Mannheim
Compact Memory

Hebraeische Bibliographie · 1858-07-01 · No. 4 Juli-August · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Hebraeische Bibliographie
Volume
Band I. 1858
Issue
No. 4 Juli-August
Date
1858-07-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2249537-7176599-7176613--0089-2249623
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

79 211] überhaupt geschehen. Die ״Mysteres“, und namentlich in unsrer hebr. Bearbeitung, sind aber Ihrer Tendenz nach nichts ,weniger als frivol, vielmehr hat das französisehe Original seiner Zeit bekanntlich einen mächtigen sittlichen Erfolg gehabt. Die Frage über Inhalt und Tendenz wird also auf das besondere Gebiet dieses Romans zu_ beschränken und zu fragen sein, ob das hebräische Publikum, welches dem grössten Theil nach, wie seine Landesgenossen in Polen und Russland, einer niedern stufe der Bildung angehört, und meistens positiver Culturelemente bedarf, durch die My st eres lernen sollte, wie in der, von überreifer Verfeinerung verfallenden Weltstadt, mitten unter der schimmernden Unsittlichkeit höherer Kreise auch das grosse Laster unbeachtet bis zum poetischen Scheine emporwuchere. Wir sind unbedingt der Meinung, dass es nicht an Elementen fehle,, welche dem Geiste des hebräischen Lesepublikums und dem Genius der hebräischen Sprache näher stehen, und von deren Uebertragung auf hebräischem Boden in jeder Beziehung mehr Einfluss zu hoffen ist, als grade von den Mysteres, und in Rücksicht darauf durften wir auch das blosse Project als etwas Sonderbares (זר), Unnatürliches bezeichnen. Wir geben uns nämlich nicht der Illusion hin, welche Hrn. Lebensohn (in derVorr. zu unserer Schrift) und Andre hinreisst, zu hoffen, das der literarische Gebrauch der hebräischen Sprache sich bis zu einer wirklichen Belebung potenziren werde. Vielmehr glauben wir, dass der practische Gebrauch derselben, z. B. im Gultus, hauptsächlich zur. Erhaltung der Kenntniss unsrer Religionsquellen und der aus der Literatur fliessenden Geschichte dienen soll. Wir glauben eben so wenig an eine absolute Helligkeit der hebräischen Sprache, mit den sich daran knüpfenden kabbalistischen Spielereien, als noch irgend ein Sprachforscher unsrer Zeit an die Priorität derselben. Das Hebräische hat nur aus Rücksicht auf den Schrifteninhalt für den jüdischen Gelehrten, eine andre Bedeutung, als das Lateinische für den Gelehrten überhaupt, nicht aber in Bezug auf die Fortentwickelung. Wir wünschen, dass das Hebräische niemals äufhöre, ein geeignetes Organ für die jüdische Wissenschaft zu sein, um die nach Nationalitäten zerstreuten Radien derselben in einem Focus vereinigen und für die Nachwelt reflectiren zu können; aber wir verlangen nicht, dass das Hebräische zur Verkehrsprache ausgebildet werde, ja wir halten es für unmöglich, und darum jeden Versuch dazu für etwas Verkehrtes, Erfolgloses und Schädliches, insofern die Sprachanschauung überhaupt dadurch getrübt, und die Neubildungen der Erklärung bedürftig und unverständlich werden. Mit einem Worte, wir glauben, dass es Stoffe und Literaturkreise giebt, deren Uebertragung auf hebräischen Boden,, selbst durch die geschickteste Hand, nicht, wie manche glauben, ein Zeugniss für die Bildsamkeit der Sprache, sondern nur für die Gewandtheit des Meisters bleiben; sie mögen bewundernswerthe► literarische Curiosa sein, aber diejenigen, welche als Vorkämpfer für die vernachlässigte Sprache auftreten, sollten 'am wenigsten dergleichen Stofle wählen, wenn ihnen wirklich die Sache mehr gilt als die Person.] עצי עדן מיוסד עד, דרושים נפלאים ... חברו... מוהריל מרגליות בעהמח ם, קרבן ראשית, ובית 'D מדות, ואור עולם, ואגרת המליצה, ושות פרי תבואה, אשד היה ראבד בקק בוזנאב ואחז.. בקק שעברשין ... וסלאצק .. לעסלא, גם יבאו בו חרושים מבן הרב המחבר הה הרב,... אשר ז על י ג מרגליות ראבד דקק שעברשין, הוגה ונעתק מאת אשר גדסס מלסנים בקק סס דאדר בשנת דרשו הטוב וחיו [קעגיגס־ .3 [בער ג תריח Aze Eden. Homiletische Auseinandersetzungen u. dgl. v. Je hü da Loeb Margallot, nebst Bemerkungen seines Sohnes Ascher Selig Margaliot; früher gedruckt in Frankfurt a. d. 0. 1802; neuerdings 8. s. I. e. a. [Königsberg, 1858]. (24 Bl.) [211] [Der ungenannte Herausgeber verspricht auch andre 3, auf dem Titel zuerst genannte Schriften desselben beliebten Verfassers, der zu seinem Zeitgenossen Satnow1) ein interessantes Gegenbild liefert. Bei beiden war die klassische hebräische Literatur nicht ein historisches Object, sondern eine in ihr eigenes Leben übergegangenc Cultuistufe, welche sie befähigte, sich mit einer merkwürdigen Leichtigkeit in den Formeu der verschiedenen Gattungen zu bewegen, und eigentlich ־weit mehr durch diese Gewandtheit des Schmetterlings, als etwa durch einen Sammlerdeiss der Biene, dem damals noch grossen Publikum zu imponiren. Beide zehrten im Grunde mehr von fremden Mitteln v 1) 80 schreibt dieser selbst seinen Namen, im Comm. zu Job, mit deutschen Lettern, es dürfte also die Schreibart Satanow, wenn auch an sich richtiger, doch für diesen Autor aufzugeben sein?

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.