Hebraeische Bibliographie
- Journal
- Hebraeische Bibliographie
- Volume
- Band I. 1858
- Issue
- No. 3 Mai-Juni
- Date
- 1858-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2249537-7176599-7176612--0064-2249599- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
55 129] [Die. obige hebr. Inhaltsangabe des Originaltitels ist durchaus nicht geeignet, eine richtige Vorstellung dieses originellen Werkes zu gewähren. Es ist mit einem Worte ein Schulckan-Aruch für die innern Pflichten, in Anordnung und Ausführung den unter dem Namen באו היטב •bekannten Ausgaben des Josef Karo’schen Codex nachgeahmt (nur dass hier Text, Commeht. und Quellenangabe von demselben Verf. herruhren), wie auch der symbolische Titel an den des 1. Karo’schen Theils (Orach Chajjim) anklingt. Der Verf. bemerkt in dem kurzen Vorwort, über die innere Pflichten, welche, im Gegensatz zu den äussern, nicht an räumliche, zeitliche oder andre Bedingungen geknupt sind, gebe es kein besonderes decisives Werk (הלכה לפסק); die davon handelnden Schriften seien mehr ethischer und paraenetischer Art, daher ohne genaue Bestimmung der Autorität, auf welcher ihre Ansichten beruhen; so dass man für die Praxis auf die eigene Untersuchung angewiesen sei; nur Maimonides habe einiges dahin Gehörige im 1. Buche seines Gesetzcodex zusammengestellt. Die Frage, ob der gesaminte hier behandelte Stoff wirklich der Halaeha angehöre und coamcirt werden dürfe י ohne in die Freiheit der Anschauung einzufreifen, welche rücksichtlich der Haggada im Judenthum anerkannt ist, hat der erf. nicht aufgeworfen; er wünscht bloss, dass man nicht auf seine Autorität sich ,Erleichterungen‘‘ erlaube (1קולא?); ein Begriff, der freilich auf die innern Pflichten nicht durchaus angewendet werden kann. Manches wäre jedenfalls besser weggeblieben, z. B. קודאין לרשע רשע בן דשע, אפילו לרשע בן צדיק, ein Satz, dessen Anwendung erst durch die Erörterung im Commentar einigermässen gerechtfertigt wird Das Material selbst dürfte vielen Religionslehrern unsrer Zeit sehr willkommen sein.] ברר לזהוב באור על כמה מאמרי ח!ל בהגדת הנראים כזרים .... ובאו כלם בכור המדע והאמונה להסיר מהם כל תלונה ותגלה ותראה חכמתם .,.. מאתי יהודה אידל בן בנימין שערשעווסקי, ווילנא. תריח. 8. י - Kur la-Sahab, Erklärung vieler Stellen unsrer Weisen, gesegneten Andenkens, in den Haggad&’s, welche dem schlichten Verstände befremdlich scheinen .... von Jehuda Idell ben Benjamin Schcreschewski, Ober-Lehrer an der Rabbinerschule. 8vo. Wilna, 1858. (246 S.) [129] Die polnischen Lande; als Heimath des starrsten Glaubens an die buchstäbliche Bedeutung talmudischer Aussprüche verschrieen, nennen doch schon vor Jahrhunderten einen Samuel Edels ihren berühmten Mitbürger, der nicht bloss als scharfsinniger Beherrscher der Halaeha, sondern auch als religionsphilosophischer Ausleger der Haggada in der ganzen rabbinischen Welt anerkannt ist. Der Verfasser aes vorliegenden Werkes erinnert an den berühmten *Meharscho״, aber, einem andern Publikum gegenüber, übertrifft er ihn an freimüthiger Anschauung, ohne deshalb mit der Tradition oder gar mit der Pietät zu brechen. Das Werk eröffnet eine ausgedehnte Einleitung (59 S.), in welcher der Verf. über den Charakter der Haggada im Allgemeinen handelt, und dieselbe unter 10 Gruppen bringt, — wobei eine grössere Berücksichtigung der. einschlägigen, nicht unbedeutenden Literatur zu wünschen wäre, — das Werk selbst behandelt 105 Stellen aus dem babylonischen und 5 aus dem jerusalemischen Talmud, die bald religionsphilosophisch, bald in homiletischem Tone, und öfter natürlich aus dem Zusammenhänge der geschichtlichen Verhältnisse, mehr oder minder gelungen erklärt werden. Das Gepräge der Wahrscheinlichkeit trägt unter andern No. 88 das Abentheuer des Rab Kahna und R. Jochanan, unwahrscheinlich, dagegen ist die Deutung der Hyperbeln des Abba Saul, 103 und 104. Das Vorgeben, dass Abba Saul ein eifriger Kämpfer gegen Vespasian gewesen sei, bedarf des Quellennachweises, aber die daran geknüpfte Loyalitats-Bemerkung für Wilna keiner Erklärung. Die scheinbare Vereinfachung der Angabe, dass durch den strafenden Blick das Opfer zum »Gebeinhaufen״ werde (Seite 50), scheitert an der Schwester — Angabe, dass durch solchen Strafblick alles in Brand gesteckt wurde (z. B. Sabbath 33, b: Baba Mezia 59, b). Scharfsinnig und geistreich ist die Erklärang der von R. Elieser ben Hyrkanus gemachten wundersamen Anstrengungen (Baba Mez. 1. L), sich die rechtsentscheidende Beistimmung der Schule zu verschallen (S. 54 ff.). Diese, ursprünglich von Meir Schiff angedeutete Erklärung zeigt, wie die auf den thatsächlichen Umständen ruhende Wirklichkeit nach und nach den Ausdruck des Wunderbaren gewinnen konnte, während David Friedländer in der Sulamith (4. Jahrg. 2. Band §. 31) die Erzählung nur als schönes Bild dulden will, welches den Satz veranschaulichen soll, dass Wunder keine Beweismittel für und wider die