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Hebraeische Bibliographie · 1858-03-01 · No. 2 März-April · p. [Seite]

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Journal
Hebraeische Bibliographie
Volume
Band I. 1858
Issue
No. 2 März-April
Date
1858-03-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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31 wie Geiger liegt <H «"Schwierigkeit eines solchen Beweises nur! in der Fülle und Eigentümlichkeit desMaterials. Alle jüdischen Denker und Lehrer unterscheiden Grundlehren oder Grundansichten, wenn sie auch dieselben nicht zu ״ Glaub ens-Artikeln* formulirten, und die kaum reife Jugend dieselben beschwüren Hessen (eonfirmirten):, oder gar diese, den Christen erst kürzlich nachgemachte Ceremonie für eine ״geistliche* Praerogative erklärten. Der 2. Abschn. behandelt die ״sociale* Frage mit der hier ganz angemessenen Ironie. Im 3. Abschn. (S. 29 —32) bespricht G., ״weil es .unmöglich zu umgehn ist,* das Verhältnis! des Uebergetretenen zum Christenthum, und was der Jude als das Wesen, des letzteren betrachten müsse. Hier wäre es ihm noch leichter geworden, sich auf Autoritäten zu, berufen. Wir erinnern uns.an die Worte, welche Nachmanides in einer öffentlichen Disputatfön (A. 1263) an den König von Spanien richtete: ״Der wesentliche Differenzpunkt zwischen Juden und Christen besteht in eurem bitteren [seltsamen] Begriff von der Gottheit. Da j o Herr und König, bist Christ, Sohn eines* Christen und einer Christin, und hast Dein Lebtage •nur Geistliche, und Mönche1 2)•daton sprechen hören, sie haben dir den Kopf damit angefüllt, und die Gewohnheit hat dir ihn versüsst.״ Auch die alten Polemiker zogen, ausser der gezwungenen und sprachwidrigen Christliehen Exegese (deren Bekämpfer unter den jetzt lebenden Christen selbst sich dafür an der ״rabbiniseben Befangenheit* schadlos halten), auch die christliche Dogmatik •in den Bereich ihrer Controverae; Chisdai Crescas, Rabbiner zu Saragossa,1 Nestor der Gelehrten bei der Riesendisputation von Törtosa*)-(14f3), schrieb en spanischer Sprache) eine Critik der christlichen Glaubensartikel von philosophischem (aristotelischem) Standpunkte aus. Bis •zum vorigen Jahrhundert jedoch kämpften orthodoxe Christen mit orthodoxen Juden.. Lavaier war es wohl zuerst, 4er den angeblichen Mangel jüdischer Orthodoxie bei Mendelssohn als einen Beweggrund zur Taufe betrachtete3). Dass die Urheber des Briefes an den Probst Teller (Dav. Friedländer u. s. w.), welche' das Christenthum ohne Dreieinigkeit annehmen wollten, im Schoosse desselben viel Sympathie gefunden, kann man wohl nicht behanpten. Eben so wenig haben diejenigen, welche in, der darauf folgenden Periode das Judenthum schaarenweise verliesacn (so dass. die. Namen Jafeh oder Itzig, Friedländer und selbst Mendelssohn b.ald nur noch der jüdischen Geschichte angehören werden) etwa die Taufe mit einer ausdrücklichen Claasei angenommen. Nur der frommen Gegenwart war es Vorbehalten, die jüdische Controverse auf einen neuen .Standpunkt zu führen, auf welchem das Judenthum vollständig und ohne Rückhalt mit Ceremonialgeseta, die Dreieinigkeit, in einem stillschweigenden Vorbehalt,, mit willkührlichen Philosophemen identificirt, und. die öffentliche Annahme eines' Glaubensbekenntnisses ohne den entsprechenden Glauben gepredigt werden kann. Diesen Standpunkt in alle Schlupfwinkel verfolgt und dem grössern Publikum klar gemacht zu haben, ist die Bedeutung der vorliegenden Schrift.] Gergeres, J. JJ. Bekehrung des Pianisten Hermann Cohen und Bernhard Bauers, beide ehedem Israeliten, jetzt Mitglieder des Ordens der unbeschuhten Karmeliter. Nach d. Französischen des J. B. Gr. Rechtmässige deutsche Ausg. kl. 8yö. Tuttlingen, Kling, 1858. (12 Bog., 12 sgr.) [79] Gereon, M. A. י0וי לקסכיס Morale en äction, Livre de lectures instructives et amüsantes ä l’usage des ecoles israelites. 8vo. Mulhouse, impr. Risler, 1858. (84 8., 10 sgr., für Schulen 7 sgr.) ' [80] [Mit Approbation des Consistoriums; Verschiedene Ausstellungen in ArcJf. Isr. (März u.* April) S. 172, 330; Unit. Irr. S. 236.] Gesenias, G. Thesaurus philolog. crit. ling. hebr. et chald. V. T. Tom. III fase, növiss. qüo continentur Indices etc. Edid. A. Roediger. Edit. II. 4to. Lips., Vogel, 1858. (IV u. 116־ S., 2 thlr.) [81] Graetz, H. Die Westgothische Gesetzgebung u. s. w. Bresslau, in Comm. bei Gosohorsky, 1858. (20 sgr.) [82] [Aus dem Jahresbericht u. 8. w., oben 8. 11 N. 26, wo irrthümlich ״Graez*.] 1) . Wörtlich: Praedicanten, Minoriten (דורשים צעירים, was der gelehrteste aller antijüdischen Schriftsteller, Wagenull, nicht zu übersetzen wusste, 8. Zun», zur Gesch. S. 181). 2) Nicht ״Girona*, wie noch Geiger, Proben 11.36, schreibt. 3) Das so eben hier aufgeführte Schauspiel ״Mendelssohn und Lessing* von Girndt kann nur als eine injuriöse Misshandlung der Charactere und der Geschichte bezeichnet werden. Abba Glözk (nach Chamisso’s Gedicht) wird da von M. als der echte Jude mit dem Gott der Rache bezeichnet, und will hach Holland gehn, wo die Juden von jeher unterdrückt worden! M. will sich, auf Lavater's jesuitische Erfindung, taufen, damit Lessing Bibliothekar werde, aber nur wenn seine Frau einverstanden ist; später weigert sich Lessing nach Wien zu gehn, weil er ״seine Religion ändern müsste*; man weiss hier nicht, wen der freisinnige Dichter höher, stellen wollte!

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