Hebraeische Bibliographie
- Journal
- Hebraeische Bibliographie
- Volume
- Band I. 1858
- Issue
- No. 2 März-April
- Date
- 1858-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2249537-7176599-7176608--0044-2249580- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
36 Ueb$rsic.ht der in der Oesterr. Monarchie im Jahre 1855 erschienenen Druckschriften nach G. v. Wurzbach v. Tannenberg gegeben. Unter der Rubrik Hebraeisch finden wir für Niederösterreich 4, Böhmen 19, Galizien u. Krakau 4(!), Ungarn 3, zusammen 30. Aus der Uebersieht nach Wissenschaften u. Sprachen (S.73) entnehmen wir, dass ton jenen 30 Werken 24 auf die Rubrik ״ Andachtsbücher und Predigten1 ,״ auf Sprach• Wissenschaft, 1 auf Gedichte, 3 auf Kalender und i auf Gelegenheitsschriften kommen. Untier der Rubrik ״periodische Druckschriften“ (S, 75) ist die hebr. Sprache nicht vertreten. Es ergiebt sich hieraus, wie unvollkommen selbst die officiellen Organe Oesterreichs über dessen hebr. Literatur unterrichtet sind1). [103] Ausland N. 10 S. 239: ״Der Gylinder Tiglath Pilesers I1״ (nach dem ״Athenäeum״ mit Rücksicht auf die. Sitzung der syro-aegyptischen Gesellschaft in London vom 9. Februar. Diese Gesellshhaft hat nemjich 4 Uebersetzungen der Inschrift, darunter die Öppert's veröffentlicht). [104] — N. 11 S. 241: ״Eine assyrische Inschrift über den Wiederaufbau des Thurmes von Babel.“ [105] [Ein Bericht über Öppert's Bearbeitung der Inschrift von Borsippa, (בלסיף) im Journal Asiat, 1857 Febr. bis Scptbr.; wahrscheinlich aus derselben Feder, aus der die frühem Artikel über diesen Gegenstand;. vgl. oben N. 43 S. 13.] i . ... Bibliogr. Centralorgan des österr, Kaiserstaates heransg. von Constantia V. Wurzbach N. 2 S. 31: Notiz über rGoldenthar& arabische Grammatik in he• bräischer Sprache. 106] ־ ׳] [Es heisst darin u. A.: In seinem Versuche eines vergleichenden, Worterb. der philos. Sprache der Rabbiner, im 1. Bd. der Denkschr. der k. Akademie der Wiss., wies Ch bereits auf die bisher kaum beachtete (!) innige Verwandtschaft der hebr. Sprache mit dem Arabischen hin.!)lese neue Sprachlehre ist nun eine Fortsetzung der im obigen Aufsätze entwickelten'Ansichten.* Man weiss nicht, ob man mehr die* Erfindung»־ oder die Combinationsgabe des Abfassers dieser Notiz bewundern soll. Also vor G. hat man die Verwandschaft des Hebräischen mit dem Arab. ,kaum beachtet*? Und Schultens mit seiner hyperarabistischen Schule hat nie exitsirt?! In jepem Versuche begnügte sich G. damit, der erste seit■ dem 13. Jahrji. zu sein, der den philosoph. Rabbinismus bearbeitet; als Beweis citirt er eine Stelle— ans einer der Arbeiten, die lange vor ihm den Gegenstand behandelt! (s. Cat*l. der Leydner HS. 8. 59; vgl. Jeto. Zit. p. 286 n. 14). Nunmehr schreibt er eine Grammatik des Arabischen in hebr. Sprache, die mit jenem Versuche gar nichts za thun hat, angeblich für die Jaden im Orient; von Rechtswegen sollte sie also nur das enthalten, was dem Arabischen eigenthümlich ist, aber das wäre theilweise eben 80 schwierig als unlohnend gewesen. — Glücklicher Weise haben die meisten Arabisten so wenig Sympathie für Hebräisches, dass eine Notiz wie die obige möglich ist. Das grossere Publikum weiss natürlich nicht, dass die arabische Sprachkunde in Europa erst au« der hebräischen herausgewachsen ist.] Blätter für literar. Unterhaltung, N. 10 S. 179-84: ״Stimmen aüs dem Judenthum“ von David Asher. [107]י [Unter dieser UeberSchrift giebt der Verf., nach einigen eigenthümlichen Betrachtungen au Gunsten des Judenthums.und gegen die falschen Auffassungen desselben, worin u. A. auf eine Bealehung 1) Dass unsere traurige Ansicht über hebrüizche Bibliographie auch eine wahre •ei, beweist schlagend das im Auftrag des Ministeriums von C. 9, Wurzbach seit 1858 heraasg. Bibliogr. Centralorgan des Oesterr. Staates. Dasselbe ist bereits als eines der besten Blätter •einer Art anerkannt; es zeichnet sich von allen Collegen dadurch aus, dass es in seiner Polyglottenliteratuz auch die. hebräische einschlieest, woran sich in der That auch alle jüdischen Zeitschriften ein Beispiel nehmen können, die orthodoxesten, für das Hebräische im Cultus zelotischen, nicht ausgenommen. Aber wie ist das ]Hebräische dort behandelt? Im Märs-Heft S. 76 findet man unter Andachtsbüchern als Schlag- Wörter *Awidraham“ (!) Bine*Leitith, Mavoar Jäboh ohne Autor, anderswo ist das Schlägwort: *Rabbi* (N. 1106 und S. 822 N. 1214, letzteres, wie es scheint, ein Nachdruck, auf welches Thema wir einmal ausführlich kommen müssen), als ob man Boctor unter D. setzen wollte! Das Hebräische ist theilweise schlecht gesetzt. Die erstgenannten Schlagwörter (auch־ im Namensregister) sind den Büchern selbst entnommen, welche in Oesterreich schon lange aus Censurrncksichten den Titel Latein umschreiben, d. h. sehr oft bis zur vollkommenen Unkenntlichkeit entstellen, wie uns z.B. für מוסל V)p *Kol miser*, und sogar Aftschbi (Czeruowitz 1855)'füs — התשבי des Elia Levita, vorgekommen!