... Jahresbericht der Jüdischen Frauenvereinigung e.V. zu Frankfurt a.M.
- Journal
- ... Jahresbericht der Jüdischen Frauenvereinigung e.V. zu Frankfurt a.M.
- Volume
- 7.1914 (1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
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8 einen geeigneten Vertreter. Wir sind dem Herrn für seine bereitwillige Aushilfe zu lebhaftem Danke verpflichtet. Zu gleicher Zeit wurde uns infolge der an russische llntertanen ergangenen Ausweisungsbefehle ein erheblicher Teil unserer Zöglinge entzogen. Die übrigen, etwa 50 Kinder, erhalten nunmehr regelmäßigen Unterricht von Herrn Lotheim. Infolge dieser tiefgreifenden Störungen hat das gewöhnliche Pensum diesmal bedeutend gekürzt werden müssen. Möge es uns m. G. H. vergönnt sein, das Versäumte in Friedenszeiten recht bald nachzuholen. Louis Zeist-Kasse. Nachdem der Jahresbericht für das verflossene Jahr bereits abgeschlossen war, gingen für die „Louis Feist-Kasse" noch folgende Spenden ein: Geschwister Feist z. Andenken an ihren inniggeliebten Bruder Martin Feist .. 200 Mk. Herr Leo Wreschner zum Andenken an Herrn Martin Feist . . 200 „ N N 10 Herr Jacob Besthoff „ „ „ „ „ „ . . 50 „ Die Zinsen der Louis Feist-Kasse werden, wie bekannt, für Zwecke des „Mädchenhones" und der „Herrman Lehmann-Schule" verwandt. Unterftiitzungstätigkeit. Dank der stets hilfbereiten Mitarbeit zahlreicher Frauen und Mädchen war es uns wiederum möglich, eine große Anzahl Bedürftiger, Kranker und Arbeitsloser mit Rat und Tat zu unterstützen. Wie alljährlich verhalfen wir jungen Mädchen zu Lehrstellen und gewährten ihnen monatliche Beiträge zum klnterhalt. Auch unsere Einrichtung zur Verabreichung von Mittagstischen bewährte sich wieder in segensreicher Weise. Ilngefähr 50 bedürftigen Familien konnten wir durch Beschaffung von Ostergeichirr eine dankbar empfundene Unterstützung leisten. Bis zum Kriegsausbruch sorgten wir, wie im Vorjahre, für Zuschüsse an arme Kranke zu dringend notwendigen Kuren an Badeplätzcn. Die segensreiche Arbeit des Bikkur-Cholim-Vereins unterstützten wir in der gewohnten Weise, indem wir durch unsere Damen die Hilfsbediirstigen in ihren Wohnungen besuchen und ihre Verhältnisse prüfen ließen, damit ihnen die ihrer Lage entsprechende Hilfe zu teil werden konnte. Besonders nahmen wir uns in dieser Weise verschämter Armer an.