Hebraeische Bibliographie
- Journal
- Hebraeische Bibliographie
- Volume
- Band I. 1858
- Issue
- No. 2 März-April
- Date
- 1858-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Censor eineu halben Bibelvers ״Und nichts haben Fremde neben dir*, Spr. 5,17— gestrichen.' In einem, die mosaischen Gesetze abhandelnden Abschnitte des Exodus wird eilfmal bemerkt, dass heutzutage die Gesetze'der Regierung gelten. Ganze Zeilen wurden vertilgt, z. B. über 6 Zeilen in KtDfl 84 •1 כיa, 11 Zeilen in שמיכי, 24Zeilen in RS f. 52 a u. in. dgl. ־ Grossere Wunder erwarten uns in Sidilkow. Dort ist im Jahre 1832 das ״Buch der Frommen* (ספד ד< חסידים ) «schienen , auf 140 grauen Octavblättern, mit abwechselnden Lettern, schlechter Päginätiön, vielen aber nicht verzeichneten erratis; der elende Druck .und das häufige Abkürzen der Worte ist dem Fortkommen hinderlich im Text und im Commentar, —■ welcher letztere übrigens eine bessere Ausstattang verdient' hätte; Zunächst fehlen hier.vier wesentliche Stücke des Buchs: 1) Inhaltsverzeichnisse, 2j Vorwort; dos ersten Herausgebers, 3) dessen Nachwort, 4) der aus 43 Paragraphen bestehende Nachtrag. Das Inhaltsverzeichniss, das in der ed. pr. 100 Columnen einnimmt, hat der Herausgeber Abraham ha-Koken in Bologna. verfertigt, es ist gewissermaßen die Controlle des Inhalts. Das Vorwort desselben Abraham, welches den Charakter des Werkes trefflich zeichnet, ist durch ein kleineres ersetzt worden, in welchem auf MSpfl und Geschichten der Hauptton gelegt wird. Beide reimen auf דים: Das ältere hebt an: יחוברך וירגעלה הגומל חסדים לחס לעמד יסוראל מדידים; das jüngere, welches wahrscheinlich einer früheren Ausgäbe entlehnt ist, ללם ה' השדידיט• Aus dem Nachwort erfährt man, dass ausser dem Exemplar im Besitze des Editors von Bologna bis Jerusalem keine Handschrift des Werkes zu finden gewesen. Da indess der Nachtrag (von § 1136-78) laut Heberschritt aus einem andern Manuscript geflossen, so muss wohl während des Drucks irgendwoher ein solches herbeigeschafil worden sein. Sehr ,wahrscheinlich hat hier söhon der Censor gearbeitet, da der ganze Abschnitt reiche Beiträge für die Kenntniss des alten Aberglaubens bietet, der wohl den neuen nicht beeinträchtigen sollte. Allein die eigentlichen Heldenthaten werden in dem vor uns liegenden Buche an dem, was wir lesen dürfen, sichtbar. Gewisse Ausdrücke sind ganz vertilgt, so שמד, כומד, הגמול, גלי• Bentley und Wolf zusammen würden nicht entdecken, d»s» דזנמצערים tr-irrtw stehe statt'52 §} בומרי אדרם), oder טובמלבוטויהס statt ^703 §) גסיבהימרח). im § 145 liest man ד!ם כמפים עם אויבי, ה׳דבטו.גוםם; es sbu aber ,'heissen: מוסדי,ממון חבריהם בידי גוים וכל מכן* גופם:. Aus § 199 ist ‘die Vorschrift verschwunden, sich nicht, um unerkannt zu bleiben, in Mönchskleidung.zu stecken, -7־ ein Beitrag.zur Geschichte der Anzüge und der Verfolgungen. Solcher verstümmelten, oft zur Hälfte fehlenden Paragraphen giebt es -rkleinere Auslassungen nicht mitgezählt — neunzehn, nämlich §§ 3: 4. 10. 28. 43. 116. 145. 192 (fast ganz). 202. 221. 238. 277. 417. 429. 463. 479. 480. 533. 621. Gänzlieh verschwunden aber sind vierzig, nämlich §§ 66. 188. 190. 191. 197. 198. 203. 204. 270. 357. 391. 408. 427• 431. 432. 435 bis 440, 464 bis 469. 474, 637. 638, 681. 6871 688. 708. 862. 812• 954, 1021. 1115. 1135. Interessante Beiträge zur Sittengeschichte, Nachrichten, über das Verhalten gegen Täuflinge, Angeber (§ 687) und Sonstiges wird uns auf solche Art entzogen, z. B. dass man sich enthielt, in Gewässern zu baden, in welchen die Wasserprobe abgehalten wurde (§438); welche Rezepte gegen Mahren, Drachen, Vampyre (§ 464 ff.), Zauberer (§ 474) galten; oder Züge aus dem Familienleben, wie Eltern einstmals einen abtrünnig gewordenen Sohn mit Geld zUfückzuführen versuchten, es ihnen aber von einem Manne, .der des Sohnes Gemüthsart kannte, widerrathen wurde, weil er dann auch seine Geschwister verführen würde (§ 188). Aus § 270 hätten wir erfahren, dass eine Edelfrau, die beim Begräbniss wieder aufgestanden, viele Bischöfe Und Herren in der Holle gesehen zu haben verkündete.