Hebraeische Bibliographie
- Journal
- Hebraeische Bibliographie
- Volume
- Band I. 1858
- Issue
- No. 3 Mai-Juni
- Date
- 1858-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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54 [127 dieses Blattes erklärlich werden. In einer Anrede an Marschall Canrobert motivirt Hr. Br. die Anhanglichkeit der französieren Israeliten an die Dynastie Napoleon, ,welcher er das Kostbarste ▼erdankt, nemlich die Freiheit des Gewissens und den Genuss der Gleichheit der bürgerlichen und politischen Rechte.“ Die jüdische Geschichte würde das wenigstens ▼on der ,Erhaltung“, dieser, bekanntlich durch die französische National-Versammlung ausgesprochenen Gleichheit gefallen lassen, wenn — das rheinländische Judeneidgesetz nie existirt hätte• Aber Hr. Dr. fahrt fort: ,Napoleon I hat uns jene bewundernswürdige Consistorial־Organisation gegeben, welche unsren Cultus regiert.“ Für ihn ist Gewissensfreiheit u. 8. w. wenn nicht identisch mit, so doch verkörpert in der Consistorialverfassung. — Der erste Jahresbericht des ,Instituts zur Förderung der israel. Literatur (1856 8.8), klassificirt diejenigen, die für dasselbe wirkten, in Rabbiner (mehr als 70), Lehrer (Prediger, Docenten, Lehrer) und verdiente Privatmänner. Er bedauert jedoch (S. 11), dass ,mit geringer Ausnahme die meisten Celebritäten es nicht übers Herz brachten (?!) nur Abonnenten des Instituts zu werden, viel weniger es zu unterstützen und zufördern“, und soll daraus hervorgehen, ,dass der Erfolg noch ein dreimal grösserer hätte sein können“. Hier sind offenbar die ,Qelebritäten“ den andern Klassen entgegengesetzt; mit welchem Reoht? das müssen die Berichterstatter und Leiter des Instituts ▼erant- Worten, die ihren Theilnehmern solche Complimente machen. Jm Lien (11,41) lesen wir dafür: ,Le rapporteur [die beiden mitunterschriebenen Leiter des Instituts, die *nicht ,Rabbiner* sind, werden vollständig ignorirt] remarque ensuite, non sans amertume, 1. qu’aucun des coryphees parmi le mbbinat ooeidental n’a cherche a favoriser l'instltut etc. Ce dedain des Grand-Rabbina et du grand monde est significatif.“ Diese unwillkürliche Unterschiebung der Rabbiner und ,Gross-Rabbiner“ unter die Coryphäen ist — ,significatif“.] 2. Einzelschritten. I ארח(!לרדן לאלכסנדר סאן הוטבאלד ביום מלאות לו שמונה ושמונים שנה. קורות ימי חייו, מטעיו, וספריו מאת חיים זעליג סלאניטסקי. בערלין. תריח. 8. "Alexander von Humboldt Eine biographische Skizze. Dem Nestor des Wissens gewidmet zu seinem 88. Geburtstage von S. Blonimski.“ 8vo. Berlin, Veit u. 00. (Druck y. Sittenfeld.) 1858. (100 S., 15 sgr.) [127] [Der als Mathematiker bekannte Verf. bemerkt im Vorw., dass er in diesem hebr. Schrifteben das, mit den Fortschritten der Wissenschaft überhaupt so innig verwebte Leben Humboldts seinen Landsleuten (den russisch-poln. Juden] vorfunren, und zugleich ein Gedenkzeichen (daher d. Titel Ot Sikkaron] setzen wolle der Gerechtigkeit und Fürsprache, welche Humboldt stets Judenthum und Juden hat angedeihen * lassen. Wenn es für Letzteres noch eines Zeugnisses bedürft hätte, so erhalten wir das verbürgteste in den Worten des vorgedruckten Briefes von H. an den Verf.: ״Der hebräischen Literatur leider entfremdet, aber von früher Jugend an mit den edelsten Ihrer Glaubensgenossen innig verbunden, ein lebhafter und ausdauernder Verfechter der ihnen gebührenden und so vielfach noch immer entzogenen Rechte, bin ich nicht gleichgültig für die Ehre, die Sie mir erwiesen haben.“ Der Schöpfer des Kosmos ist in der That der erste unter den äusserst wenigen , die das Mittelalter ganz überwunden haben, denn ״es sind nicht alle frei, die ihrer Fesseln spotten.“ Dass Humboldt’s, aus dem edelsten Gefühl der Gerechtigkeit abzuleitende Theilnähme für alles jüdische Streben mitunter auch von minder Würdigen ausgebeutet, worden, können nur diejenigen geltend machen, welche selbst dazu beitragen, dass es für jüdisches Wissen fast gar keine oder nur einseitige Autoritäten giebt. Wir können nicht umhin, auch folgende Worte jenes Briefes hervorzuheben: ״Es ist für den biographisch Belobten fast eine Beruhigung, der Ursprache nicht mächtig zu sein.“ Welcher Abstich gegen manche unsrer grossen Geister, die nur in der Atmosphäre selbstgespendeten oder geforderten Weihrauchs athmen können! — Der Verf. giebt von S. 49 an einen Abriss des Kosmos und schafft bei Gelegenheit einige neue technische Ausdrücke.] ארח מילורים הוא פסקי וסידור הלכות, ממקרא ודברי חכמינו נסמכות, נשאבות ממקורי'אלו־הבארות, מוצאיהם מצוינות והוראותיהם מבוארות. אשר הכינותי אני הקטן יט נח ם בה אברהם זללההטריוש פקוד על משמרת הרבנות פה זולצבורג והגליל. נדפס בט יל ה וי זע ן שנת תריח. 8. Orack Mescharim [über die innere Pflichten] von Menachem b. Abraham Treves, Rabbiner in Sulzburg. 8vo. Mühlhausen, gedr. bei j. P. Rissler. 1858. (184 S.) [128]