauf zurückkommen, und geben diesen kurzen Bericht einerseits als Quellenmaterial, anderseits ־als Motivirung darüber, dass wir auf Gerson selbst hier nicht mehr als nöthig ein gehen , obwohl die Versuchung in mancher Beziehung sehr nahe liegt. So z. B. weist P. gleich zu Anfang Ganutfs Unterscheidung zwischen Gerson und Hieronymus zurück* ohne deren scheinbare Begründung zu widerlegen; Gerson soll nemlich nicht, vor 1505 in FSno gedruckt haben, Girolamo schon 1503; in der That giebt es auch einen hebräischen Druck des Gerson vom Anfang des Jahres 1503 in der k. k. Bibliothek zu Wien*}. Wir kommen nun zur Hauptsache. Im Juli desselben Jahres (1503) druckte G. einen Petrarca in Aldinischer Form, aber nach P.’s sachkundigem Ürtheil, das Vorbild an Schönheit übertreffend. In der (hier S. 24 angehängten) Dedication an Caesar Borgia* Herzog v. Valencia, erzählt G., dass auf seine Veranlassung nicht bloss 80 viel als möglich angesehene und passende Setzer (compositori) nach Fano gekommen, sondern auch eih ausgezeichneter und unvergleichlicher Schneider (sculptore) von lateinischen, griech. u. hebräisehen Lettern, genannt Maestro Francesco aus Bologna4). Dieser habe auch die neue Gumcschrift erfunden, ״nicht Aldus, noch Andre, die es schlau versucht haben, sich mit fremden Federn zu schmücken“, Francesco sei deren erster Erfinder und Zeichner (designatore), und habe überhaupt ״alle Schriftformen geschnitten, mit welchen je Aldus gedruckt.“ Francesco selbst klagt später (s. S. 30), er habe die griech. und lat. Charactere dem Aldus fabricirt (fabricato), durch welche Letzterer nicht bloss sehr grossen Reichthum, sondern auch einen •unsterblichen Namen sich erworben. Der Wortlaut dieser Stellen ist wichtig zur Beurtheilung der Anschauung* welche P. uns davon giebt, und der Schlüsse, die er daraus zieht (S. 6 ff.}, indem er die Worte Gersons theilweise umstellt, und dadurch auch das Hebräische* wovon Francesco selbst schweigt, mehr betont; während Gerson des Hebräischen nur ge• legentlich, nicht in directer Beziehung zu Aldus* und jedenfalls ohne Nachdruck erwähnt. Aldus hat, wie P. selbst bemerkt, von hebr. Lettern nur äusserst wenig Gebrauch gemacht, — und in der That hatte Gerson auf diesem seinem eigentlichen 2) Luxatto erklärte mir brieflich, dass Almanzi meiner Mittheilnng über das Epigraph wohl nicht mehr sich erinnert habe, und er selbst bloss das Buch ohne weitere Notiz erhalten. 3) Es ist ein vollständiges Gebetbuch, nicht Centum b&nedictione*, wie noch Luxatto (Append. p. 12) schreibt, dem doch die Bogen unsers Catalogu* (p. 303 N. 2062, nach Autopsie ־v., J. 1832) za Gebote stehen. 4) Wir lernen also hier zugleich den ersten, und fast einzigen genannten, Letternschneider kennen. Wir kommen nächstens auf diesen Gegenstand zurück. Auch Luxatto, a. a. O. S. 12, citlrt Jene Stelle der Widmung.

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