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Hebraeische Bibliographie · 1858-11-01 · No. 6 November-December · p. [Seite]

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Journal
Hebraeische Bibliographie
Volume
Band I. 1858
Issue
No. 6 November-December
Date
1858-11-01
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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123 397] jüdischem Interesse. — Es drängt sich uns dabei die betrübende Frage auf: Wann ,wird ein, mit jüdischer Wissenschaft und allgemeiner Bildung ausgerüsteter Jude im Interesse der ersteren eine Keise nach Palästina unternehmen, und uns durch kritische Forschungen von den naiven Legbnden der Alten und ihrem unleidlichen Widerhall in dem Hunde moderner Schriftsteller befreien]! Wann werden wir, anstatt Spendenstreitigkeiten und traurige Berichte über verfehlte Verbesserungsversüche (s. hier 8. 513) und abenteuerliche Stiftungen, gesunde nüchterne Belehrung aus dem gelobten Lande erhalten?] — S. 536: ״Warum gehört das Buch Sirach zu den Apocryphen? Von Geiger. ' [397] [,Wir sehen hier wesentliche tendentiöse Abänderungen, welche der grossen Hervorhebung des xadokittscheit Herrscherstammes auszüweichen bemüht waren* u. s. w. (S. 542). Her geehrte Verf. hat seiner 'tendentiosen Anschauung des Alterthums allmählig so viel Gewalt über sein kritisches Talent eingeräumt;; dass er zuletzt in der Tendenz selbst den Schlüssel zum Alterthum gefunden zu haben glaubt; und, was Niemand für möglich gehalten hätte, es geht ihm bereits nicht viel besser mit den ״Zädokiten,* als Böhmer mit den ״Essäern,“ lind Jellinek mit den *Kabalisten.“ Wir wollen jedoch durchaus nicht Forschungen, von ernster wissenschaftlicher Tendenz vor *das Forum derjenigen gestellt wissen, denen alle Vorbegriffe zur Beurtheilüng fehlen: und wenn ein achtbarer, ,aber nicht minder tendentioser, nemlich apologetischer Gelehrter, von solchen Forschungen religiöse Nachtheile befürchtete, so war es, nach einer bekannten Erfahrung, auch von diesem Standpunkte aus nicht rathsäm, die Aufmerksamkeit des grossen Publikums darauf hinzulenken. Her unbefangene Forscher kennt Befürchtungen nur vdn Seiten der Ungründlichkeit. Hasselbe Heft enthält auch S. 545 und 548 Anzeigen syrisch, und phönizischer Werke von Geiger und X. A. Levy.] — Heft IV S. 1580: ״Eine mittelalterliche jüdische Medaille״. Von Geiger (mit einer Kupfertafel). [398] [Der Verf. will an einem modernen Beispiel a minori nachweisen, wie misslich es um die Entzifferung der ,alten Denkmale stehe. Er giebt auf S. 680—90 eine kritische Uebersicht der bisherigen Deutungen der durch ihren!schlechten Styl einen weiten Spielraum bietenden Inschrift, wornach Zunz mit der Auffindung'des Akrost. u. s. w. ״einen mächtigen Schritt zur Förderung des Verständnisses gethan״, mit Lowe (s. oben S. 60 N. 157) * 1 2j ein Rückschritt geschehen sei, und schliesst, nachdem er jost’s Hypothese erwähnt: ״Wir sind froh, endlich an das Ende des langen Gewirres sprachwidriger und sinnloser UebersetzungUn wie kindischer, untergeschobener Absichten gelangt zu sein,“ Und nun,bietet uns G. seine eigene, in der That durch Einfachheit imponirende Hypothese, Die Medaille sei 1503 zum Andenken des 70- 80 alt verstört). Benjamin 0. Elia geprägt, die Umschrift von Benjamin b. Sabbatai ״Änaw״*)., der Lorbeerkranz bezeichne den ״Sieger (?) nach vollbrachtem Lebenslauf״. Die Med. habe demnach ״ihre historische Beziehung und Bedeutung eingebüsst״ (S, 693). Wird dieser Aufsatz die Debatte abschliessen? Er scheint umgekehrt eine neue hervorzurufen. Der Red. des Ben- Chananja (S. 566) schliesst sich im Ganzen Geiger an, aber es ist der lebende Benjamin ben Elia, der sich in seinem, nach Neujahr verfertigten Bilde anschaut und anredet (!). Berichtigt muss werden, dass Zunz nicht das J. 1503 annahm, vielmehr die Zeit um 1430 (הקץ)^ und scheint uns die chronologische Schwierigkeit, wenn 1503 angenommen wird, noch nicht beseitigt. Dass das Bild auf der Medaille den Juden Benjamin b. Elia vorstelle, und der Medaille selbst gar kein irgendwie merkwürdiges Ereigniss zu Grunde liege, ist nicht Jedem so einleuchtend, wie &. glaubt.] — S. 695:' ״Epigraphische Miscellen״. Von F. Hitzig. [399] [Ueber Phönizische Inschriften, auch Polemisches gegen M. A. Levy'8 Phon. Stadien.] hier die hebr. Texte selbst za Grande gelegt sind. Aber man lese nur *de vertu en vertuk (Wl 1מחמי אל) and ״rnont Moriah« (für הר המור), and man wird dort Hottinger'8, hier Wolfe lat ein. Uebersetzung wiedererkennen. Hass die neueste Geschichte des Judenthams (H, 429) diese Itineratres als ein ״schönes Werk“ .bezeichnet, ist ans bereits, erklärlich, 1) In Bezug auf Ascher Lämlein and die irrigen Angaben der Späteren , macht ans Hr. v. B—a in Amst, noch auf die (ausserdem bekannte) Stelle über die Pseudo-Hessiasse in Tohia Köhen’s Maate Tohiah i. 64 ed.Ven. aufmerksam. 2) הענו im Sing, mit Artikel ist wohl kaum als Familiennamen nachzuweisen, wenn nicht der Mos. העניו bei Sacut u. A. (Catal. p. 2763) hiehergezogen wird. Auch die Italiener haben nur Sing, ohne Artikel od. Genit. Plur. mit Artikel (dei, degli, ...מן ה). S. noch oben N. 358.

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